Otto Herrnring
Otto Ferdinand Herrnring (* 22. August 1858 in Schippenbeil, Kreis Friedland (Ostpreußen); † 11. Mai 1921 in Berlin)<ref name="Taufe">Taufe Otto Herrning. In: Taufbücher Schippenbeil, Friedland, Taufen 1854-1859. Nr. 93.</ref><ref name="Sterbeurkunde">Sterbeurkunde Otto Herrnring. Standesamt Wilmersdorf, 1921, Nummer 481</ref> war ein deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter in Berlin. Bekannt wurde er vor allem durch den Bau zahlreicher Schulgebäude in Berlin-Wilmersdorf.
Leben
Otto Herrnring war ein Sohn des Konditoreibesitzers und Kaufmanns Ferdinand Herrnring und dessen Ehefrau Wilhelmine Herrnring geb. Klee. Am 23. August 1858 wurde er evangelisch getauft.<ref name="Taufe" /><ref name="Festschrift" />
Im Jahr 1883 begann Herrnring sein Studium an der Technischen Hochschule Berlin. 1884/1885 wählte man ihn zum ersten Vorsitzenden des Deutschen Technischen Studentenvereins zu Berlin, wodurch er auch Mitglied im Ausschuss der Technischen Hochschule wurde. Als Ausschussvorsitzender leitete er 1888 den Festakt zum Umzug der Hochschule in den neuen Bau nach Berlin-Charlottenburg.<ref name="Festschrift">Johann-Peter-Hebel-Grundschule (Hrsg.): Festschrift zu 100 Jahre Schulgebäude 1910-2010. (16 S.).</ref>
Schon als Referendar bei der Berliner Baupolizei tätig, wurde er im Juni 1891 nach dem bestandenen 2. Staatsexamen zum Regierungsbaumeister (Titel eines Assessors in der öffentlichen Bauverwaltung) ernannt<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref> und wurde daraufhin nach Oppeln versetzt, kam aber später wieder nach Berlin. Herrnring heiratete am 24. November 1891 Margarethe geb. Steindamm.<ref name="Festschrift" />
Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst im November 1896<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref> wurde er noch im selben Jahr zum Gemeindebaurat der Landgemeinde Wilmersdorf gewählt. In dieser Funktion war er unter anderem für den Bau zahlreicher Schulgebäude in Wilmersdorf verantwortlich. Nach der Verleihung des Stadtrechts an Wilmersdorf wurde er 1907 zum Stadtbaurat für den Hochbau gewählt. Zugleich wurde als Stadtbaurat für die Kanalisation Hermann Müller und als Stadtbaurat für den Tiefbau der bisherige Gemeindebaurat Otto Lambert gewählt, die am 1. Juli in ihr Amt eingeführt wurden.<ref>In einer außerordentlichen Sitzung der Wilmersdorfer Stadtverordneten-Versammlung … In: Berliner Börsen-Zeitung, 2. Juli 1907, S. 5. (online von der Staatsbibliothek zu Berlin auf dem dfg-viewer.de)</ref> Nach der Bildung Groß-Berlins im Jahre 1920 gehörte er in dieser Funktion auch dem Bezirksamt von Wilmersdorf an.<ref name="Festschrift" />
Herrnring starb am 11. Mai 1921 um 21 Uhr in seiner Wohnung im Haus Landhausstraße 52 an den Folgen eines Schlaganfalls.<ref name="Sterbeurkunde" /> Am 17. Mai wurde er auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt, sein Grab ist nicht erhalten. Sein einziges Kind war der jung verstorbene Sohn Helmuth Herrnring (* 6. Januar 1895; † 7. Juni 1913).<ref name="Festschrift" />
Ehrungen
- 13. Dezember 1904: preußischer Roter Adlerorden der IV. Klasse<ref name="Festschrift" />
- 1913: preußischer Kronen-Orden der III. Klasse<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref>
- 28. Mai 1918: Verdienstkreuz für Kriegshilfe<ref name="Festschrift" />
- 6. Dezember 1919: Rote Kreuz-Medaille der III. Klasse<ref name="Festschrift" />
Bauten und Entwürfe
Herrnring entwarf und baute vor allem Schulgebäude in Wilmersdorf.
