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Eduard Strasburger

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Datei:EStrasburger.jpg
Eduard Strasburger um 1908
Datei:Plate 03 Photograph album of German and Austrian scientists.png
Eduard Strasburger (oben links) im Darwin-Album von 1877 - Blatt 5 (Jena)

Eduard Adolf Strasburger (* 1. Februar 1844 in Warschau; † 18. Mai 1912 in Bonn) war ein deutscher Botaniker aus Russisch-Polen. Er entdeckte die Mitose bei Pflanzen und ist einer der wichtigsten Botaniker der 19. Jahrhunderts. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „<templatestyles src="Person/styles.css" />Strasb.

Leben

Geboren als Sohn des Kaufmanns und Besitzers der Königlichen Konditorei in Warschau Eduard Gottlieb (Bogumil) Strasburger (1803–1874)<ref name="Leyde">Klaus Oskar Leyde: Strasburger. In: Deutsches Geschlechterbuch. Band 207 (56. Allgemeiner Band), C. A. Starke Verlag, Limburg 1998, S. 227–242.</ref> und dessen Frau Anna Karoline von Schütz, besuchte er zunächst das Gymnasium in Warschau. Sein Biologie-Studium absolvierte er von 1862 bis 1864 in Paris und anschließend in Bonn. Nach dem Tod seines akademischen Lehrers Hermann Schacht wurde er noch 1864 Assistent in Jena. 1866 promovierte er an der Jenaer Universität und zwei Jahre später (1868) erfolgte bei Henryk Fryderyk Hoyer seine Habilitation in Warschau.

1869 nahm er den Ruf an die Universität Jena an, wo er zunächst außerordentlicher Professor, ab 1871 dann Ordinarius für Botanik war. 1880 wurde er auf den Botanik-Lehrstuhl der Universität Bonn berufen. 1891/92 war er Rektor der Universität. Seinen Lehrstuhl in Bonn behielt er bis zu seinem Tod im Jahre 1912.

Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),<ref>Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT</ref> in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Professor E. Strassburger wurde er auf Blatt 5 (Jena) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.<ref>Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)</ref>

Strasburger entdeckte (zusammen mit Walther Flemming, 1843–1905) die Teilung des pflanzlichen Zellkerns (1875)<ref>Patricia L. Barnes-Svarney, Thomas E. Svarney: The Oryx Guide to Natural History: The Earth and All Its Inhabitants. Greenwood Publishing</ref> und lieferte grundlegende Erkenntnisse durch seine Untersuchungen über „Bau und Verrichtung der Leitungsbahnen“, erschienen 1891.

Zusammen mit seinen drei Kollegen Fritz Noll, Heinrich Schenck und Andreas Franz Wilhelm Schimper begründete er den „Strasburger“, in Fachkreisen als „Bonner Lehrbuch“ oder auch als „Viermännerbuch“ bekannt (Erstauflage 1894), das noch heute als Standardlehrbuch der Botanik gilt.<ref>H .M. Finke, A. Bresinsky, D. von Denffer, F. Ehrendorfer, K. Magdefrau, P. Sitte, H. Ziegler, W. D. von Lucius: 100 Jahre Strasburgers Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 1894–1994. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1994.</ref>

Datei:Strasburgeria robusta (1) (Strasburgeriaceae) © W. Barthlott, Lotus-Salvinia.de, (4-1991).jpg
Strasburgeria robusta aus Neukaledonien ist eine eigene Pflanzenfamilie Strasburgeriaceae – das Foto entstand 1992 am alten Wirkungsort von Eduard Strasburger im Botanischen Institut und Botanischen Garten der Universität Bonn

Im Jahr 1873 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.<ref>Mitgliedseintrag von Eduard Strasburger bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref> Im Jahr 1882 war Eduard Strasburger einer der Gründungsinitiatoren der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG).<ref> Leben und Werk Eduard Strasburgers (1844–1912) [1] Deutsche Botanische Gesellschaft</ref> Am 26. November 1891 wurde Strasburger zum auswärtigen Mitglied der Royal Society gewählt.<ref>Eintrag zu Strasburger, Eduard Adolf (1844–1912) im Archiv der Royal Society, London</ref> 1892 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, 1895 in die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique,<ref>Académicien décédé: Eduard Adolf Strasburger. Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 29. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1898 in die National Academy of Sciences und die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften. 1905 wurde er mit der Linné-Medaille der Linnean Society of London ausgezeichnet. Ab 1889 war er korrespondierendes Mitglied der Preußischen, ab 1899 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,<ref>Mitgliedseintrag von Eduard Strasburger (mit Bild) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 5. Februar 2016.</ref> ab 1900 der Académie des sciences, ab 1910 der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg sowie ab 1909 Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala. Unter Strasburgers Leitung wurde der Botanische Garten Bonn einer der bedeutendsten Botanischen Gärten Preußens.

Strasburger war mit der Pianistin Alexandra Julia („Alexandrine“) Wertheim (1847–1902, Tochter des Bankiers Julian Jakub („Julius“) Wertheim (1817–1901), Halbschwester des Klaviervirtuosen und Komponisten Carl Tausig), und Tante des Pianisten, Komponisten und Dirigenten Julius(z) Wertheim (1880–1928)<ref>www.sejm-wielki.pl.</ref> verheiratet;<ref name="Leyde" /> das Paar hatte zwei Kinder (Anna und Julius). Sein Sohn war der Internist Julius Strasburger, ein Enkel war der Althistoriker Hermann Strasburger.

Auszeichnungen

Datei:Eduard Strasburger Linne Medaille.png
Linné-Medaille an Eduard Strasburger, 1905

Eduard Strasburger wurde 1905 mit der Linné-Medaille ausgezeichnet, die von der Linné-Gesellschaft jährlich an einen herausragenden Botaniker oder Zoologen vergeben wird. 1908 erhielt er darüber hinaus die hoch-renommierte Darwin-Wallace-Medaille (zusammen mit fünf anderen Wissenschaftlern, z. B. Ernst Haeckel), die für herausragende Fortschritte in der Evolutionsbiologie bis 2008 nur alle fünfzig Jahre vergeben wurde.

Nach Strasburger ist die Pflanzengattung Strasburgeria <templatestyles src="Person/styles.css" />Baill. aus der Familie der Strasburgeriaceae benannt.<ref name="Burkhardt_2018" />

Schriften

  • Ueber Befruchtung und Zelltheilung. Leipzig 1878 (Digitalisat).
  • Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Fischer, Jena 1894.
  • Das kleine botanische Practicum für Anfänger. Anleitung zum Selbststudium der mikroskopischen Botanik und Einführung in die mikroskopische Technik. 4. Auflage. Fischer, Jena 1900. Digitalisierte Ausgabe.
  • Anlage des Embryosackes und Prothalliumbildung bei der Eibe nebst anschliessenden Erörterungen. In: Denkschriften der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Jena, 11, (= Festschrift zum siebzigsten Geburtstage von Ernst Haeckel, Herausgegeben von seinen Schülern und Freunden), Fischer, Jena 1904, S. 1–16 (Digitalisat)

Literatur

  • George Karsten: Eduard Strasburger, Stuttgart 1912.
  • H. M. Finke, A. Besinsky, D. von Denffer, F. Ehrendorfer, K. Mägdefrau, P. Sitte, H. Ziegler, W.D. von Lucius: 100 Jahre Strasburgers Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 1894–1994. Gustav Fischer, Stuttgart / Jena / New York 1994. 168 Seiten.
  • Wolfgang Alt, Klaus Peter Sauer: Biologie an der Universität Bonn. Eine 200-jährige Ideengeschichte. In: Bonner Schriften zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Band 8. V&R unipress, Göttingen 2016 (hdl.handle.net).

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkhardt_2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018. </ref> </references>

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