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Flamberge

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Flamberge
Datei:Tvåhandssvärd 1600-talets början Livrustkammaren 31050 MOD.jpg
Angaben
Waffenart: Schwert, Zweihänder
Bezeichnungen: Flamberge, Flamberg, Flammenschwert
Verwendung: Waffe
Ursprungsregion/
Urheber:
Schweiz, Eidgenossen
Verbreitung: Europa
Gesamtlänge: etwa 170 cm bis etwa 180 cm
Klingenlänge: etwa 120 cm bis etwa 130 cm
Gewicht: etwa 3,5 kg
Griffstück: Holz, Leder, Metallnägel, Stofffransen
Listen zum Thema
Datei:Flamberge Klingen Germany Museum Livrustkammaren.jpg
Deutsche Flamberge Klingen im Museum Livrustkammaren (Schweden). Es handelt sich um ca. 1840–1850 hergestellte Kopien von Originalen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. In der Mitte ein Zweihänder, Rechts ein Rapier.
Datei:Anciens gardes suisses pontificaux à Lausanne 3.jpg
Mitglieder der Päpstlichen Schweizergarde auf der Treppe des Palais de Rumine mit (zeremoniell verwendeten) „Flammenschwertern“

Der Flamberge (Flamberg oder Floberge) ist ein beidhändig geführtes Schwert, das vermutlich in der mittelalterlichen Schweiz seine Ursprünge hat. Es ist eine Version des europäischen Zweihänders mit einem Wellen- oder Flammenschliff.

Der Begriff Flamberge wurde zeitweise auch für alle Klingenwaffen mit geflammter Klinge verwendet (Dolche, Rapiere etc.).

Beschreibung

Den Namen Flamberge trägt es wegen seiner gewellten (geflammten, also flammenförmigen) Klinge. Es wurde hauptsächlich dazu verwendet, Gassen in feindliche Pikenierswälle zu schlagen (sog. Gassenhauer), so dass eigene Fußtruppen durch diese nachrücken konnten und so bis zu den feindlichen Pikenieren durchkamen, sowie feindliche Soldaten, die zwischen den Pikenierreihen vordrangen, abzuwehren. Den für diese Aufgabe angeworbenen Söldnern, den sogenannten Doppelsöldnern oder Schwertspielern, wurde der doppelte Sold gezahlt. Die Doppelsöldner waren zu ihrer Einsatzzeit hochbezahlte Spezialisten, die allerdings in der Regel kein langes Leben hatten.

Die Länge der Klinge eines Flammenschwerts war unterschiedlich. Die Schwerter wurden oftmals individuell angefertigt, zumal die Träger unterschiedliche Körpergrößen aufwiesen. In der schweizerischen Stadt Chur kann man in verschiedenen Museen unterschiedliche Flammenschwerter aus den Jahren zwischen 1200 und 1550 begutachten.

Literatur

  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3826202120 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Liliane Funcken, Fred Funcken: Historische Waffen und Rüstungen: Ritter und Landsknechte vom 8. bis 16. Jahrhundert: Mittelalter und Renaissance. Verlag Orbis, Niedernhausen 2001, ISBN 978-3-572-01308-1, S. 174–175.
  • Hugo Schneider, Friedrich Kobler: Flamberg. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Band 9, 1992, Sp. 633–638.
  • George Cameron Stone, Donald J. LaRocca: A Glossary of the Construction, Decoration and Use of Arms and Armor: in All Countries and in All Times. Verlag Courier Dover Publications, 1999, ISBN 978-0-486-40726-5, S. 642, 643, 644.

Weblinks

Commons: Schwerter mit geflammten Klingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Flamberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen