Daniel Joseph Mayer von Mayern
Daniel Joseph Mayer von Mayern ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), * 16. Januar 1656 in Wartenberg, Leitmeritzer Kreis, Böhmen; † 10. April 1733) war Erzbischof von Prag.
Werdegang
Als Sohn eines Metzgers wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf.<ref>Ernst Nittner: Tausend Jahre Bistum Prag, 973-1973: Beitr. z. Millennium. Ackermann-Gemeinde, 1974, S. 490.</ref> Nach dem Besuch der Schule in Gitschin studierte er als Alumne des Bartholomäus-Konvikts Theologie in Prag, die er 1678 mit dem theologischen Baccalaureat abschloss. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht und wirkte anschließend als Seelsorger in Frühbuß im Erzgebirge, wo er durch Missionen etwa 500 Protestanten bekehrt haben soll.<ref>Alfred Eckert: Die deutschen evangelischen Pfarrer der Reformationszeit in Westböhmen: A-G. Johannes-Mathesius-Verlag, 1974.</ref> 1684 wurde er Pfarrer von Lichtenstadt. Nachdem er 1693 zum Prager Domherrn gewählt worden war, wurde er deutscher Prediger am Veitsdom, 1694 Bibliothekar und 1701 Dompropst und erwarb in dieser Position drei Güter zur Verbesserung der Dotation der Propstei. Dem Domkapitel stiftete er, zusammen mit dem Archidiakon Johann Wenzel Martini, ein Kollegium von sechs Chorpriestern. Unter den Erzbischöfen Johann Joseph von Breuner und Franz Ferdinand von Kuenburg amtierte er als deren Generalvikar. 1700 berief ihn Kaiser Karl VI. zum Verwalter der königlichen Landesfinanzen, ernannte ihn später zum Kaiserlichen Rat und erhob ihn in den Adelsstand. Am 17. April 1711 wurde Mayer von Mayern zum Titularbischof von Tiberias sowie Weihbischof in Prag ernannt und am 9. Oktober 1712 durch den Königgrätzer Bischof Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz geweiht.
In der Zeit der Sedisvakanz 1710–1712 und nach dem Tod der Erzbischofs von Kuenburg leitete er die Erzdiözese als Kapitularvikar. Wohl deshalb nominierte ihn der Kaiser zu dessen Nachfolger. Der Päpstlichen Approbation vom 7. Mai 1732 folgte die Inthronisation des bereits 76-Jährigen. In seiner Amtszeit, die nur sieben Monate dauerte, veranlasste er, dass sich die Eremiten einer Bruderschaft anschließen mussten, die der Aufsicht eines erzbischöflichen Visitators unterstand. Sein Vermögen bestimmte er für die Verehrung der böhmischen Landespatrone im Veitsdom und errichtete zudem eine Stiftung, die drei Knaben aus seiner Verwandtschaft ein Studium ermöglichen sollte.<ref>Josef Anton von Riegger: Studentenstiftungen in Böhmen. In der von Schönfeldschen Handlung, 1787, S. 86.</ref> 1732 bestätigte er neue Regeln der Einsiedler in Böhmen.<ref>Anton Frind: Die Geschichte der Bischöfe und Erzbischöfe von Prag. Selbstverl. d. Verf. in Komm. d. k.k. Universitätsbuchhandlung, 1873, S. 242.</ref> Am 28. November 1730 gründete sich die Bruderschaft des Ordens der Heiligen Dreifaltigkeit, die am 24. Mai 1732 von Mayer von Mayern die Verwaltung der Wallfahrtskapelle in Engelhaus anvertraut wurde. Zeitlebens blieb er mit seiner Heimatstadt verbunden. Einer Legende nach führte er als Erzbischof den Kartoffelbau ein, damit die lokale Bevölkerung nicht verhungert. Er starb im April 1733 im Alter von 77 Jahren und wurde im Veitsdom auf der Prager Burg bestattet.
Literatur
- Kurt Augustinus Huber: Art. Mayer von Mayern. In: Erwin Gatz: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1648―1803. Duncker und Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-06763-0, S. 302–303.
- Hermann Brandl: Sagen und geschichtliche Mitteilungen aus dem westlichen Erzgebirge für die Jugend. Verlag Gustav Rühle, Graslitz 1927.
Weblinks
Einzelnachweise
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Anton Brus von Müglitz | Martin Medek von Müglitz | Zbynko Berka von Duba und Leipa | Karl Freiherr von Lamberg | Johann Lohelius | Ernst Adalbert Graf von Harrach zu Rohrau | Johann Wilhelm Libštejnský von Kolowrat | Matthäus Ferdinand Sobek von Bilenberg | Johann Friedrich von Waldstein | Johann Joseph Graf Breuner von Asparn | Franz Ferdinand von Kuenburg | Daniel Joseph Mayer von Mayern | Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz (starb vor der päpstlichen Bestätigung) | Johann Moritz Gustav von Manderscheid-Blankenheim | Anton Peter Graf Příchowský von Příchowitz | Wilhelm Florentin von Salm-Salm | Wenzel Leopold Chlumčanský von Přestavlk | Alois Josef Graf Krakovský von Kolowrat | Andreas Alois Ankwicz von Skarbek-Poslawice | Alois Joseph Schrenck von Notzing | Friedrich Joseph Fürst von Schwarzenberg | Franz de Paula Graf von Schönborn | Leo Skrbenský von Hříště | Paul Huyn | František Kordač | Karel Kašpar Boromejský | Vakanz 1941–1946 | Josef Beran | Vakanz 1969–1977 | František Tomášek | Miloslav Vlk | Dominik Duka | Jan Graubner | Stanislav Přibyl
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Franz Ferdinand von Kuenburg | Erzbischof von Prag 1732–1733 | Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mayer von Mayern, Daniel Joseph |
| ALTERNATIVNAMEN | Mayer Edler von Mayern, Daniel Joseph; Mayer z Mayernu, Daniel Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | Erzbischof von Prag |
| GEBURTSDATUM | 16. Januar 1656 |
| GEBURTSORT | Wartenberg |
| STERBEDATUM | 10. April 1733 |