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Fertighaus

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-2005-0720-514, Frankfurt-Main, Budde-Fertighaus.jpg
Budde-Fertighaus (1948)
Datei:Erstes OKAL Fertighaus 1959.png
Erstes OKAL-Fertighaus (1959)
Datei:Huf Haus in Scotland.jpg
Huf-Haus in Schottland
Datei:Prefabricated house.jpg
Fertigbau in Bergfelde
Datei:Genex07.jpg
DDR-Fertighaus des Kombinats BAUFA im Genex-Katalog von 1986
Datei:Holzständerwand.JPG
Holzrahmenwand in einer Zimmerei
Datei:Prefabricated house construction.gif
Montage eines Fertighauses (auch als Zeitraffer-Video verfügbar)

Mit dem Begriff Fertighaus wird im Allgemeinen ein Haus bezeichnet, das – zumindest in Teilen – werkseitig vorgefertigt an die Baustelle geliefert und dort endmontiert wird.<ref name="Spiegel 2013">Fertighäuser: Der teure Traum vom Heim aus der Fabrik. In: Der Spiegel. 13. April 2013.</ref><ref name="Focus">Fertighaus. Die Immobilie aus dem Katalog, Focus, 25. April 2006.</ref> In der Regel liegen für klassische Fertighäuser Typengenehmigungen vor. Es gibt jedoch keine einheitlichen, verbindlichen Definitionen für den Begriff Fertighaus.

Nach der seit 2009 geltenden ÖNORM B 2310 des Austrian Standards International in Österreich ist ein Fertighaus „ein auf einem vorbereiteten Unterbau errichtetes Bauwerk aus vorgefertigten, geschoßhohen Großtafel-Wandelelementen, Raumzellen sowie aus vorgefertigten Decken- und Dachelementen, die in Produktionsstätten witterungsunabhängig hergestellt, auf die Baustelle transportiert und dort zusammengebaut werden.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Fertighaus (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive), dort Was ist ein Fertighaus? Österreichischer Fertighausverband</ref> Diese Norm gilt für Wohngebäude (Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser, mehrgeschossige Wohnbauten), Bürogebäude, Kindergärten, Schulen und Mehrzweckhäuser und unabhängig von den verwendeten Baustoffen (Holz, Wohnbeton, Ziegel). Nicht unter diese Norm fallen Bauwerke, die „mit nichtgeschoßhohen, jedoch vorgefertigten einzelnen tragenden Bauelementen errichtet werden, wie beispielsweise Häuser aus Ziegel-, Porenbeton-, Hohlblock- bzw. Mantelsteinen oder Holzblockhausbohlen“, oder die einem bestimmten Mindestleistungsumfang nicht entsprechen.<ref>Fertighäuser – Benennungen und Definitionen sowie Mindestleistungsumfang. ÖNORM B 2310: 2009 05 01, dort Zusammenfassung. Austrian Standards International</ref>

Entwicklung

Von den Anfängen bis 1945

Datei:Villa Undine.JPG
Villa Undine von 1885 in Binz auf Rügen, ein sogenanntes Wolgasthaus und eines der ersten Fertighäuser der Welt

Bereits beim mittelalterlichen Fachwerkbau in Deutschland wurden die Bauteile vorgefertigt, mit sogenannten Rauten gekennzeichnet und auf entsprechendem Fuhrwerk zur Baustelle transportiert. Das hatte auch den Grund, dass die Zimmerleute damals zusätzlich zu den Bauaufgaben die Arbeit des Fällens und Einschnittes mit zu verrichten hatten. Solche vorgefertigten Bauten fanden bisweilen sogar ihren Weg über das Meer, nach Island und Grönland, wo auch immer die Menschen bereit waren zu siedeln und das Umland nicht die nötigen Materialien bereitstellte. Selbst im antiken Griechenland gibt es Hinweise, dass Teile von Bauwerken wie Tempelanlagen an fremden Orten gefertigt, zusammengefügt und zum Transport wieder auseinandergenommen wurden.

