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Werner Issel war ein Sohn des Baugewerkschullehrers und Lehrbuchautoren Hans Issel und dessen Ehefrau. Hans Issel unterrichtete von 1892 bis 1898 an der Baugewerkschule Idstein. Während dieser Zeit ging sein Sohn in Idstein zur Schule. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Issel erneut einige Zeit in Idstein. Zeitweise spielte er mit dem Gedanken, sich in dieser Stadt, die er immer als seine eigentliche Heimatstadt ansah, dauerhaft niederzulassen.<ref>Christel Lentz: Der Architekt Werner Issel (1884–1974) in Idstein. In: Nassauische Annalen, Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Band119. Verlag des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 2008, S.491ff.</ref>
Beruf
Issel wird zu den bedeutendsten Architekten des Industriebaus im 20. Jahrhundert gezählt. Von 1906 bis 1966 entwarf er Industrie- und Kraftwerksbauten für sich rasant wandelnde technische Anforderungen. Er begann seine Berufslaufbahn 1906 bei der Bauabteilung der AEG in Berlin. Seit 1915 führte er mit Walter Klingenberg, dem Bruder des AEG-Kraftwerks-Ingenieurs Georg Klingenberg, ein Planungsbüro in Berlin, das er später allein leitete. In den 1920er und 1930er Jahren realisierte er zahlreiche Kraftwerksbauten. Nach 1945 verlegte er sein Planungsbüro zunächst nach Wiesbaden und später nach Bad Sachsa. Er plante weitere Kraftwerke und Industrieanlagen, vor allem Chemiefabriken.
1909–1910: Kraftwerk Heegermühle der Märkisches Elektrizitätswerk AG am Finowkanal bei Eberswalde, Wolfswinkeler Straße (1991 stillgelegt, unter Denkmalschutz, 2006 teilweise abgerissen)
1914–1917: Steinkohle-Kraftwerk „Gersteinwerk“ der Elektrizitätswerk Westfalen AG (EWW) bei Werne an der Lippe
1915–1917: Großkraftwerk Golpa-Zschornewitz der Elektrowerke AG (EWAG) in Zschornewitz bei Golpa (Kreis Bitterfeld) (damals größtes Braunkohlekraftwerk der Welt, später mehrfach erweitert)
vor 1918: verschiedene Transformatorenstationen, u. a. für die Überlandzentrale Neumark AG, die Thüringer Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft AG und das Elektrizitätswerk Obererzgebirge<ref name="BAW" />
1920–1926: Neue Kolonie in Zschornewitz<ref>Günther Schönfelder (Hrsg.): Bitterfeld und das untere Muldetal. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme. 2. Auflage. Böhlau, Köln 2009, ISBN 978-3-412-03803-8 (= Landschaften in Deutschland, Band 66).</ref>
1922: Umspannwerk „Zille“ (später gen. „Gleichrichterwerk Charlottenburg“ oder Umspannwerk „Knie“) der BEWAG in Berlin-Charlottenburg, Zauritzweg 13–17 (teilweise erhalten und unter Denkmalschutz)
1922–1923: Wohnhaus für Georg Klingenberg in Berlin-Westend, Alemannenallee 6
1928: Wohnsiedlung „Helma-Steinbach-Siedlung“ für die Beschäftigten des Kraftwerks Schulau bei Wedel
1927–1928: Dieselkraftwerk in Cottbus, auf der Spreeinsel, heute Kunstmuseum
1927–1928: Kraftwerk und SchwelwerkWeißandt-Gölzau der Kohlenveredelung und Schwelwerke AG (zum AEG-Konzern gehörig, Abriss 1995/2007)<ref>Kulturregion Anhalt & Bitterfeld e. V. (Hrsg.), Marcus Michel: Mobilität-Land-Kohle. Spurensuche im Städtedreieck Dessau-Köthen-Bitterfeld. Weißandt-Gölzau 2015, ISBN 978-3-940380-10-4, S. 214–237.</ref>
1935–1938: Benzingewinnungsanlagen für die BRABAG in Schwarzheide und Zeitz<ref>Ernst Baum. In: Chemiker-Zeitung / Chemische Apparatur, 1959, Band 83, S. 490 Alfred Hüthig Verlag, Heidelberg.</ref>
1954–1955: HeizkraftwerkMünchen-Müllerstraße<ref>Der Baumeister, Jahrgang 1956, Heft 12.</ref><ref>Anita Kuisle: Kraftwerk, Schule, Lazarett. Eine Geschichte des Gärtnerplatzviertels. Verlag Franz Schiermeier, München 2010, ISBN 978-3-9813190-8-8, S. 41–80.</ref>
Anita Kuisle: Kraftwerk, Schule, Lazarett. Eine Geschichte des Gärtnerplatzviertels. Verlag Franz Schiermeier, München 2010, ISBN 978-3-9813190-8-8, S. 48 f.
Rolf Schultze, Joachim Goericke: Werner Issel. Auf den Internetseiten Dessau – Die grüne Stadt an Mude und Elbe. Rubrik Die alten Dessauer, publiziert am 6. November 2012; abgerufen am 21. Mai 2017