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Matthias Koeppel

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Datei:Matthias Koeppel Kopf-001.JPG
Matthias Koeppel (2014)

Matthias Koeppel (* 22. August 1937 in Hamburg;<ref>Biographie von Matthias Koeppel. In: matthias-koeppel.de. Abgerufen am 27. Februar 2026.</ref> † 26. Februar 2026 in Berlin<ref>Berliner Maler Matthias Koeppel gestorben. In: rbb24.de. 27. Februar 2026, abgerufen am 27. Februar 2026.</ref>) war ein deutscher Maler und Dichter.

Leben

Der Mitbegründer der Schule der neuen Prächtigkeit (1973) – zu der seine Malerfreunde Johannes Grützke, Manfred Bluth und Karlheinz Ziegler gehörten<ref name="Romantik" /> – wurde einem größeren Publikum vor allem durch seine Gedichte in Starckdeutsch (Erstveröffentlichung 1972, im Juliheft der Zeitschrift Pardon) bekannt (Selbstbezeichnung „Sprachkünstler“). Ab 1975 textete Koeppel auch für das Männer-Vokalensemble Berliner Hymnentafel.<ref>1975. In: hymnentafel-berlin.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. August 2019; abgerufen am 27. Februar 2026.</ref>

Koeppel war von 1981 bis 2003 Hochschullehrer für Freies Malen und Zeichnen an der Fakultät für Architektur der TU Berlin. In dieser Zeit unterstützte er den Ullstein Verlag, Künstler zu rekrutieren für die Buddy-Bär-Berlin-Show.<ref>Eva und Klaus Herlitz: Buddy Bär Berlin Show, Neptun Verlag AG, CH-8280 Kreuzlingen, ISBN 3-85820-152-9.</ref> Er selbst beteiligte sich mit zwei von ihm gestalteten Bären, die später zur Unterstützung von Kindern in Not versteigert wurden.

Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes (DKB) nahm Koeppel an mehreren großen Jahresausstellungen des DKB zwischen 1972 und 1985 teil. Im Jahr 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Künstlersonderbundes in Deutschland (KSB). Außerdem war er Ehrenmitglied im Verein Berliner Künstler.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Künstler des Vereins Berliner Künstler, aufgerufen am 2. November 2017 (Memento vom 7. November 2017 im Internet Archive)</ref>

Koeppel setzte ab den 1970er Jahren die Berliner Mauer kontinuierlich ins Bild und kann schließlich als „Historienmaler des Mauerfalls“ bezeichnet werden. In zahlreichen Arbeiten zwischen 1990 und 2008 ließ er die Nacht vom 9. zum 10. November 1989 Revue passieren.<ref>Anke Kuhrmann: An der Grenze. Künstler aus Ost und West sehen die Berliner Mauer. In: Stiftung Berliner Mauer, Denkmalpflege der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (Hrsg.): Die Berliner Mauer in der Kunst. Bildende Kunst, Literatur und Film. Ch. Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-652-9, Zwischen Jubel, Skepsis und Erinnerung – Mauerbilder und Mauerkunst nach 1989, S. 172 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 1997 vollendete Koeppel das Triptychon Die Öffnung der Berliner Mauer für den Preußischen Landtag, Berlin.<ref name="Bart">Dominik Bartmann, Franziska Nentwig: Matthias Koeppel: Himmel, Berlin! Ausstellungskatalog. Hrsg.: Stiftung Stadtmuseum Berlin. Nicolai, Berlin 2014, ISBN 978-3-89479-854-3, S. 169–171.</ref>

...und alles wird wieder gut.
Der 3. Oktober '90 vor der Neuen Wache
Matthias Koeppel, 1991
Öl auf Leinwand
Deutsches Historisches Museum, Berlin

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(bitte Urheberrechte beachten)

Neben seiner Konzentration auf Berliner Ereignisse war Koeppel bekannt für seine Malereien mit großem Himmel über Berlin, unter dem sich deutsche Zeitgeschichte vollzieht, und seinen Realismus. Ab Mitte der 2010er Jahre entwickelte er einen neuen Malstil, den Neokubismus.<ref>Matthias Koeppel. Himmel, Berlin! In: Stiftung Stadtmuseum Berlin. Abgerufen am 10. März 2019.</ref><ref>Martina Kaden: Kleiner Stilwechsel. Matthias Koeppel kann auch anders. In: B.Z. 12. Januar 2017, abgerufen am 6. September 2019.</ref><ref>Matthias Wulff: Warum Matthias Koeppel nur Berlin braucht, um zu malen. In: Berliner Morgenpost. 14. März 2014, abgerufen am 6. September 2019.</ref><ref>Ingeborg Ruthe: Maler Matthias Koeppel wird 80. Der Prächtigkeits-Himmel über Berlin. In: Berliner Zeitung. 21. August 2017, abgerufen am 6. September 2019.</ref> Ein hintergründiger Humor – bis hin zu deutlichen Persiflagen – in seinen Bildern stellte die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse seiner Zeit ins Blickfeld, er selbst setzte sich auch häufig mit in die Darstellung. Ein Lieblingsobjekt von Kloeppel war das Brandenburger Tor.<ref name="Romantik" />

Als Sprachkünstler veröffentlichte Koeppel auch Schüttelreime und Sonette. In parodistischen Gedichte nutzte er Starckdeutsch, eine Kunstsprache, die er selbst erdacht hatte.<ref>Ironischer Realist. In: spiegel.de. 5. März 2026, abgerufen am 11. März 2026.</ref> Ein von ihm gern benutzter Spruch lautet: „Wenn ich heute etwas male, ist es morgen schon Geschichte“.<ref name="Romantik" />

Privates

Koeppel war ab 1995 mit der koreanisch-deutschen Malerin Youn-Sook Hong, gen. Sooki verheiratet, mit der er eine Tochter hatte.<ref>Sooki - Biographie. In: sookikoeppel.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Oktober 2019; abgerufen am 27. Februar 2026.</ref> Freunde und nahe Verwandte wussten, dass Koeppel unter der Parkinson-Krankheit litt.<ref name="Romantik" />

Koeppel hinterlässt insgesamt fünf Kinder (zwei Töchter und drei Söhne) aus drei Ehen.<ref>Claudia von Duehren: Mit 88 Jahren: Berlins Malerfürst Matthias Koeppel ist tot. 27. Februar 2026, abgerufen am 1. März 2026.</ref>

Veröffentlichungen

  • Jenseits von Duden: Ein interaktives Wörterbuch der neuschwachhochdeutschen Sprache. Libelli-Ars, Fuldatal 2003, ISBN 3-936744-06-8.
  • Um die Wurst. Sonette zur Lage. Tenzone & Coda. Wohlleben, Hamburg 2006, ISBN 3-88159-066-8 (mit Klaus M. Rarisch).
  • Gemalt auf Spiekeroog. Edition Walfisch, Bremen 2007, ISBN 978-3-938737-20-0.
  • Schüttelreime – Rüttelscheime. Gezeichnet, gefunden und erfunden von Matthias Koeppel. B & S Siebenhaar, Berlin / Kassel 2012, ISBN 978-3-943132-12-0.
  • Jörg Deuter (Hrsg.): Festschrift für Matthias Koeppel zum 85. Geburtstag. Laugwitz Verlag, Buchholz in der Nordheide 2022, ISBN 978-3-933077-66-0 (mit Erinnerungen Koeppels an Armin T. Wegner und über seine Bezüge zu Werner Heldts Malerei)

Auszeichnungen

Ausstellungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

  • 1984: Requiem für Luise (Modell standen ihm die Musiker-Geschwister Inga und Anette Humpe)
  • Vor 1990: Die sieben Todsünden der Kleinbürger<ref name="Romantik" />
  • 1995: Erster Spatenstich auf der Brache Potsdamer Platz<ref name="Romantik" />
  • 1997: Die Öffnung der Berliner Mauer, ein Triptychon und Auftragswerk, hängt im Berliner Abgeordnetenhaus. Es zeigt auf der linken Tafel das Ostvolk aus der Dunkelheit in die Freiheit strebend, auf der Mitteltafel stehen damalige Politiker wie Walter Momper und der Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem Blick auf sein „Einheitsvolk“ in der Morgenröte, ein echtes Wimmelbild, ganz rechts stehen die Ersten, die das „rettende Ufer“ erreicht haben<ref name="Romantik" />
  • 2016/17: Die Performance zum Richtfest des Museums der Moderne (auch „Scheune am Potsdamer Platz“ genannt > das Sieger-Architekturmodell mit einem lila Himmel und einem Flugzeug darin)<ref name="Romantik" /><ref>Ansicht des Bildes, abgerufen am 25. März 2026.</ref>
  • o. J.: Experiment und Methode, ein Werkkomplex der Fotografie<ref name="Romantik" />

Weblinks

Commons: Matthias Koeppel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Romantik">Ingeborg Ruthe: Ein grimmiger Romantiker (mit der Abbildung zwei Werke). Hrsg.: Berliner Zeitung. 24. März 2026, S. 11.</ref> </references>

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