Im Jahr 1516 beschrieb Leonardo da Vinci sein Vorhaben, eine ausschließlich aus zerlegbaren Typenhäusern bestehende Idealstadt an der Loire zu errichten. Lediglich die Fundamente sollten vor Ort erstellt werden.<ref name="Focus" />

Im Jahr 1624 wurden in England aus Tafelelementen vorgefertigte Unterkünfte für die staatliche Fischereiflotte geschaffen. Sie waren transportabel und konnten binnen kurzer Zeit ohne die Hilfe von Fachpersonal errichtet werden. Die Unterkünfte waren zweckmäßig, konnte doch die Flotte so mobil eingesetzt werden, ohne an allen Orten neue Behausungen zu errichten.

Eine weitere Verwendung fand diese Bauweise dann vor allem beim Militär: Im späten 18. Jahrhundert wurden so von Wien aus Spitalbaracken bis auf die entfernten Kriegsschauplätze nach Slowenien transportiert.

In Amerika traten die Fertighäuser vermehrt während des Goldrausches (1848) in Erscheinung. Um den nach Westen strömenden Massen eine Unterkunft zu bieten, schuf man vorgefertigte Unterkünfte, die schnell ohne Fachpersonal errichtet werden konnten. Hier begann in etwa die „Massenproduktion“ von vorgefertigten, zerlegbaren Holzhäusern.

Die sogenannten Wolgasthäuser im Stile der Bäderarchitektur gelten als die ersten individuellen Fertighäuser. Dabei handelt es sich um kunstvoll verzierte Holzvillen, die zwischen 1868 und 1910 von der „Wolgaster Actien-Gesellschaft für Holzbearbeitung“ in der Stadt Wolgast vor der Insel Usedom gefertigt wurden. Durch Zusammenstellung von Wunschelementen wie Balkonen, Veranden oder Ecktürmen aus einem umfangreichen Katalog konnten die Bauherren ihre Häuser bereits individuell zusammenstellen und weitgehend vorfertigen lassen. Die pommersche Firma baute für Bauherren in der ganzen Welt, insbesondere für Grundstückseigentümer auf Usedom und Rügen – und z. B. am Berliner Wannsee, in Südamerika und Deutsch-Ostafrika.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Fertighäuser wurden schon 1890 produziert – das Wolgasthaus als Stammvater (Memento vom 6. Oktober 2013 im Internet Archive).</ref>

Von der Weltausstellung 1873 in Wien erwarb der österreichische Graf Franz Hardegg ein Fertigteilhaus und ließ es als Jagdhaus auf dem gräflichen Landsitz in Veitsch, Österreich wieder aufbauen. Heute dient es als Alpengasthof Radwirt am Fuße der Hohen Veitsch.

Von der Weltausstellung 1893 in Chicago brachte der Berliner Oscar Blumenthal ein in Deutschland für die Weltausstellung produziertes und demontierbares Wolgasthaus in Holzskelettbau zurück. Es war ein zweigeschossiges Objekt mit Terrassen, Erkern und einem imposanten Turm. Angeblich ohne einen einzigen Eisennagel zu verwenden, wurde dieses Gebäude 1895 als Villa Blumenthal in Bad Ischl wiedererrichtet.

Nachdem die ersten Fertighäuser moderner Bauart vorwiegend aus Schweden und Norwegen nach Deutschland kamen, entstanden auch hierzulande bald eigene Ideen. Diese Entwicklung setzte parallel zu der Entstehung der Holzwerkstoffplatten in den 20er und 30er Jahren ein. 1931 entwickelte der Bauhaus-Architekt Walter Gropius in Deutschland ein Bausystem aus vorgefertigten Wandtafeln mit einer inneren Holzkonstruktion. Er schrieb dazu:

„Seit 1910 bin ich unentwegt für den Bau von Montagehäusern, für die Industrialisierung des Hausbaus in Vorträgen und Artikeln eingetreten und habe Forschungsarbeiten und praktische Experimente zusammen mit Industrieunternehmen durchgeführt…Ein Montagehaus kann in der Fabrik auf ein Lastauto mit Anhänger geladen, mit Boden, Wänden, Dach und der gesamten Ausstattung fix und fertig zum Bauplatz gebracht und dort in kürzester Zeit montiert werden, ganz unabhängig von der Jahreszeit…“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Walter Gropius