- 1897–1898, 1908 und 1911: I. Gemeindeschule, Gieselerstraße (heute Comenius-Schule und Hans-Fechner-Grundschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal 1. Gemeindeschule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1899–1900 und 1908: II. Gemeindeschule, Joachim-Friedrich-Straße (heute Friedrich-List-Oberschule und Halensee-Grundschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal 2. Gemeindeschule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1903–1904: Victoria-Luise-Gymnasium (heute Goethe-Gymnasium; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Victoria-Luise-Gymnasium in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1905–1907: Realgymnasium II, genannt Goethe-Schule, Münstersche Straße (heute Paul-Eipper-Grundschule und Michael-Grzimeck-Grundschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Goethe-Schule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1909–1910: Fichte-Gymnasium, Emser Straße (heute Johann-Peter-Hebel-Grundschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Fichte-Gymnasium in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1909–1910: Cecilienschule, Nikolsburger Platz (heute Cäcilien-Grundschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Cecilien-Schule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- um 1910: Toilettenhaus am Preußen-Park, Brandenburgische Straße (unter Denkmalschutz)<ref>Toilettenhaus in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1910–1912: Oberrealschule, Blissestraße (heute Friedrich-Ebert-Oberschule und Peter-Silbermann-Schule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Oberrealschule Wilmersdorf in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1911: IV. Gemeindeschule, Koblenzer Straße (heute Birger-Forell-Schule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal 4. Gemeindeschule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1911–1913: Höhere Mädchenschule III, genannt Hohenzollern-Lyzeum, Eisenzahnstraße (statt Herrnring mehrfach Stadtbauinspektor Philipp Nitze als Urheber genannt; heute Otto-von Guericke-Schule; unter Denkmalschutz)<ref>Otto-von-Guericke-Oberschule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1912–1913: Gemeindehaus der Vater-Unser-Kirche (unter Denkmalschutz)<ref>Vater-Unser-Kirche mit Gemeindehaus in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1913–1914: Reformrealgymnasium II, Prinzregentenstraße (unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Reformrealgymnasium in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1913–1916: Höhere Mädchenschule IV, Weimarische Straße (heute Marie-Curie-Oberschule; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Höhere Mädchenschule in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- Planung ab 1914, ausgeführt 1919–1922: Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße (zusammen mit Walter Bettenstaedt; 1990 Öfen stillgelegt; unter Denkmalschutz)<ref>Baudenkmal Krematorium Wilmersdorf in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
- 1919?: Umbau des vormaligen Joachimsthalschen Gymnasiums, Bundesallee (heute durch den Fachbereich Musik der Universität der Künste Berlin genutzt; unter Denkmalschutz)<ref>Joachimsthalsches Gymnasium in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref>
außerhalb Berlins
- 1909–1910: Deutsches Gymnasium in Łódź (Polen)<ref>ehemaliges Deutsches Gymnasium auf lodz.fotopolska.eu, abgerufen am 26. September 2021</ref>
- unbekannte Kapelle auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf<ref>Homepage der „Stiftung Umwelt“ zum Friedhof Stahnsdorf (PDF) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
Literatur
- Berliner Lokalanzeiger, Morgenausgabe vom 13. Mai 1921, 1. Beiblatt.
- Akademische Blätter, 36. Jahrgang 1921 (hrsg. vom Verein Kyffhäuser)
Weblinks
- Otto Herrnring, Stadtbaurat und Architekt. BA Charlottenburg-Wilmersdorf.
- Vorlage:LuiseLexBez
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Herrnring, Otto |
| ALTERNATIVNAMEN | Herrnring, Otto Ferdinand (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter |
| GEBURTSDATUM | 22. August 1858 |
| GEBURTSORT | Schippenbeil, Ostpreußen |
| STERBEDATUM | 11. Mai 1921 |
| STERBEORT | Berlin |
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- Architekt (Berlin)
- Person (Berlin-Wilmersdorf)
- Stadtbaurat
- Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse
- Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse
- Regierungsbaumeister
- Deutscher
- Geboren 1858
- Gestorben 1921
- Mann