Zum Inhalt springen

Extra 300

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. August 2025 um 17:48 Uhr durch imported>Adtonko (Archivlink geprüft).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Extra 300
Extra 300
Typ Sport- und Kunstflugzeug
Entwurfsland
Hersteller Extra Aircraft
Erstflug 6. Mai 1988
Indienststellung 1991
Datei:D-EXIR (8648997130).jpg
Extra 300L

Die Extra 300 ist ein Sport- und Kunstflugzeug. Es wurde vom ehemaligen Kunstflugpiloten Walter Extra als Hochleistungsflugzeug für den Wettbewerbskunstflug entwickelt und ist eines der wenigen Flugzeuge, die heute in der Kunstflugkategorie Unlimited konkurrenzfähig sind. Gebaut wird es von der Extra Flugzeugproduktions- und Vertriebs GmbH am Verkehrslandeplatz Dinslaken/Schwarze Heide in Hünxe.

Geschichte

Die Extra 300 wurde 1988 vorgestellt und wird seitdem in vielen verschiedenen Ausführungen hergestellt. Der Hauptunterschied zu ihren Vorgängern Extra 230 bzw. Extra 260 sind die aus Faserverbundwerkstoffen statt aus Holz gebauten Tragflächen und der stärkere Lycoming-AEIO-540-Motor. Der Erstflug der Maschine mit dem Kennzeichen D-EAEW mit Walter Extra an Bord war am 6. Mai 1988 und Anfang 1991 erhielt die Maschine ihre Musterzulassung.<ref>Von Acrostar bis Xtreme – Die deutschen Kunstflugzeuge ab 1955. In: FliegerRevue. Januar 2010, S. 56–59.</ref> Die ursprüngliche Version Extra 300 ist ein zweisitziger Mitteldecker mit symmetrischem Flächenprofil und null Grad Einstellwinkel. Durch das symmetrische Flügelprofil zeigt das Flugzeug sowohl in Normal- als auch in Rückenlage neutrales Flugverhalten.

Im Jahr 2012 dienten die zwei Extras der Flying Bulls als Schleppmaschinen für den Stunt «Akte Blanix 3»<ref>Wing suit team and acrobatic gliders stunt flying - Akte Blanix 3. Abgerufen am 15. September 2019.</ref>.

Die Extra 330LE (Luftfahrzeugkennzeichen D-EPWR) ist eine von Siemens mit einem elektrischen Antrieb (Masse etwa 50 kg bei einer Leistung von 260 kW) ausgerüstete Variante, die am 4. Juli 2016 auf dem Flugplatz Dinslaken/Schwarze Heide bei Bottrop-Kirchhellen zu ihrem Erstflug startete. Damit flog zum ersten Mal ein nach der Bauvorschrift CS-23 ausgelegtes Flugzeug mit einem rein elektrischen Antrieb. Das Antriebssystem entwickelte Siemens mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Deutschen Luftfahrtforschungsprogramms LuFo. Die Extra 330LE entstand in Zusammenarbeit von Siemens, Extra Aircraft, MT-Propeller und der slowenischen Pipistrel (Batterie).<ref>Weltrekord-Elektromotor absolviert Erstflug. Siemens AG, 4. Juli 2016, abgerufen am 4. Juni 2016.</ref>

Varianten

300S

Datei:Extra EA-300S AN0992634.jpg
Extra 300S
  • Einsitzige Ausführung mit kürzerer Spannweite, Erstflug am 5. März 1992

300SC

  • Eine weiter auf Kunstflug optimierte Variante

330SC

  • Variante der 300SC mit 242 kW starkem Textron-Lycoming AEIO-580-EXP. Seit 2008.

300SR

Für das Red-Bull-Air-Race entwickelte Version mit angepasstem asymmetrischen Flügelprofil mit erhöhtem Auftrieb und dadurch einem engeren Kurvenradius.

300L / LP / LC

Datei:Mg-extra300l-3.JPG
Stahlrohrbauweise
Datei:Extra 330LC (6879535356).jpg

300/L

  • Variante der 300L mit 242 kW (329 PS) starkem Textron-Lycoming AEIO-580-EXP. Seit 2008.

200

  • Ab 1996 vorgestellte Version mit 147 kW (200 PS) starkem Motor.<ref>Information Manual Extra 200. (PDF; 1,5 MB) EXTRA Flugzeugproduktions- und Vertriebs-GmbH, abgerufen am 2. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nutzer

Datei:Royal Jordanian Falcons OTT2011.jpg
Royal Jordanian Falcons

Mit den Extra 300 fliegen Sportpiloten und Kunstflugstaffeln.

Flugunfälle

Datei:Extra 300L OTT.jpg
Klaus Lenhart im Schleppeinsatz für ein Segelflugzeug, September 2011

Der deutsche Unternehmer Klaus Lenhart starb am 30. April 2012 beim Absturz seiner Extra 300L D-EWKL.<ref>In Memoriam…Klaus Lenhart. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Mai 2012; abgerufen am 1. Mai 2012.</ref>

Technische Daten

Kenngröße Extra 300 Extra 300L Extra 300/LC<ref>Type-Certificate EASA.A.362. (PDF; 100 kB) Ausgabe 7. In: easa.europa.eu. EASA, 8. September 2013, S. 49, abgerufen am 21. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Länge 6,65 m 6,94 m 7,20 m
Spannweite 7,50 m 7,70 m 8,0 m
Höhe 2,62 m
Flügelfläche 10,45 m² 10,70 m² 10,72 m²
Flügelstreckung 5,4 5,5 6,0
Leermasse 653 kg 672 kg 738 kg
max. Startmasse 920 kg 950 kg
Höchstgeschwindigkeit 407 km/h 424 km/h 219 kn (ca. 410 km/h)
Reisegeschwindigkeit 314 km/h 138 kn (ca. 260 km/h)
Mindestgeschwindigkeit 118 km/h
Steigleistung 16 m/s
Gipfelhöhe 4875 m 10.000 ft (ca. 3.050 m)
Treibstoffmenge Rumpftank 51 l, Tragflächentanks 2 × 60 l<ref>Pilots operating handbook Extra 300L</ref> 221 l
Reichweite 850 km 768 km
min. Startstrecke 112 m
Rollrate 380°/s
Lastvielfache ±10g
Triebwerk ein Lycoming AEIO-540-L ein Lycoming AEIO-540 ein Lycoming AEIO-580-B1A
Leistung 224 kW (305 PS) mit Schmauch-Auspuffrohr 224 kW 235 kW
Propeller Mühlbauer-Verstellpropeller, Durchmesser 2 m, Holz/Edelstahl, verstärkte Ränder
(300S: 3- oder 4-Blatt-Propeller)
3-Blatt-Verstellpropeller MTV 9-B-C/C 200-15, Verbundbauweise 3-Blatt-Verstellpropeller MTV-9-B-C/C198-25 oder
4-Blatt MTV-14-B-C/C190-130

Die Daten können je nach Modell und Ausrüstung abweichen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />


Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende