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Rachel Salamander

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Rachel Salamander (2025)

Rachel Salamander (* 30. Januar 1949 in Deggendorf) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin, Buchhandels-Unternehmerin und Journalistin.

Leben und Wirken

Rachel Salamander wurde als zweites Kind von Samuel Salamander und seiner Ehefrau Riva Salamander in einem Displaced Persons Camp für Überlebende des Holocausts in Deggendorf geboren. Die Eltern von Rachel Salamander hatten den Holocaust überlebt und wollten nach Israel auswandern. Die Einreise nach Israel wurde der Familie aufgrund einer Krankheit der Mutter nicht gestattet. Die Mutter starb 1953 in München in einem Krankenhaus. Die Familie, in der Jiddisch gesprochen wurde, lebte bis zu dessen Auflösung im Jahre 1956 im DP-Lager Föhrenwald, danach in München. Rachels Bruder Beno wurde Arzt in München.<ref>Michael Wolffsohn: Bildung und Strahlkraft. In: Jüdische Allgemeine. 30. Januar 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 4. November 2025.</ref> Nachdem Rachel kurzzeitig Medizin studiert hatte, wechselte sie zum Studium der Philosophie, Germanistik und Romanistik an der Universität München. Schon bald beschäftigte sich Salamander mit deutsch-jüdischer Literatur und Geschichte. Sie wurde 1980 in München in der Mediävistik mit der Dissertation Zeitliche Mehrdimensionalität als Grundbedingung des Sinnverstehens promoviert.

1982 folgte die Eröffnung der „Literaturhandlung“ in München, einer auf jüdische Literatur und Literatur zum Judentum spezialisierten Buchhandlung. Heute existieren neben einer Filiale in Berlin sechs Dependancen in ganz Deutschland. Salamander war von 2001 bis 2013 Herausgeberin der Literarischen Welt, der Literaturbeilage der Tageszeitung Die Welt. Von Oktober 2013 bis September 2014 war sie Leiterin des F.A.Z.-Literaturforums. Sie ist Jury-Vorsitzende des „Marcel-Reich-Ranicki-Preises für literarische Kritik und Essay“.<ref>Rachel Salamander wechselt zur F.A.Z., in FAZ vom 13. Juli 2013</ref><ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Juli 2014, S. 15</ref>

2013 gründete Salamander zusammen mit Ron C. Jakubowicz den Verein „Synagoge Reichenbachstraße e. V.“. Vereinsziel ist die Wiederherstellung der Münchner Synagoge an der Reichenbachstraße in ihren ursprünglichen Zustand von 1931. Nach jahrelangen Vorbereitungen<ref>Nils Minkmar: Jüdisches Leben: Gibt es Rettung für die alte Münchner Synagoge? In: Süddeutsche Zeitung. 10. Oktober 2021, abgerufen am 12. Oktober 2021.</ref> und daran anschließender Sanierung und Wiederherstellung wurde die Synagoge am 15. September 2025 im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsident Markus Söder eingeweiht.

Mit Wirkung zum 10. Dezember 2015 gehörte Salamander neben Ulla Unseld-Berkéwicz und Sylvia Ströher zum Aufsichtsrat des Berliner Suhrkamp Verlages.<ref>Eine neue Ära bricht an In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Dezember 2015 auf: faz.net, abgerufen am 10. Dezember 2015</ref> Zum 31. Oktober 2024 schieden alle aus dem Vorstand aus.<ref>Suhrkamp | Insel Pressemitteilung Nachricht vom 4. Oktober 2024, abgerufen am 1. November 2024</ref>

2020 erhielt Salamander den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. In der Begründung hieß es, sie habe maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen. Die Werke jüdischer Autoren, die von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, seien über ihre Buchhandlungen in den Kanon der deutschen Literatur zurückgeholt worden. Außerdem habe sie sich für Völkerverständigung und gegen Antisemitismus engagiert.<ref>Süddeutsche Zeitung: Rachel Salamander mit Heine-Preis ausgezeichnet. Abgerufen am 2. August 2020.</ref><ref>Jana Simon: Ich habe vor nichts Angst. In: Die Zeit. Nr. 35. 26. August 2021. S. 49</ref>

Im Dezember 2022 übergab Salamander ihr Archiv mit zahlreichen Dokumenten jüdischen Geisteslebens aus vierzig Jahren dem Münchner Literaturarchiv Monacensia.<ref>Hannes Hintermeier: Jüdische Literatur: Beruf und Berufung. In: www.faz.net. 12. Dezember 2022, abgerufen am 13. Dezember 2022.</ref>

Rachel Salamander ist seit 1990 mit dem Journalisten Stephan Sattler verheiratet.

Schriften (Auswahl)

  • Rachel Salamander: Die Jüdische Welt von gestern 1860–1938. Brandstätter, 1990, ISBN 3-85-447301-X.
  • Jacqueline Giere/Rachel Salamander: Ein Leben auf neu. Das Robinson-Album. DP-Lager: Juden auf deutschem Boden 1945–1948. Brandstätter, 2000, ISBN 3-85-447576-4.
  • Rachel Salamander: „Hier sehen wir das fürchterlichste Verbrechen …“. Vom deutschen Widerstand und der Judenverfolgung. Gedächtnisvorlesung zur Erinnerung an die Opfer der „Weißen Rose“, Ludwig-Maximilians-Universität München, 23. Februar 2000. Verlag Bibliothek der Provinz (edition münchen), 2000, ISBN 3-901862-09-9.
  • Hans Jonas: Erinnerungen. Nach Gesprächen mit Rachel Salamander. Suhrkamp, 2005, ISBN 3-51-845684-9.
  • Jutta Fleckenstein/Rachel Salamander (Hg.): Kurt Landauer. Der Präsident des FC Bayern. Lebensbericht und Briefwechsel mit Maria Baumann. Suhrkamp Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-458-17889-7.

Auszeichnungen

Literatur

  • Edda Ziegler: Rachel Salamander und die Literaturhandlung. In: dies.: Buchfrauen. Wallstein, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1523-5, S. 221–222.

Weblinks

Commons: Rachel Salamander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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