Iris Gleicke
Iris Gleicke (* 18. Juli 1964 in Schleusingen, Kreis Suhl, DDR) ist eine deutsche Politikerin (SPD).
Gleicke war in den Jahren 2005 bis 2013 parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, von 2002 bis 2005 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und von 2013 bis 2018 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie.<ref name="Munzinger">Iris Gleicke im Munzinger-Archiv, abgerufen am 2. Februar 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Im Kabinett Merkel III war sie von 2014 bis 2018 Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer sowie für Mittelstand und Tourismus.
Leben
Ausbildung und Beruf
Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) in Schleusingen absolvierte Iris Gleicke eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. Danach besuchte sie die Fachschule Gotha und erreichte hier den Abschluss eines Ingenieurs für Hochbau. Sie war dann als Projektantin beim VEB Stadtbau Suhl tätig und arbeitete danach als Angestellte im Stadtbauamt Schleusingen. Hier war sie zuletzt Bereichsingenieurin in der Flurneuordnungsbehörde Südthüringen.<ref>Deutscher Bundestag – Gleicke, Iris. In: www.bundestag.de. Deutscher Bundestag, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref> Gleicke ist Mitglied des Präsidiums des Arbeiter-Samariter-Bunds Deutschland.
Parteilaufbahn
Gleicke ist seit dem Jahr 1990 Mitglied der SPD.<ref>Mitwirkende: GHI. In: enquete-online.de. Abgerufen am 8. Mai 2023.</ref>
Abgeordnetentätigkeit
Zwischen 1990 und 2017 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an.<ref>Iris Gleicke: Was macht eine Ostbeauftragte heutzutage eigentlich? In: www.berliner-zeitung.de. 21. März 2017, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref> Hier war sie von 1998 bis 2002 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion.<ref>Iris Gleicke, MdB. In: spdfraktion.de. 27. Juni 2011, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref> Von November 2005 bis November 2013 war sie parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion.<ref>Max Holscher: Iris Gleicke: Ostbeauftrage fordert Respekt für Leistung der Ostdeutschen. In: Der Spiegel. 5. März 2018, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref>
Iris Gleicke ist 1990 und 1994 über die Landesliste Thüringen und danach dreimal als direkt gewählte Abgeordnete, 1998 des Wahlkreises Suhl – Schmalkalden – Ilmenau – Neuhaus sowie 2002 und 2005 des Wahlkreises Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie hier 30,4 % der Erststimmen. 2009 und 2013 erreichte sie den Einzug ins Parlament wiederum über die Landesliste. Gleicke kündigte an, bei der Bundestagswahl 2017 nicht erneut als Abgeordnete zu kandidieren.<ref>Iris Gleicke, MdB ~ Abschied vom Bundestag. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. September 2017; abgerufen am 10. Juli 2017.</ref>
Öffentliche Ämter
Nach der Bundestagswahl 2002 wurde sie am 23. Oktober 2002 als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung berufen.<ref>Das neue Team im Bundesministerium für Verkehr Bau- und Wohnungswesen. In: baulinks.de. Abgerufen am 8. Mai 2023.</ref> Nach der Bundestagswahl 2005 schied sie am 22. November 2005 aus dem Amt.<ref>Stühlerücken im Bundesverkehrsministerium. In: verkehrsrundschau.de. 23. November 2005, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref> Von Dezember 2013 bis 2018 war sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie.<ref name="Munzinger" /> Von 2014 bis 2018 war sie Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer sowie Beauftragte für Mittelstand und Tourismus. Außerdem war sie nach Juli 2014 Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Energie-Agentur (dena).<ref>Gleicke im Aufsichtsrat der Dena. In: www.politik-kommunikation.de. 4. September 2014, abgerufen am 8. Mai 2023.</ref>
Kritik
Gleicke stellte am 18. Mai 2017 die Studie des „Göttinger Instituts für Demokratieforschung“ zu Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor. Die Kosten der Studie beliefen sich nach früheren Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium auf rund 129.400 Euro.<ref>LVZ: Gleicke verteidigt Studie zu Rechtsextremismus im Osten – Kosten: 129.391,86 Euro. Nach Kritik von der CDU. In: www.dnn.de. Dresdener Medien GmbH, 24. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Mai 2019; abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref> Jedoch stellte sich heraus, dass die Studie „mit den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens nicht zu vereinbaren und zum anderen ein klarer Beleg für eine schlicht nicht hinnehmbare Schlamperei“ sei.<ref>Ostbeauftragte distanziert sich. Göttinger Studie über Rechtsextremismus in Ostdeutschland. In: www.goettinger-tageblatt.de. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, 27. Juli 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. August 2021; abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref> Gleicke distanzierte sich daraufhin von der Studie.<ref>Ostbeauftragte distanziert sich von Extremismus-Studie, Zeit vom 27. Juli 2017</ref> Frank Pergande vermutete, Gleicke habe die Studie nicht wegen methodischer Mängel zurückgezogen, sondern weil ihr die Ergebnisse „überzogen“ erschienen.<ref>Frank Pergande: Blühender Osten, in: F.A.S. Nr. 36, 10. September 2017, S. 10.</ref>
Privates
Iris Gleicke ist verheiratet und hat einen Sohn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iris Gleicke auf bundestag.de ( vom 4. Dezember 2009 im Internet Archive)</ref>
Ehrungen
- 2009: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
Kabinett
Weblinks
- Website von Iris Gleicke
- Iris Gleicke beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Iris Gleicke auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gleicke, Iris |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (SPD), MdB |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1964 |
| GEBURTSORT | Schleusingen, Kreis Suhl, DDR |
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- Bundestagsabgeordneter (Thüringen)
- Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
- SPD-Mitglied
- Deutscher
- DDR-Bürger
- Parlamentarischer Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland)
- Geboren 1964
- Frau
- Politiker (20. Jahrhundert)
- Politiker (21. Jahrhundert)