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Winfried Hermann

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Datei:2013-05-15 16 - Hermann, Winfried, MdL - LTBW - 4738.jpg
Winfried Hermann (2013)

Winfried „Winne“ Hermann (* 19. Juli 1952 in Rottenburg am Neckar)<ref name="nwz-2020-239-6">Roland Muschel: Hermanns Traum von der Verkehrswende. In: Neue Württembergische Zeitung. Band 75, Nr. 239, 15. Oktober 2020, S. 6.</ref> ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er ist Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg und seit 2011 baden-württembergischer Verkehrsminister.

Leben und Beruf

Hermann wurde im Güterbahnhof Rottenburg am Neckar geboren. Sein Großvater war Bahnspediteur.<ref name="nwz-2020-239-6" />

Er engagierte sich am Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg in der Schülermitverantwortung und war zeitweilig Schülersprecher. Nach dem Abitur 1971 leistete Hermann seinen Zivildienst im Kinderheim Diasporahaus Bietenhausen bei Haigerloch ab und begann 1973 ein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch, Politik und Sport an der Eberhard Karls Universität Tübingen, welches er 1979 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Sein Referendariat absolvierte er am Wilhelms-Gymnasium Stuttgart<ref>https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.verkehrsminister-in-rottenburg-winfried-hermann-erzaehlt-in-lesung-aus-seinem-privatleben.da30c81c-3ee1-4ae5-a8a0-bd1afd561261.html?utm_source=chatgpt.com Winfried Hermann erzählt in Lesung aus seinem Privatleben</ref>, wo er auch den späteren Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) unterrichtete.<ref>https://www.zeit.de/news/2022-06/17/verkehrsminister-war-sportlehrer-von-stuttgarter-ob?utm_source=chatgpt.com Verkehrsminister war Sportlehrer von Stuttgarter OB</ref> Er bestand das zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1981. Anschließend war er bis 1984 am Wirtemberg-Gymnasium Stuttgart-Untertürkheim als Lehrer tätig. Von 1989 bis 1998 leitete er den Fachbereich Gesundheit und Umwelt an der Volkshochschule Stuttgart.

Winfried Hermann ist verheiratet und hat eine Tochter.

Partei

Hermann wurde in seiner Kindheit von Konrad Adenauer (CDU) inspiriert, er trat später in die SPD ein und war dort bis zur Gründung der Grünen Mitglied.<ref>SWR: Grüner Verkehrsminister: Weniger Autos, mehr Vernunft I Zur Sache! Intensiv. 30. April 2025, abgerufen am 23. November 2025.</ref> Den Grünen trat er schließlich 1982 bei. Von 1992 bis 1997 war er Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg.

Abgeordneter

Hermann gehörte von 1984 bis 1988 dem Landtag von Baden-Württemberg an und gehört ihm seit der Landtagswahl 2016 erneut an. Bei der Landtagswahl 1984 erzielte er im Wahlkreis Stuttgart II ein Zweitmandat, bei der Landtagswahl 2016 und der Landtagswahl 2021 im selben Wahlkreis das Erstmandat. 2026 trat er nicht mehr an.

Von 1998 bis 2011 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Seit 2002 war er Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Sportpolitik. Daneben war er von 2002 bis 2005 umweltpolitischer Sprecher, seit 2005 zusätzlich Sprecher für Verkehrspolitik. In der 17. Legislaturperiode war er von 2009 bis 2011 Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages. Winfried Hermann ist stets über die Landesliste von Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen.

Minister

Datei:Spatenstich Wendlingen-Ulm 20120507a.jpg
Beim Spatenstich für die Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm am 7. Mai 2012

Seit Mai 2011 ist Hermann Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Er gehörte den Landesregierungen Kabinett Kretschmann I und Kretschmann II an, seit dem 12. Mai 2021 ist er Teil des Kabinett Kretschmann III.

Datei:Winfried Hermann 2021 08 30 - 5689.jpg
Hermann bei einer Wahlkampfveranstaltung in Brackenheim (2021)

Da das Land Vertragspartner des Bahnprojekts Stuttgart 21 ist, fällt das Projekt in die Ressortzuständigkeit Hermanns. Hermann stand dem Projekt ablehnend gegenüber und bezeichnete es 2018 als „die größte Fehlentscheidung der Eisenbahngeschichte.“<ref>Hermann: Stuttgart 21 größte Fehlentscheidung. In: sueddeutsche.de. 8. Juni 2018, abgerufen am 27. Januar 2020.</ref> 2011 sagte Hermann in einem Interview mit der Taz, er wolle seine „Zuständigkeit für das Projekt an ein anderes Ministerium abgeben“, falls die Volksabstimmung über Stuttgart 21 zugunsten der Weiterführung ausgehe.<ref name="taz-2011-05-12">Dann gebe ich den Bahnhof ab In: die tageszeitung, 12. Mai 2011.</ref> Er begleitete in seiner Rolle als Vertreter eines Projektpartners das Projekt kritisch. Bis 2023 sprach er sich für eine Ergänzungsstation aus, um die Kapazitäten des achtgleisigen Hauptbahnhofs zu erweitern. Im März 2023 legte sein Ministerium eine Studie<ref>https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/PDF/PM_Anhang/Ergaenzungsstation/230315_Ergebnisbericht_Infrastrukturdimensionierung_im_Bahnknoten_Stuttgart_2040_nicht_barrierefrei.pdf</ref> vor, die statt einer Ergänzungsstation eine Vielzahl von Maßnahmen im Umfeld empfahl.

Ziel von Hermanns Ministerium ist es, das Schienenverkehrsangebot in Baden-Württemberg von 2013 aus um 15 bis 20 Prozent auszuweiten u. a. durch verstärkten Wettbewerb.<ref name="iv-65-32">»Der Ausbau der Schienenverbindungen ist kein Selbstläufer mehr«. In: Internationales Verkehrswesen. Band 65, Nr. 1, 2013, S. 32 f.</ref> Zudem soll Baden-Württemberg zu einem Pionierland für Elektromobilität, der Radinfrastruktur und für eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger gemacht werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Minister Winfried Hermann, Webseite des Ministeriums (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)</ref> Im Bereich Straßenbau sah das Ministerium eine Verschiebung der Prioritäten weg vom Neubau hin zu mehr Investitionen in die Sanierung und Ertüchtigung vor.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Planung und Finanzierung, Webseite des Ministeriums (Memento vom 4. August 2013 im Internet Archive)</ref> Außerdem sollten bis 2025 zehn Radschnellwege in Baden-Württemberg entstehen.<ref>Arnold Rieger: Radschnellwege: Auf der Überholspur. In: Stuttgarter Zeitung. 14. Februar 2017, abgerufen am 23. März 2021.</ref>

Hermann sprach sich gegen die von der CSU vorgeschlagene Pkw-Maut in Form einer Vignette aus.<ref>Pkw-Maut hat Freunde nicht nur in der CSU. Handelsblatt online, 11. Juli 2013.</ref> Er setzt sich dafür ein, dass Profifußballvereine für von ihren Fans begangene schwere Sachbeschädigungen in Zügen anteilsmäßig aufkommen.<ref>Michael Schwarz: Derby-Randale: Streit um Bahn-Kosten. In: Heilbronner Stimme. 20. Juni 2018, abgerufen am 23. März 2021.</ref>

Im April 2025 äußerte Hermann, dass es ihn „nicht schmerze“, dass Mercedes-Benz seine Produktion von Deutschland nach Ungarn verlagere. Entscheidend sei, „dass Forschung und Entwicklung und Zentralen in Baden-Württemberg [blieben].“ Er wolle Arbeitsplätze, „die nicht zu halten sind, auch nicht halten“. Das sorgte für Kritik der Opposition und des Koalitionspartners CDU.<ref>Stuttgarter Zeitung: Werk im ungarischen Kecskemét: Mercedes verlagert Jobs ins Ausland – Minister Hermann schmerzt das nicht. Abgerufen am 23. November 2025.</ref><ref>Ulrich Mendelin: Abwanderung von Jobs „schmerzt mich nicht“: Hermann irritiert mit Aussagen zu Mercedes. In: Schwäbische Zeitung. 4. April 2025, abgerufen am 4. September 2025.</ref><ref>Verkehrsminister Winfried Hermann nutzt die Gelegenheit zur Richtigstellung. In: Staatsanzeiger BW. 9. April 2025, abgerufen am 23. November 2025.</ref>

Pazifismus

Hermann gehört dem pazifistischen Flügel der Grünen an.<ref>https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/579/ich-gehe-als-pazifist-ins-grab-8170.html "Ich gehe als Pazifist ins Grab"</ref> Als 2001 Bundeskanzler Gerhard Schröder die Vertrauensfrage mit der Zustimmung zum Afghanistan-Krieg verband, stimmte Hermann gegen Schröder.<ref>https://www.das-parlament.de/2021-01/37/themenausgaben/kollision-des-gewissens https://www.das-parlament.de/2021-01/37/themenausgaben/kollision-des-gewissens</ref>

Hermann ist zusammen mit dem ehemaligen Reutlinger VHS-Leiter Ulrich Bausch (SPD) und dem Tübinger Politikwissenschaftler Thomas Nielebock ein Gründer der Initiative Aufbruch zum Frieden, die sich gegen Waffenlieferungen an die angegriffene Ukraine und höhere Verteidigungsausgaben wendet.<ref>https://www.aufbruch-zum-frieden.de/ Internetpräsenz der Initiative</ref>

Weitere Ämter und Engagements

Winfried Hermann war Aufsichtsratsvorsitzender der Hohenzollerischen Landesbahn<ref>Hermann nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender der SWEG. In: sueddeutsche.de. 5. September 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022.</ref> sowie mehrfach der SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH.<ref>Andreas Müller: Neuer Vorstand für SWEG. In: stuttgarter-zeitung.de. 21. Dezember 2015, abgerufen am 26. Oktober 2022.</ref><ref>SWEG: Eine Zukunft ohne Diesel. In: Lahrer Zeitung. Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft, 1. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2022.</ref><ref>Hermann nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender der SWEG. In: sueddeutsche.de. 5. September 2022, abgerufen am 12. September 2022.</ref>

Außerdem ist er Mitglied folgender Organisationen:

Buch

  • Und alles bleibt anders: Meine kleine Geschichte der Mobilität. Molino Verlag, Schwäbisch Hall 2020, ISBN 978-3-948696-06-1.

Weblinks

Commons: Winfried Hermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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