1943 bis 1945 verbesserte er seine Entwicklung in Zusammenarbeit mit Konrad Wachsmann in den USA zu dem „Packaged House System“, nachdem er 1934 als Gegner der Nationalsozialisten Deutschland hatte verlassen müssen. Bereits 1940 waren Fertighäuser in den USA durch den Versandhandel verbreitet, innerhalb weniger Jahre wurden über 110.000 typengleicher Häuser abgesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Entwicklung des Holz-Fertighausbaus in Deutschland – Sanierung und energetische Modernisierung von Holz-Fertighäusern (Memento vom 1. Oktober 2015 im Internet Archive) In: timberwork.de vom 15. Januar 2014.</ref>

Nach 1945

In Deutschland wurde der Bau seriell gefertigter Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg gängig. Der Flugzeugpionier Willy Messerschmitt widmete sich um 1950 mit seinem Messerschmitt-Leichtbauhaus dem Bau von Systemhäusern in Montagebauweise. Zu den Eigenheimen der Nachkriegsproduktion zählten etwa Budde-Fertighäuser und viele andere.<ref>Wohnungen: Wie 1871. In: Der Spiegel. Nr. 29, 1950, S. 26–31 (online20. Juli 1950).</ref> Auch Stahlfertighäuser wie das 1948 bis 1953 gebaute MAN-Stahlhaus und die Hoesch-Bungalows in den 1960er Jahren kamen auf den Markt.<ref>Wer im Stahlhaus sitzt, hat’s gemütlich, Nordbayern.de, 21. September 2011.</ref><ref>Stahlhaus in Renninhausen: Alte Liebe rostet nicht, Ruhr Nachrichten, 10. Juli 2008.</ref> Die Pioniere des heutigen Fertighausbaus in Holzverbundbauweise waren Anfang der 1960er Jahre Otto Kreibaum (OKAL, heute Deutsche Fertighaus Holding (DFH)), Walter Zenker (Zenker-Hausbau, heute Bien-Zenker), Egon Brütsch (POLA-Fertighaus), Alfred Bergstedt (Nordhaus), Hermann Wandke (Hanse), Franz Huf (Huf Haus), Hans Streif (Neckermann-Streif), Josef Hebel (Hebel-Haus, heute Kampa) und andere.

Der deutsche Fertighausmarkt boomte ab Beginn der 1960er Jahre.<ref>Wohnungsbau/Fertighäuser: Traum von der Stange. In: Der Spiegel. Nr. 16, 1962, S. 48–66 (online18. April 1962).</ref> So bot ab 1962 das Versandhaus Quelle über die Quelle-Fertighaus-GmbH und der Kaufhof-Konzern das Huf Haus an. Ein Großteil der im Jahr 1962 bestehenden 18.000 Fertighäuser wurde aus Schweden importiert. Die Bausparkasse Mainz übernahm von der Alpine-Holzindustrie GmbH für ihre Kunden die gesamte Jahresproduktion 1962 im Umfang von 800 Fertighäusern. Punktuell prägte der von Quelle ausgelieferte Typ ganze Baugebiete, so gibt es in Bad Harzburg eine nach der Firma benannte Quellesiedlung. Das Magazin Stern organisierte 1963 in Quickborn die Ausstellung Fertighaus 63, damals die größte in Europa.

Manchen Fertighäusern wurde ein negativer Ruf nachgesagt und deren äußeres Erscheinungsbild als „Einheitsarchitektur aus Pappe“ behauptet.

In den 1970er Jahren war der Skandal um PCP- und Lindan-haltige Holzschutzmittel, die in Fertighäusern eingesetzt worden waren, ein Thema in den Medien.<ref>adnerundpartner.de: Verborgene Gefahren: Giftstoffe in deutschen Fertighäusern der 1960er bis 1990er Jahre – Was Eigentümer wissen müssen, abgerufen am 1. Februar 2026</ref>

Marktführer in Deutschland waren in den 1970er Jahren OKAL mit über 4.000 Häusern pro Jahr und Neckermann-Streif mit über 3.000 Häusern pro Jahr. In den 1980ern lag der Marktanteil von Fertighäusern nur noch bei gut sieben Prozent.<ref name="Focus" /><ref name="SpOn 2000" /> Im Rahmen der Soforthilfe beim Wiederaufbau in Erdbebengebieten waren kleine Fertighäuser in Holzbauweise jedoch insbesondere wegen ihrer Erdbebensicherheit gefragt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erlebte der Fertigbau besonders in den neuen Bundesländern wieder einen Aufschwung.<ref name="SpOn 2000"> Von der Stange: Die Platten sind zurück, Spiegel Online, 2000. Abgerufen am 30. Januar 2014.</ref>

