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Dirk Fischer

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Datei:2014-09-10 - Dirk Fischer MdB - 7415.jpg
Dirk Fischer (2014)

Dirk Erik Fischer (* 29. November 1943 in Bevensen) ist ein früherer deutscher Politiker (CDU).

Er war von 1989 bis 2014 verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von November 2007 bis Ende Oktober 2021 war er Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV). Er war ebenfalls Mitglied im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1964 am Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand leistete Fischer seinen Wehrdienst ab und durchlief auch die Ausbildung zum Reserveoffizier (letzter Dienstgrad: Oberleutnant d. R.). Anschließend absolvierte er ab 1966 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg, welches er 1975 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat bestand er 1978 auch das zweite Staatsexamen und war bis November 1986 als Syndikus und Revisor bei den Hamburger Unternehmen Fa. Möller + Förster (heute Möller + Förster Hagebau) und Fa. Tonwerk Hummelsbüttel F. Möller (Grundstücksverwaltung) angestellt.<ref>Handbuch der Hamb. Bürgerschaft, Dirk Fischer WP 9, 2. Nachtrag 1981.</ref>

Seit 1982 ist er als Rechtsanwalt zugelassen.

Im Juli 2025 wurde durch mediale Berichterstattung bekannt, dass er aufgrund von Mietschulden seine bisherige Wohnung verlassen musste. Parteifreunde liehen ihm wiederholt Geld, welches er nach Brasilien überwiesen hat. Dirk Fischer gab an, dass der Geldtransfer ins Ausland seine finanziellen Möglichkeiten überspannt habe.<ref>Der tiefe Fall des Dirk Fischer: Horrende Schulden – Parteifreunde sorgen sich um „uneinsichtiges“ CDU-Urgestein - WELT. Abgerufen am 6. August 2025.</ref><ref>Peter Ulrich Meyer: Hamburg: CDU-Urgestein kann Miete nicht mehr zahlen – Wohnung geräumt. 18. Juli 2025, abgerufen am 6. August 2025.</ref> Im Dezember 2025 erteilte ihm der Vorstand der Hamburger CDU Hausverbot für die Landesgeschäftsstelle und entzog ihm wegen aufgelaufener Beitragsrückstände das Recht, an Veranstaltungen des Kreisverbands Hamburg-Nord teilzunehmen.<ref>Peter Ulrich Meyer: Paukenschlag: Hamburger CDU erteilt ihrem Ehrenvorsitzenden Hausverbot. In: Hamburger Abendblatt. 12. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref>

Partei

Fischer trat 1967 in die Junge Union und die CDU ein. Er war engster Mitstreiter von Jürgen Echternach innerhalb dessen Zirkel, dem damaligen sogenannten Magdalenenkreis. Fischer folgte Echternachs Ämtern innerhalb der Partei.<ref>Die Blockpartei, zeit.de vom 14. Mai 1993, Seite 10/10</ref><ref>Pluralismus und Parlamentarismus in Theorie und Praxis, Winfried Steffani zum 65. Geburtstag, Herausgeber Jürgen Hartmann, Westdeutscher Verlag (1992), S. 140</ref> Zunächst war er von 1970 bis 1977 Landesvorsitzender der Jungen Union in Hamburg<ref>CDU. Fliegender Bezirk, Der Spiegel 33/1971 vom 9. August 1971.</ref> und gehört seit 1972 dem Hamburger CDU-Landesvorstand an. Von 1974 bis 1996 war Fischer auch Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Hamburg-Nord. Fischer war ab 1976 zunächst stellvertretender Vorsitzender und von 1992 bis 2007 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Hamburg. Er gehörte außerdem dem CDU-Bundesvorstand an. Im Dezember 2017 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Hamburger CDU gewählt.<ref>CDU wählt Dirk Fischer zum Ehrenvorsitzenden, abendblatt.de vom 8. Dezember 2017.</ref>

Abgeordneter

Erstmals errang Fischer durch die Bürgerschaftswahl in Hamburg 1970 einen Sitz in der Hamburgischen Bürgerschaft, den er über drei Legislaturperioden bis zur Mandatsniederlegung am 5. Februar 1981 wahrnahm.

Von 1980 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war er von 1989 bis 2014 Vorsitzender der Fraktionsarbeitsgruppe Verkehr (1998 bis 2005: Verkehr, Bau- und Wohnungswesen bzw. seit 2005 Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Aufbau Ost) und damit verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In der 18. Wahlperiode war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie stellvertretendes Mitglied im Sportausschuss<ref>https://archive.today/20140920003805/http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a05/mitglieder/260574</ref>. Von 1994 bis 2014 war er außerdem Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg in der CDU/CSU-Fraktion.

Dirk Fischer war 1987, 1990, 1994, 2009 und 2013 direkt gewählter Abgeordneter im Bundestagswahlkreis Hamburg-Nord und zog sonst stets über die Landesliste Hamburg in den Bundestag ein. Sein Nachfolger wurde 2017 Christoph Ploß.<ref>Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 in den Wahlkreisen im Vergleich zur Bundestagswahl 2013;Wahlkreis 21 Hamburg-Nord – Erststimme. (PDF; 7.3 KB) In: statistik-nord.de. 24. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.</ref>

Er war Vizekapitän des FC Bundestag, für den er 528 Spiele bestritt.<ref>Zeit-Magazin Nr. 25, 14. Juni 2018, S. 19.</ref>

Fußballfunktionär

Im November 2007 wurde er Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) und Mitglied im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Ende August 2021 gab Fischer seinen Rücktritt als HFV-Vorsitzender bekannt, um eine Verjüngung der Verbandsspitze zu ermöglichen.<ref>Präsident Fischer und Vizepräsident Jarchow erklären ihren Rücktritt. In: Hamburger Fußball-Verband e. V. 26. August 2021, abgerufen am 28. August 2021.</ref> Fischer wurde Ende Oktober 2021 zum HFV-Ehrenpräsidenten ernannt.<ref>Carsten Byernetzki: Dirk Fischer – Eine Ära geht zu Ende. In: www.hfv.de. Hamburger Fußball-Verband e. V. (HFV), 30. Oktober 2021, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>

Auszeichnungen

Frühere Mitgliedschaften

Die Funktion als Mitglied des Kuratoriums der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung (Memento vom 28. Oktober 2021 im Internet Archive)</ref> war im Dezember 2025 nicht mehr gegeben.<ref>Kuratoriumsmitglieder. In: Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref>

Fischer war auch Mitglied des Kuratoriums der Egidius-Braun-Stiftung,<ref>Gremien der DFB-Stiftung Egidius Braun. Abgerufen am 5. September 2023.</ref> was Ende des Jahres 2025 ebenfalls nicht mehr der Fall war.<ref>Kuratorium. In: Gremien der DFB-Stiftung Egidius Braun. Deutscher Fußballbund, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Dirk Fischer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Franz Beyrich (Oktober 1945–November 1945) | Johannes Speckbötel (1945) | Otto Wilhelm Wendt (1945–1946) | Max Ketels (1946–1948) | Hugo Scharnberg (1948–1954) | Josef von Fisenne (1954–1956) | Hugo Scharnberg (1956–1958) | Erik Blumenfeld (1958–1968) | Dietrich Rollmann (1968–1973) | Jürgen Echternach (1974–1992) | Dirk Fischer (1992–2007) | Michael Freytag (2007–2010) | Frank Schira (2010–2011) | Marcus Weinberg (2011–2015) | Roland Heintze (2015–2020) | Christoph Ploß (2020–2023) | Dennis Thering (seit 2023)

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