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Tourniquet-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
T81.8<ref>Alphabetisches Verzeichnis zur ICD-10-WHO Version 2019, Band 3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln, 2019, S. 879</ref> Sonstige Komplikationen bei Eingriffen, anderenorts nicht klassifiziert
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Tourniquet-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Komplikation, die bei der Wiederherstellung der Durchblutung (Reperfusion) nach einem länger als sechs Stunden bestehenden arteriellen Gefäßverschluss auftreten kann. Es entsteht durch eine massive Anflutung toxischer Metabolite aufgrund der Gewebsnekrose im ischämischen Areal.<ref>Malte Ludwig: Gefäßmedizin in Klinik und Praxis: Leitlinienorientierte Angiologie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 978-3-13-160372-2, S. 3–4 (google.de [abgerufen am 12. Mai 2024]).</ref>

Datei:Hairtournequet.JPG
Haar-Tourniquet der zweiten Zehe

Ursachen hierfür sind:

  • Revaskularisation (= Wiedereröffnung) einer großen Arterie durch operative Embolektomie oder medikamentöse Lyse einer Thromboembolie, eines Leriche-Syndroms o. ä.
  • vorausgegangene Strangulationen von Extremitäten durch Fremdmaterialen (z. B. Haare, Schnüre, Tourniquet). Grundsätzlich ist bei Vorliegen dieses Syndromes im Säuglingsalter auch an Kindesmissbrauch zu denken.<ref>A. Klusmann, H. G. Lenard: Tourniquet syndrome--accident or abuse? In: Eur J Pediatr. Band 163, Nr. 8, Aug 2004, S. 495–498. PMID 15179509</ref><ref>P. Lohana u. a.: Toe-Tourniquet Syndrome: A Diagnostic Dilemma! In: Ann R Coll Surg Engl. 2006 Juli; 88(4), S. 358. PMC 1964618 (freier Volltext)</ref>
  • Lange Blutsperre bei Operationen

Begriffsabgrenzung

Bei der Paraphimose entsteht die Strangulation nicht durch Fremdmaterial, sondern durch das phimotisch verengte Präputium.

Der Begriff Tourniquet-Syndrom wird in der Literatur zum Teil synonym mit Postischämie-Syndrom verwendet,<ref>pschyrembel online, abgerufen am 8. August 2020 Tourniquet Syndrom</ref> das die Folgen nach langanhaltender Durchblutungsstörung (Reperfusionsschaden) beschreibt.

Einzelnachweise

<references />

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