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Matthias Berninger

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Datei:Matthias Berninger.jpg
Matthias Berninger, 2004

Matthias Berninger (* 31. Januar 1971 in Kassel)<ref name=":0">Matthias Berninger im Munzinger-Archiv, abgerufen am 28. März 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> ist ein ehemaliger deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 2001 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und von 2003 bis 2007 Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Hessen. Seit 2007 arbeitete er als Lobbyist für den US-amerikanischen Nahrungsmittel- und Süßwarenkonzern Mars Incorporated und seit 2019 ist er Leiter des Bereichs „Öffentlichkeit und Nachhaltigkeit“ der Bayer AG.

Schule und Studium

Nach dem Abitur 1990 am Goethe-Gymnasium in Kassel begann Berninger ein Studium der Chemie und der Politologie an der Gesamthochschule Kassel, welches er 1994 mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien beendete.<ref name=":0" />

Politische Karriere

Seit 1990 ist er Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Von 1993 bis 1997 war er Mitglied im Gemeinderat von Ahnatal und von 1993 bis 1994 außerdem im Kreistag des Landkreises Kassel.<ref>Deutscher Bundestag: Berninger, Matthias. In: webarchiv.bundestag.de. Abgerufen am 28. März 2023.</ref> Von 2003 bis 2007 war Berninger Sprecher des Grünen-Landesvorstandes von Hessen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Lockruf des Schokoriegels. (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) hr-online.de</ref>

Nach der Bundestagswahl 1994 wurde Berninger im Alter von 23 Jahren als bis dahin jüngster Abgeordneter Mitglied des Deutschen Bundestages.<ref>Lobbyist und Ex-Politiker Matthias Berninger – Ist Landwirtschaft ohne Gentechnik nicht zukunftsfest? In: deutschlandfunkkultur.de. 17. Juli 2021, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Hier war er von 1997 bis 2001 hochschulpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Berninger ist stets über die Landesliste Hessen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Seine Kandidaturen um das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Kassel blieben hingegen erfolglos.

Am 23. Januar 2001 wurde Berninger als Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Renate Künast in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung berufen.<ref>Umstrittener Wechsel: Ex-Grünen-Politiker aus Kassel wird Lobbyist für Bayer. In: hna.de. 2019-01-09, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Mit 29 Jahren war er der jüngste je berufene parlamentarische Staatssekretär.<ref name="Fischers Zögling" />

Nach der Bundestagswahl 2005 schied er am 22. November 2005 aus dem Amt des parlamentarischen Staatssekretärs. Am 27. September 2005 kandidierte er für den Posten des parlamentarischen Geschäftsführers, unterlag jedoch Volker Beck im ersten Wahlgang mit 17 zu 34 Stimmen. Berninger war von 2005 bis 2007 wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Seine politische Laufbahn beendete Berninger im Februar 2007, indem er auf sein Mandat verzichtete.<ref>13 Jahre saß er für die Grünen im Bundestag – jetzt ist er Glyphosat-Lobbyist bei Bayer. In: stern.de. 8. Januar 2019, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Für ihn rückte Nicole Maisch in den Bundestag nach.<ref>NICOLE MAISCH. In: boell.de. 12. März 2009, abgerufen am 28. März 2023.</ref>

Berninger galt als Realo und als Zögling Joschka Fischers.<ref name="Fischers Zögling">Matthias Berninger: Fischers Zögling war immer der Jüngste. In: Die Welt, 18. Januar 2001.</ref> Er war Mitglied der sogenannten Pizza-Connection, eines Gesprächskreises zwischen einigen jungen Abgeordneten der CDU und Bündnis 90/Die Grünen, der als Wegbereiter schwarz-grüner Koalitionen galt.<ref>Pizza-Connection Die schwarz-grüne Geburtsrunde. Spiegel Online, 17. März 2008; abgerufen am 14. Juni 2012</ref> Er stand in ständigem Kontakt unter anderem zu dem damaligen Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder und zu dem FDP-Politiker und späteren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.<ref>Grüne entdecken FDP. In: Zeit Online, 10. Juli 2006.</ref> Ebenso galt er als wirtschaftsliberaler Vertreter der New Economy.<ref name="Fischers Zögling" />

Privatwirtschaft

2007 wechselte Berninger als Lobbyist nach Brüssel zum US-Nahrungsmittel- und Süßwarenkonzern Mars Incorporated als „Director Corporate Health and Nutrition“, um dessen Image in Europa zu verbessern.<ref>Karrieren: Warum ein grüner Ernährungsexperte zu Mars wechselt. In: Welt. 13. Dezember 2006, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Im August 2008 wurde er zum „Global Head of Public Policy“ des Konzerns befördert und war weltweit für „Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit“ zuständig.<ref>Matthias Berninger. Grüner Ex-Staatssekretär wird Mars-Manager. Handelsblatt, 13. Dezember 2006.</ref><ref>Grüne in der Wirtschaft. Augen zu und durch. Handelsblatt, 12. Juni 2008.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. mars.com</ref>

Am 1. Januar 2019 wechselte Berninger als Leiter des neu geschaffenen Bereichs „Öffentlichkeit und Nachhaltigkeit“ zur Bayer AG, nachdem der Konzern den US-Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto für die Rekordsumme von 60 Milliarden Euro (63 Milliarden Dollar) erworben hatte – die teuerste Übernahme, die sich ein deutscher Konzern je geleistet hat.<ref>Monsanto-Übernahme: Die Chronik eines Desasters, Süddeutsche Zeitung, 14. Mai 2019</ref><ref name="welt2019">Daniel Wetzel: Bayer: Grüner wird Chef-Lobbyist für Glyphosat. In: Welt Online. 7. Januar 2019, abgerufen am 8. Januar 2019.</ref> Damit muss sich Berninger als Cheflobbyist<ref>Heike Jahberg: Interview mit Matthias Berninger, Bayer-Cheflobbyist: „Wir steuern auf die größte Hungersnot der Menschheitsgeschichte zu“. In: Der Tagesspiegel. 3. Mai 2022, abgerufen am 9. Juli 2024.</ref> auch mit Fragen zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen, und gegen dessen Einsatz insbesondere die Grünen in Deutschland versuchten vorzugehen, und der Klageflut in den USA auseinandersetzen.<ref>Ex-Grünen-Politiker ist jetzt Cheflobbyist für Glyphosat. In: Focus Online. Abgerufen am 6. November 2019.</ref><ref name="welt2019" /> Hierzu nahm er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel Stellung.<ref>„Das ist unsere Schatztruhe“. In: Der Spiegel. Nr. 27, 2019 (online – Gespräch u. a. mit SPIEGEL-Redakteurin Michaela Schießl).</ref>

Film

Kabinette

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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