Fohorem
| Verwaltungsamt Fohorem | ||
| Luftaufnahme von Dato Rua | ||
| Verwaltungssitz | Fohoren | |
| Fläche | 131,45 km²<ref name="Cen2015">statistics.gov.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />2015 Statistics Timor-Leste ( vom 17. Oktober 2020 im Internet Archive) (englisch)</ref> | |
| Einwohnerzahl | 4.583 (2022)<ref name="Cen2022">Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.</ref> | |
| Sucos | Einwohner (2022) <ref name="Cen2022" /> | |
| Dato Rua | 963 | |
| Dato Tolu | 1.293 | |
| Fohoren | 1.345 | |
| Lactos | 982 | |
| Übersichtskarte | ||
Fohorem (Fohorém, Fuorém, Fohoren) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in der Gemeinde Cova Lima. Verwaltungssitz ist Fohoren.<ref name="Verwaltungsamt">Jornal da República: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Geographie
Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Fohorem eine Fläche von 132,80 km².<ref name="Wall">mof.gov.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />2010 Timor-Leste Population and Housing Census ( vom 12. August 2011 im Internet Archive; PDF; 2,55 MB, englisch)</ref> Nun sind es 131,46 km².<ref name="Cen2015" />
Fohorem liegt im Westen Cova Limas. Nordöstlich liegt der Verwaltungsamt Fatululic, östlich Maucatar, südöstlich Suai, südlich Tilomar und westlich Fatumean. Im Norden grenzt Fohorem an das indonesische Westtimor.
Das Verwaltungsamt teilt sich in vier Sucos: Dato Rua, Dato Tolu, Fohoren und Lactos.
- Klimadaten
-
Jährliche Niederschlagsmenge (2000)<ref name="SoL">Seeds of Life</ref>
-
Jahresdurchschnitts-temperatur (2000)<ref name="SoL" />
Einwohner
In Fohorem leben 4.583 Menschen (2022), davon sind 2.317 Männer und 2.266 Frauen. Im Verwaltungsamt gibt es 1.084 Haushalte.<ref name="Cen2022" /> Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Tetum Terik, eines Dialekts der Amtssprache Tetum. Eine große Minderheit spricht die Nationalsprache Bunak. Auffällig ist im Verwaltungsamt der hohe Anteil von Müttern im Teenageralter. Pro Jahr kommt es zu 108,3 Lebendgeburten pro 1000 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Dies ist landesweit der dritthöchste Wert (Landesdurchschnitt: 59,2) und liegt sogar knapp über dem weltweiten Höchstwert von El Salvador von 108 Geburten. Der Altersdurchschnitt beträgt 19,4 Jahre (2010,<ref name="Wall" /> 2004: 18,4 Jahre<ref name="CPH"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 ( vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF-Datei; 13,31 MB)</ref>).