Im Jahr 2013 waren rund 15,6 Prozent der neu gebauten Eigenheime in Deutschland Fertighäuser.<ref name="Spiegel 2013" /> In Baden-Württemberg hatten sie einen Marktanteil von 25,8 Prozent, in Niedersachsen nur 6,7 Prozent.<ref name="MZ"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bauen von der Stange: Immer mehr Fertighäuser in Deutschland (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive), Münstersche Zeitung, 16. September 2013.</ref> 2020 werden rund 20 % der in Deutschland gebauten Ein- und Zweifamilienhäuser Fertighäuser sein.<ref>faz.net: Nachfrage nach Fertighäusern steigt</ref> Im 1. Halbjahr 2020 lag der Anteil der Fertighäuser an den amtlichen Baugenehmigungen in Baden-Württemberg bei 38,5 Prozent, in Niedersachsen bei 9 Prozent.<ref>dpa-Nachricht vom 23. August 2020</ref>

In Österreich lag 2013 die Fertighausquote im privaten Hausbau bei knapp 30 Prozent<ref name="Wirtschaftsblatt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fertigteilhäuser: Wachstumschancen gibt es vorrangig im Export (Memento vom 8. September 2014 im Internet Archive), Wirtschaftsblatt, 21.05 2013</ref>, in Deutschland bei über 15 Prozent<ref name="Fertigbau"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wirtschaftliche Lage der deutschen Fertigbauindustrie: 2013, Fertigbau (Memento vom 27. Januar 2016 im Internet Archive)</ref> in den USA sind über 90 Prozent aller Eigenheime in Holzsystembauweise gebaut.<ref name="Focus" />

Gemäß dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. (BDF) wächst die Fertighausbranche im Jahr 2020 trotz der COVID-19-Pandemie weiter.<ref>Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V.: Fertighausbranche mit Allzeithoch - 5 Prozent Umsatzplus erwartet. Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V., 12. Oktober 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Oktober 2020; abgerufen am 23. Oktober 2020.</ref>

Der Einbruch der Zahl von Eigenheimneubauten trifft die Hersteller von Fertighäusern hart. Denn viele von ihnen sind weitgehend auf private Bauleute angewiesen. So verzeichnete das Statistische Bundesamt bei den Baugenehmigungen im ersten Quartal 2023 einen Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.<ref>FERTIGHAUSBAUER ALS OPFER DER IMMOBILIENKRISE „Das Risiko weiterer Insolvenzen besteht“, abgerufen am 16. April 2024.</ref>

Bauweise

Die Elemente von Fertighäusern können in Massivbauweise (etwa Stahlbeton- oder Mauerwerksbauweise wie beim Plattenbau) oder in Leichtbauweise (z. B. Stahl-Leichtbau- oder Holzbauweise) gefertigt sein. Als Fundament dient entweder eine Bodenplatte oder ein Keller, auf dem das Fertighaus dann errichtet wird.

Massive Fertighäuser haben einen nur geringen Anteil. Hier werden Wände aus Ziegeln, Beton, Leichtbeton (Blähton) oder Betonsteinen vorgefertigt. 95 Prozent aller Fertighäuser werden in Holzbauweise gebaut. Hier werden Holzrahmen durch Querstreben stabilisiert, mit Dämmmaterial gefüllt und meistens innen mit Gipswerkstoffplatten, außen mit Holzplatten abgedeckt. Andere Quellen unterscheiden die Holzbauweisen in z. B. den Holzrahmenbau, den Holztafelbau. Eine „Stabilisierung“ durch Querstreben ist beim Holzrahmen- und Holztafelbau nicht notwendig, die hier die Beplankung aus z. B. Holzwerkstoffplatten (möglich sind aber auch Gipswerkstoffplatten) übernimmt. Aus bauphysikalischen Gründen sind die Holzwerkstoffplatten vorzugsweise auf der Innenseite der Konstruktion angeordnet.<ref name="modernerholzbau">Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. und Autorenteam Lehre-Forschungs-Praxis: Moderner Holzhausbau in Fertigbauweise; WEKA MEDIA, Kissing 2001, Hrsg.: Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V.</ref>

Datei:Blähton Massivwände.jpg
Blähton Leichtbetonwände für ein Massivfertighaus.

Beim Ständerbau, auch „Holzskelett“-Bauweise genannt, ermöglichen senkrechte Ständer als tragendes Gerüst ein mehrgeschossiges Bauen.<ref name="Focus" /> Im Gegensatz dazu wird die Holzskelettbauweise nicht zu der Ständerbauweise gezählt.<ref name="modernerholzbau" /> Mehrgeschossiger Holzbau wird üblicherweise in Holztafelbauweise oder einer Hybridbauweise, z. B. als Holz-Beton-Verbund, umgesetzt. Es wurden bis 2014 etliche mehrgeschossige Gebäude, auch in Innenstädten errichtet.<ref name="e3">E3 – Esmarchstraße 3, Berlin</ref><ref name="woodcube">woodcube-hamburg.de</ref>

Blockhäuser – meist von skandinavischen oder kanadischen Herstellern angeboten – bestehen aus Bohlen oder Stämmen, die an den Ecken ineinander verzahnt werden. Innen liegt eine Dämmschicht, die mit Gipswerkstoff- oder Holztafeln abgedeckt wird.<ref name="Focus" />

Fertighäuser gibt es als Bausatzhaus, Ausbauhaus, Biohaus (aus biologisch abbaubaren Rohstoffen) oder schlüsselfertig.

Vorteile

Vorteile eines Fertighauses können die kurze Bauzeit sowie feste Preise und Termine sein. Außerdem können Musterhäuser vorab besichtigt werden.<ref>Kauf und Bau eines Fertighauses, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2013. Abgerufen am 30. Januar 2014.</ref>

Fertighäuser aus Holz haben eine gute Öko-Bilanz und durch ihre Dämmung einen niedrigen Heizenergiebedarf. Vergleicht man verschiedene Ökobilanzen miteinander, sind allgemeine Aussagen allerdings nicht möglich, da immer die angesetzten Randbedingungen das Ergebnis der Bilanzierung erheblich beeinflussen.<ref name="lca01">Forschungsbericht F04-8-2008: Ökobilanzstudie Gegenüberstellung Massivhaus / Holzbauweise, Technische Universität Darmstadt-Institut für Massivbau, 2008.</ref><ref name="lca02">Vergleichende Ökobilanzbetrachtung und Lebenszyklusanalyse, Saint-Gobain-Rigips, 2010.</ref> Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau waren 2013 fast alle Fertighäuser KfW-Effizienzhäuser.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Fertigbaubranche wächst stärker als der Markt (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive), Bundesverband Deutscher Fertigbau, 11. Oktober 2013.</ref>

Fertighäuser können auch auf felsigem oder feuchtem Untergrund gebaut werden. Die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung sind entsprechend zu berücksichtigen. Mit „Holzgrundtragwerken“ ist auch ein Bau an Hanglagen möglich.<ref name="Focus" /> Allerdings ist der Begriff „Holzgrundtragwerk“ nicht definiert.

Weitere Fakten

Fertighäuser haben meistens einen geringeren Schallschutz als Massivbauten, wobei zu beachten ist, dass das Schallschutzziel stets eine zu vereinbarende Beschaffenheit ist, die unabhängig von der Bauweise oder Bauart erfüllt werden muss.<ref name="mbo">MBO Musterbauordnung</ref><ref name="schall">DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau.</ref>

Seriell gefertigte Modelle – so genannte „Typenhäuser“ – machen heute nur einen geringen Prozentsatz der Fertighäuser aus; mehr als zwei Drittel sind individuell geplante Fertighäuser. Für ein Fertighaus im mittelpreisigen Segment ist mit Kosten zwischen 1800 und 2500 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) war im Jahr 2022 fast jedes vierte fertiggestellte Einfamilienhaus ein vorgefertigtes Haus aus der Fabrik. 2012 lag bei den Einfamilienhäusern der Anteil der Fertighäuser noch bei 15,3 Prozent. Im Jahr 2022 wurden rund 17 600 Einfamilienhäuser in Fertigteilbau errichtet – ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.<ref>Fertighaus-Preise und Kosten im Überblick - fertighaus.at. Abgerufen am 28. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Fertighaus-Kosten: Was kostet ein Fertighaus? - wohnglueck.de. Abgerufen am 28. Juli 2022.</ref> Die Preisstrukturen und Angebotspakete sind auch am Fertighausmarkt uneinheitlich. Je nach Anbieter sind im Grundpreis (meistens „Festpreis“ genannt) unterschiedlich umfangreiche Bauleistungen enthalten und vom Bauherren unterschiedlich hohe Vorleistungen zu erbringen (etwa Baugrunduntersuchung, Befestigen eines Zufahrtsweges für die Schwerlaster, befestigter Platz für den Kran, Bauschuttcontainer, Strom, Wasser oder Versicherungen).<ref name="Focus" /> Hinzu kommen wie bei jedem Bauvorhaben Kostenrisiken etwa bei der Bauvorbereitung oder der Erschließung des Baulands.<ref name="MZ" />

Gütezeichen

Die Bundesgütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser (BMF), die Gütegemeinschaft Deutscher Fertigbau (GDF) und die Gütegemeinschaft Holzbau – Ausbau – Dachbau (GHAD) verleihen an geprüfte Hersteller das „RAL-Gütezeichen Holzhausbau“.<ref name="Focus" /><ref>RAL-Gütezeichen Holzhausbau</ref>

Siehe auch

Quellen

Historie:

  • Das Fertighaus – Gestern und Heute. In: Bauen + Fertighaus. 1/1985, S. 62–68. (Fachschriften-Verlag, Fellbach/Stuttgart 1985, Hrsg.: Ottmar Strebel)
  • Das Fertighaus – Vormarsch zu Industrieunternehmen. In: Bauen + Fertighaus. 2/1985, S. 44–50.
  • Holz – Tonangebend. In: Bauen + Fertighaus. 5/1985, S. 139–148.
  • BLBS (Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer) Aktuell 3 / 2004: Geschichte des Holzschutzes. Arbeitsblätter des Fortbildungszentrums für Handwerk und Denkmalpflege Propstei Johannesberg, 6400 Fulda.
  • Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. und Autorenteam Lehre-Forschungs-Praxis: Moderner Holzhausbau in Fertigbauweise. WEKA MEDIA, Kissing 2001. Hrsg.: Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V.
  • Institut für Bauforschung e. V. Hannover (Dr.-Ing. W Triebel): Fertighaus Verzeichnis. Bauverlag, Wiesbaden/Berlin
  • Michael M Mackenthun: Glunz Forum`86 Das Fertighaus als Markenprodukt. Chance oder Illusion? Verlag Moderne Industrie, Landsberg/Lech 1986.
  • Ingrid Schäfer: OKAL – Pionier im Fertighausbau 1928–1998. OKAL Lauenstein, Salzhemmendorf 1998.

Literatur

  • Gustav Kistenmacher: Fertighäuser. Tübingen 1950.
  • Peter Burk, Günther Weizenhöfer: Kauf und Bau eines Fertighauses. 4. Auflage. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2013, ISBN 978-3-86336-034-4.
  • Oliver Gerst: Ausbauhäuser: Eigenleistung im Fertighausbau. Spartipps, Praxisberichte, Beispielhäuser. Blottner, Taunusstein 2005, ISBN 3-89367-637-6.
  • Julia Gill: Individualisierung als Standard: über das Unbehagen an der Fertighausarchitektur. (= Architekturen. Band 3). 2010, ISBN 978-3-8376-1460-2. (Zugleich Dissertation an der TU Braunschweig 2008 unter dem Titel: Eigenheimbild und Fertighausrealität. Über das Unbehagen an der Fertighausarchitektur).
  • Oliver Jahn, Arnt Cobbers: Prefab Houses. Taschen-Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-8365-0753-0.
  • Johannes Kottjé, Angela Raab: So entsteht ein Holzhaus: von der Planung bis zum Einzug. DVA, München 2007, ISBN 978-3-421-03567-7.
  • Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. (Hrsg.): Moderner Holzhausbau in Fertigbauweise, aktuelle Werkstoffe, Entwurfsplanung, Konstruktionen. Bauphysik und Haustechnik im Holzbau. Vorteile bei Vorfertigung und Montage. Weka, Kissing 2001, ISBN 3-8277-1195-9.

Weblinks

Commons: Fertighausbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Fertighaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />