Zum Inhalt springen

Bahnhofsvorstand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. März 2026 um 01:01 Uhr durch imported>Gak69 (Reference-Tag eingefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Bahnhofsvorstand, Bahnhofsvorsteher, Stationsvorstand oder Stationsvorsteher, bei mittelgroßen und großen Bahnhöfen Bahnhofsinspektor oder Stationsinspektor, war der leitende Mitarbeiter eines Bahnhofes.

Der Bahnhofsvorstand bewohnte in der Regel eine Dienstwohnung im Bahnhofsgebäude, welches oft im Erdgeschoss ein Dienstzimmer besaß. Dort koordinierte er die anfallenden Arbeiten und regelte mit seinen Mitarbeitern, den Stationsbeamten, den Eisenbahnverkehr und bediente Bahnkunden am Schalter. Ein Bahnhofsvorstand hatte in der Regel eine Stationslehre oder eine Anlehre zum Stationsmitarbeiter hinter sich. In kleineren Bahnhöfen hatte er auch die Aufgaben von Stationsaufsicht und Fahrdienstleitung. In vergangenen Zeiten arbeiteten zudem die Ehefrauen des Bahnhofsvorstehers nicht selten als Barrierenwärterinnen oder bedienten den Schalter.

In Deutschland sind die Bahnhofsleiter mit der Bahnreform und der damit verbundenen Aufteilung der Bahn in viele Gesellschaften gänzlich verschwunden, da die verschiedenen Mitarbeiter auf Bahnhöfen zu unterschiedlichen Geschäftsbereichen der Deutschen Bahn gehören. Bereits nach 1945 wurden auf Nebenstrecken der Deutschen Reichsbahn in der sowjetisch besetzten Zone die Bahnhofsvorsteher abgeschafft, um in den freiwerdenden Dienstwohnungen Vertriebene und Flüchtlinge (Menschen der ehemaligen Ostgebiete des Deutschen Reiches) unterbringen zu können.<ref>Stillgeschwiegen, S. 43, Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, Eigenverlag, Berlin, 2024</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein