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Verdammnis

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Datei:Fra Angelico - Last Judgement (detail) - WGA00472.jpg
Die Verdammten in der Hölle, Detail des Jüngsten Gerichts von Beato Angelico, um 1431

Verdammnis (althochdeutsch firdammon; von lat. damnare, „büßen lassen“, „verurteilen“, „verwerfen“; zu lat. damnum „Buße“, „Verlust“, „Schaden“), auch in der Erweiterung ewige Verdammnis, bedeutet das Verworfensein vor Gott und die Verurteilung zur Pein einer Höllenstrafe aufgrund begangener Taten. Von jemandem, der sprichwörtlich „der Verdammnis anheimgefallen“ ist, wird angenommen, dass er entweder in der Hölle sei, sich nicht im Stand der Gnade befände oder von Gott verworfen worden sei.

Monotheistische Religionen

Christentum

Im Christentum wird die Existenz einer Hölle gelehrt. Dabei gilt die Hölle als Ort ewiger Verdammnis, an den die Seelen jener, die aus freiem Entschluss in Todsünde sterben, nach dem Partikulargericht gelangen.<ref>Benedictus XVI: Die Hölle. In: Katechismus der Katholischen Kirche. Libreria Editrice Vaticana, 8. Oktober 2007, abgerufen am 14. April 2025.</ref> Die Strafe wird im letzten Gericht vervollständigt, „denn nach ihm werden die Gottlosen an Leib und Seele zugleich gepeinigt“.<ref>Thomas von Aquin, Summa theologica, q. 88</ref> Die Hölle steht im Gegensatz zu einem Ort absoluter Glückseligkeit (Paradies, ewiges Leben, Himmel). Das Purgatorium (Fegefeuer) als Ort der abschließenden Läuterung der Seele ist von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden.<ref>Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung: Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie. 17. Dezember 2001, S. 184 (online; PDF; 530 kB).</ref> Allerdings gibt es im Christentum seit der Alten Kirche (z. B. bei Origenes und Gregor von Nyssa) auch die Auffassung, dass eine ewige Verdammnis dem universalen Heilswillen und der Liebe Gottes widerspricht. Diese Lehre wird oft als Apokatastasis panton, als „Wiederbringung aller“ oder „Allversöhnung“ bezeichnet. Auch in der Neuzeit wird sie häufig vertreten, u. a. in Teilen des Pietismus, von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Karl Barth und Jürgen Moltmann.

Judentum

Im Judentum wird die Vorstellung von der Hölle in den apokryphen Schriften greifbar, so beispielsweise im Buch Henoch (entstanden zwischen 130 und 68 v. Chr.). In den 13 Glaubensartikeln des bedeutenden jüdischen Gelehrten Moses Maimonides um 1180 findet sich auch die Vorstellung einer Vernichtung der Seelen der Verdammten.<ref name="perek-helek-c">Maimonides’ Introduction to Perek Helek, hrsg. u. übers. v. Maimonides Heritage Center, S. 22–23.</ref>

Islam

Im Islam existiert ebenfalls die Vorstellung einer ewigen Verdammnis der Ungerechten in der Hölle, welche Dschahannam genannt wird.

Weitere Religionen

Altes Ägypten

Im alten Ägypten gab es spätestens seit dem Neuen Reich den Glauben an die Vernichtungsstätte Hetemit, wo die Verstorbenen, die sich nicht rechtfertigen konnten, von der Göttin Ammitt, einem Mischwesen aus Krokodil, Löwe und Nilpferd, gerichtet und in die Dunkelheit verstoßen werden.

Hinduismus

Innerhalb des Hinduismus vertritt Madhva, als einziger Hindu-Philosoph, die Ansicht einer ewigen Verdammnis der vollkommen Ungerechten in einer als Andhatamas („blinde Finsternis“) bezeichneten Hölle.<ref name="glasenapp">Helmuth von Glasenapp: Der Hinduismus. Religion und Gesellschaft im heutigen Indien. Hildesheim 1978, S. 248.</ref> In manchen anderen Religionen besteht diesbezüglich allerdings, auch bei einigen christlichen Gruppierungen, die annihilationstische Vorstellung einer Vernichtung der Seele.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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