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Yvan Delporte

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Datei:Yvan Delporte Johan De Moor 19960504 cropped.jpg
Yvan Delporte (mit Bart, 1996)

Yvan Delporte (* 24. Juni 1928 in Brüssel; † 5. März 2007 ebenda) war ein belgischer Comicautor und von 1955 bis 1968 Chefredakteur des Spirou-Magazins.

Leben

Yvan Delporte begann seine berufliche Laufbahn 1945 im belgischen Verlagshaus Dupuis mit dem Retuschieren von Comics und anderen kleinen Tätigkeiten für das Spirou-Magazin, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit zu einem Multitalent der Comicindustrie.<ref name="FRA">Les Amis – Yvan Delporte. In: franquin.com. Abgerufen am 28. September 2020 (französisch).</ref> Im Jahr 1955 wurde er der Nachfolger von Jean Doisy als Chefredakteur des Magazins. In dieser Funktion (bis 1968) wurde er zur maßgeblichen Figur für die humoristische Grundausrichtung von Spirou mit oft unkonventioneller, augenzwinkernder Note und überraschenden Aktionen.<ref name="DUP">Yvan Delporte bei Dupuis (französisch). Abgerufen am 22. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="COR">Volker Hamann: Das belgische Spirou-Magazin feiert 75. Geburtstag. In: comic-report.de. 18. April 2013, abgerufen am 28. September 2020.</ref> Eine davon war, eine lebende Kuh als Hauptgewinn eines Preisausschreibens auszuloben,<ref name="LIB">Eric Aeschimann: Yvan Delporte, le trombone à tout faire de «Spirou». In: liberation.fr. 28. Januar 2010, abgerufen am 30. September 2020 (französisch).</ref> was auch in einigen Folgen des Gagstrips Gaston von André Franquin zum Thema wurde.<ref>André Franquin: Gaston Gesamtausgabe. Band 1. Carlsen Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-551-76306-8, S. 108–113.</ref> Schon bei der Entwicklung des Strips hatte Delporte Pate gestanden, so ist zum Beispiel die Titelfigur nach einem Freund Delportes benannt.<ref name="LIB" /> Die Grundidee, durch die chaotischen Querschüsse des im Grunde völlig ungeeigneten und einfältigen Büroboten Gaston die Arbeit einer Comic-Redaktion zu sabotieren, ist eine lustvolle Persiflage der beiden Urheber auf sich und ihre eigene Tätigkeit.<ref>Achim Schnurrer (Hrsg.): Die Kunst des André Franquin. Edition Kunst der Comics, Thurn 1988, ISBN 3-923102-08-9, S. 13, 16–19.</ref><ref name="ETF"></ref> Dabei waren sowohl Franquin wie Delporte eher fleißige und gewissenhafte Arbeiter, und Delporte galt als Perfektionist,<ref name="REC1"></ref> der unentwegt und noch bis zum letzten Moment an seinen redaktionellen Texten feilte.<ref name="REC2"></ref>

Ein wichtiger Aspekt in seiner Tätigkeit als Spirou-Chefredakteur war die Konzeption neuer Formate, die dem Magazin zusätzliche Aufmerksamkeit und damit Umsatz bescheren sollten.<ref name="DUP" /> Ein Beispiel dafür ist die Kreation der sogenannten „Mini-récits“, kleine Comicalben im Miniaturformat, die man sich aus einer Beilage in der Mitte des Heftes selber zusammenbasteln konnte.<ref name="BED">Delporte, Yvan. In: bedetheque.com. Abgerufen am 28. September 2020 (französisch).</ref> Dieses Konzept entwickelte er erstmals zusammen mit Peyo für dessen Schlümpfe und verhalf ihnen so zu ihrer eigenen Comic-Serie, deren wichtigster Co-Autor Delporte bis in die 1970er-Jahre blieb.

Aber auch die Mini-récits selbst wurden zu einer Erfolgsgeschichte mit über 550 Exemplaren von 1959 bis 1975,<ref name="BDO2">Les mini-récits de Spirou. In: bdoubliees.com. Abgerufen am 28. September 2020 (französisch).</ref> von denen etliche ab 1966 im Magazin Fix und Foxi auf Deutsch erschienen.<ref name="COG">Mini-Fix und Foxi. In: Kaukapedia.com. Abgerufen am 13. Oktober 2023.</ref> Ebenso übernahm man dort eine weitere Idee Delportes, zu bestimmten Anlässen im Jahr umfangreiche Sonderausgaben zu produzieren (namentlich zu Ostern, den Sommerferien und Weihnachten).<ref name="COR" /><ref name="LAL">Décès du scénariste Yvan Delporte. In: lalibre.be. 5. März 2007, abgerufen am 28. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Infolge seiner Position als erster redaktioneller Ansprechpartner war Delporte immer wieder Ideengeber und (Co-)Autor für viele Künstler des Spirou-Magazins. Neben Franquin und Peyo galt das u. a. schon frühzeitig für Eddy Paape bei der Serie Jean Valhardi, Jean Roba (Boule und Bill, Die Rasselbande), Will (Isabelle, zusammen mit Raymond Macherot und Franquin) oder René Follet (Steve Severin).<ref name="DUP" /><ref name="BDO1">Yvan Delporte dans Spirou. In: bdoubliees.com. Abgerufen am 28. September 2020 (französisch).</ref> Es ist darum wenig verwunderlich, dass Karikaturen von ihm in den Comics etlicher der Zeichner auftauchen, die er betreut hat – zumal er mit seinem charakteristischen und exzentrischen Auftreten leicht zu karikieren war. Kennzeichnend für seine Erscheinung in der Zeit bei Spirou waren sein langer roter Vollbart, den er schon seit seiner Jugend trug, der graue Anzug unter dem typischen Dufflecoat und sein vornübergebeugter Gang.<ref name="REC3"></ref>

Im Jahr 1977 konzipierte Delporte zusammen mit André Franquin Le Trombone Illustré, eine subversive, satirische Beilage im Spirou-Magazin, eine völlig eigenständige „Zeitschrift in der Zeitschrift“<ref>Michael Hein: Le Trombone illustré - Die Posaune aus dem Keller. In: Reddition. Nr. 54. Edition Alfons, Barmstedt 2011, S. 45.</ref>, die er in den 30 Ausgaben ihres Erscheinens (bis zum 29. Oktober 1977) als informeller Chefredakteur betreute und für die Franquin unter anderem seine Idées noires (dt. „Schwarze Gedanken“) erfand.<ref name="DUP" /><ref name="LAL" />

Literatur

  • Bertrand & Christelle Pissavy-Yvernault: Yvan Delporte, Réacteur en chef. [sic!], Dupuis, Charleroi 2009, ISBN 978-2-8001-4278-4.
  • Volker Hamann (Hrsg.): Dossier Yvan Delporte. In: Reddition 54, Edition Alfons, Barmstedt 2011.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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