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Sulpizianer

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Datei:SulpiciensPSS.jpg
Emblem der Sulpizianer gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Die Kongregation der Sulpizianer ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Ordenskürzel PSS) ist eine römisch-katholische Gesellschaft apostolischen Lebens mit Sitz in Paris.

Geschichte

Die Gesellschaft wurde 1642 von Jean-Jacques Olier, dem katholischen Pfarrer von Saint-Sulpice de Paris, zum Zweck der Erziehung von Geistlichen in Seminaren als Weltpriesterkongregation gegründet. Sie ist benannt nach dem Patron der Kirche, Sulpicius II. von Bourges. 1642 wurde das Priesterseminar St. Sulpice in Paris gegründet. 1657 wurden Sulpizianer nach Ville-Marie (das spätere Montreal), Kanada, entsendet. Am 10. August 1664 wurde das Werk von Papst Alexander VII. bestätigt.

Bis 1789 entstanden in Frankreich 34 weitere Seminare. Acht Sulpizianer wurden während der Französischen Revolution hingerichtet. 1811 löste Napoléon Bonaparte die Sulpizianer auf, 1814 erfolgte die Neugründung. Die Kongregation unterhält Seminare in Kanada (seit 1657), in den USA (seit 1792) sowie anderen Ländern mit katholischer Bevölkerung.

Theologisch haben die Sulpizianer unter dem Einfluss der französischen Spiritualität des 17. Jahrhunderts (École française de spiritualité) die Verehrung der Eucharistie, die Hochachtung des Priestertums und die Marienverehrung gepflegt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts galt das Seminar Saint-Sulpice in Paris als hervorragendstes Priesterseminar in Frankreich.

Die Sulpizianer leben nach den Konstitutionen (Regeln), die von den Päpsten Benedikt XV. und Pius XI. 1921 bzw. 1931 genehmigt wurden. Die Gemeinschaft versteht sich als Gesellschaft von Diözesanpriestern<ref name="Trad">Sulpician Tradition. Seminarwebsite, abgerufen im März 2026.</ref> und nimmt nur Männer auf, die bereits Priester sind, wobei Seminaristen diözesaner Priesterseminare bereits im Vorfeld ihrer Weihe einen Anwärter-Status erwerben können, der dem Status der Seminaristen ordenseigener Seminare entspricht. Die Priester der Gesellschaft bleiben in ihren Herkunftsdiözesen inkardiniert.<ref name="Trad" /> An der Spitze der Gesellschaft steht ein für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählter Generalsuperior, dem vier Konsultoren beigegeben sind. 1964 zählte die Gesellschaft 660 Priester, was sich bis 2004 auf 330 Priester halbierte. 20 Jahre später hatte die Gemeinschaft nur noch 196 priesterliche Vollmitglieder (2024). Bekanntestes Mitglied ist der einflussreiche kanadische Kurienkardinal Marc Ouellet, aber auch andere Bischöfe gehören der Gesellschaft an, so etwa der aus dem Luthertum konvertierte Norweger Fredrik Hansen, der 2025 Bischof von Oslo wurde. Aktueller Generalsuperior ist der Kanadier Shayne Craig (bis 2026). Sitz des Generalsuperiors und seiner Kurie ist nicht Rom, sondern Paris.<ref name="Trad" />

Generalsuperiore

Generalsuperiore waren bzw. sind:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />En 370 ans, 27 supérieurs généraux seulement ! (Memento vom 30. August 2018 im Internet Archive), abgerufen am 20. Januar 2023.</ref>

  1. Jean-Jacques Olier (1642–1657)
  2. Alexandre Le Ragois de Bretonvilliers (1657–1676)
  3. Louis Tronson (1676–1700)
  4. François Leschassier (1700–1725)
  5. Charles Maurice Le Peletier (1725–1731)
  6. Jean Cousturier (1731–1770)
  7. Claude Bourachot (1770–1777)
  8. Pierre Le Gallic (1777–1782)
  9. Jacques-André Émery (1782–1811)
  10. Antoine du Pouget Duclaux (1814–1826)
  11. Antoine Garnier (1826–1845)
  12. Louis de Courson (1845–1850)
  13. Joseph Carriere (1850–1864)
  14. Michel Caval (1864–1875)
  15. Henri-Joseph Icard (1875–1893)
  16. Arthur Captier (1894–1901)
  17. Jules-Joseph Lebas (1901–1904)
  18. Pierre-Henri Garriguet (1904–1929)
  19. Jean Verdier (1929–1940)
  20. Pierre Boisard (1945–1952)
  21. Pierre Girard (1952–1966)
  22. Jean-Baptiste Brunon (1966–1972)
  23. Constant Bouchaud (1972–1984)
  24. Raymond Deville (1984–1996)
  25. Lawrence B. Terrien (1996–2008)
  26. Ronald D. Witherup (2008–)
  27. Shayne Craig (seit 2020)

Bekannte Mitglieder

Literatur

  • I. Noye: Sulpizianer, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 9, Freiburg 1964, Sp. 1162.
  • Henry Joly: La compagnie de Saint-Sulpice Paris: Bloud et Gay 1914.
  • Philippe Molac: Histoire d’un dynamisme apostolique: la compagnie des prêtres de Saint-Sulpice. Cerf, Paris 2008. ISBN 978-2-204-08713-1

Siehe auch

Weblinks

Commons: Sulpizianer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />

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