Geschichte
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Fohorem war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.<ref>no.sapo.pt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Um pouco de história ( vom 13. November 2001 im Internet Archive) (portugiesisch)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR ( vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)</ref>
Nach mündlichen Überlieferungen hatte Fohorem Nutetu durch Diplomatie, Heiratspolitik und Eroberungszüge gegen andere Reiche sich die Oberhoheit in der Region gesichert. In Dato Tolu findet sich ein altes Schwert, dass in einem Stein steckt. Es soll von den Ahnen stammen. Weitere fünf auffällige Steine finden sich dort in einem Betelnusshain. Sie sollen mit den fünf Königstöchtern im Zusammenhang stehen, die nach einer alten Legende Camenaça, Suai, Maucatar, Taroman und Fohorem unter der Oberhoheit ihres Vaters regierten. Hiervon soll sich der Name ableiten. „Koba“ (von dem sich „Kova“ ableitet) ist ein Korb für rituelle Zeremonien und „lima“, das Wort für „fünf“.<ref name="Covalima">estatal.gov.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />District Profile Covalima ( vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive; PDF; 2,24 MB, englisch)</ref>
Gouverneur José Celestino da Silva führte im März 1895 eine Offensive gegen Fohorem und weitere benachbarte Reiche um sie endgültig für Portugal zu unterwerfen.<ref name="HoT">UTL: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />History of Timor ( vom 24. März 2009 im Internet Archive; PDF; 805 KB, englisch)</ref> Fohoren wurde das administrative Zentrum der Portugiesen in der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Fohoren Teil des Kreises (conselho) Fronteira, dessen Hauptort Bobonaro war. 1961 wurde Cova Lima ein eigenständiger Kreis mit Suai als Hauptstadt.<ref name="Covalima" />
Liurai Faic wollte die japanische Invasion zu seinem Vorteil zu nutzen. Er und seine Unterstützer hatten sich den Japanern im westtimoresischen Atambua angedient und versuchte im April 1942 die portugiesische Herrschaft in Fohorem zu eliminieren. Er wurde aber schnell besiegt und floh zurück nach Atambua. Im August überquerte er mit seinen Männern nochmal die Grenze und tötete einen portugiesischen Verwalter. Bei diesem Angriff waren auch japanische Kräfte beteiligt.<ref>Kisho Tsuchiya: Indigenization of the Pacific War in Timor Island: A Multi-language Study of its Contexts and Impact, S. 12, Journal War & Society, Vol. 38, No. 1, Februar 2018.</ref>
Um den Angriffen der indonesischen Armee 1976 zu entgehen, flohen die meisten Einwohner der Subdistrikte Fohorem, Fatululic, Fatumean und Tilomar zum Berg Taroman. Andere flohen in die Dörfer Dato Tolu, Fatuloro, Taroman und Lactos.<ref name="CAVR7.3">CAVR: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chapter 7.3 – Forced Displacement and Famine ( vom 28. November 2015 im Internet Archive; PDF; 1,22 MB, englisch)</ref>
Nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor 1999 kam es in Lactos zu einem Massaker. 15 Personen wurden von indonesischen Soldaten und Mitgliedern der pro-indonesischen Miliz Laksaur ermordet.<ref>CAVR: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />7.2 – Unlawful Killings and Enforced Disappearances ( vom 5. November 2013 im Internet Archive; PDF; 2,35 MB, englisch)</ref><ref name="Covalima" />
Politik
Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015/2016 war dies Carlos Carvalho de Araújo.<ref>estatal.gov.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Administração Municipal ( vom 1. Juni 2016 im Internet Archive) (portugiesisch)</ref><ref>Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref> Am 29. Januar 2024 wurde Delfin Amaral zum Administrator ernannt.<ref>Jornal da República: DESPACHO N.º 17 / M-MAE / I / 2024 – Nomeação dos Secretários Municipais , dos Diretores dos Serviços Municipais e dos Administradores dos Postos Administrativos da Autoridade Municipal de Covalima, 29. Januar 2024, abgerufen am 23. Juli 2024.</ref><ref>Portal Municipal Cova Lima: Fohorem, abgerufen am 1. März 2025.</ref>
In der Kolonialzeit war 1911 Alferes Costa der Militäradministrator in Fohorem.<ref>Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, S. 105, Sydney 1994.</ref>
Wirtschaft
65 % der Haushalte im Verwaltungsamt bauen Maniok an, 63 % Kokosnüsse, 65 % Mais, 63 % Gemüse, 58 % Kaffee und 21 % Reis.<ref name="SR2010">mof.gov.tl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Population and Housing Census 2010 – Suco Report ( vom 9. April 2015 im Internet Archive; PDF; 9,35 MB, englisch)</ref>
Persönlichkeiten
- Jaime Oliveira (1937–2024), Verwaltungsbeamter
Weblinks
Einzelnachweise
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Koordinaten: 9° 17′ S, 125° 5′ O
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Die administrativen Grenzen innerhalb Osttimors haben sich 2015 geändert. Dieser Artikel muss daher geprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Siehe Neue administrative Grenzen.