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(37) Fides

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Asteroid
(37) Fides
37Fides (Lightcurve Inversion).png
Berechnetes 3D-Modell von (37) Fides
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.460.800,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2.64264 AE
Exzentrizität 0.174850
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 3.06800 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 108,4 km ± 1,9 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,18
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
S
Geschichte
Entdecker K. T. R. Luther
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1855 TB, 1925 WH
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(37) Fides ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 5. Oktober 1855 vom deutschen Astronomen Karl Theodor Robert Luther an der Sternwarte Düsseldorf entdeckt wurde.

Der Asteroid wurde benannt nach Fides, der römischen Göttin des Glaubens, der Eide und der Ehrlichkeit. Da fides im Kirchenlatein den christlichen Glauben bezeichnet und gleichzeitig ein an das christliche Kreuz angelehntes Symbol gewählt wurde, kann nicht ausgeschlossen werden, dass genau diese Assoziation beabsichtigt war. Luther erklärte in einem Schreiben vom 11. Oktober 1855, „… dass der Düsseldorfer Gemeinderath in seiner gestrigen Sitzung, aus einer vom Curatorium der Sternwarte zu diesem Zweck entworfenen Liste, für meinen neuesten Planeten den Namen Fides und das Zeichen eines Kreuzes Astronomisches Symbol von Fides gewählt hat.“<ref>R. Luther: Schreiben des Herrn Dr. R. Luther, Directors der Sternwarte zu Bilk, an den Herausgeber. In: Astronomische Nachrichten. Bd. 42, Nr. 991, 1856, Sp. 107–108 (online).</ref> Es war das letzte von einem Astronomen vorgeschlagene Symbol für einen Hauptgürtel-Asteroiden. Das Symbol konnte sich in der wissenschaftlichen Literatur nicht mehr gegen die seinerzeit eingekreiste und heute eingeklammerte oder freistehende Nummerdarstellung durchsetzen.

Wissenschaftliche Auswertung

Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im Infraroten am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi von 1973 wurden für (37) Fides erstmals Werte für den Durchmesser und die Albedo von 95 km und 0,19 bestimmt.<ref>D. Morrison: Radiometric diameters and albedos of 40 asteroids. In: The Astrophysical Journal. Band 194, 1974, S. 203–212, doi:10.1086/153236 (PDF; 997 kB).</ref><ref>D. Morrison: Asteroid sizes and albedos. In: Icarus. Band 31, Nr. 2, 1977, S. 185–220 doi:10.1016/0019-1035(77)90034-3.</ref> Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (37) Fides, für die damals Werte von 108,4 km bzw. 0,18 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Mit hochaufgelösten Aufnahmen mit dem Adaptive Optics (AO)-System am Teleskop II des Keck-Observatoriums auf Hawaiʻi im Infraroten vom 16. August 2009 konnte ein äquivalenter Durchmesser von 118 ± 10 km abgeleitet werden.<ref>J. Hanuš, F. Marchis, J. Ďurech: Sizes of main-belt asteroids by combining shape models and Keck adaptive optics observations. In: Icarus. Band 226, Nr. 1, 2013, S. 1045–1057, doi:10.1016/j.icarus.2013.07.023 (arXiv-Preprint: PDF; 1,79 MB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 107,1 km bzw. 0,19.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, C. Nugent, M. S. Cabrera: Preliminary Analysis of WISE/NEOWISE 3-Band Cryogenic and Post-cryogenic Observations of Main Belt Asteroids. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 759, Nr. 1, L8, 2012, S. 1–8, doi:10.1088/2041-8205/759/1/L8 (PDF; 3,27 MB).</ref> Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 mit 88,4 km bzw. 0,26 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.<ref>C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Bauer, R. M. Cutri, E. A. Kramer, T. Grav, J. Masiero, S. Sonnett, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year Two: Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astronomical Journal. Band 152, Nr. 3, 2016, S. 1–12, doi:10.3847/0004-6256/152/3/63 (PDF; 1,34 MB).</ref>

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (37) Fides eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. K-Typ.<ref>D. Lazzaro, C. A. Angeli, J. M. Carvano, T. Mothé-Diniz, R. Duffard, M. Florczak: S3OS2: the visible spectroscopic survey of 820 asteroids. In: Icarus. Band 172, Nr. 1, 2004, S. 179–220, doi:10.1016/j.icarus.2004.06.006 (arXiv-Preprint: PDF; 3,49 MB).</ref>

Photometrische Beobachtungen von (37) Fides fanden erstmals statt am 18. Januar und 17. Februar 1977 am Osservatorio Astronomico di Torino in Italien. Die über jeweils nur wenige Stunden erfassten Lichtkurven konnten nicht zu einer Rotationsperiode ausgewertet werden, es wurde dafür nur ein grober Wert von etwas über 4, vielleicht 5 Stunden angenommen.<ref>F. Scaltriti, V. Zappalà: Photoelectric Photometry of Asteroids 37, 80, 97, 216, 270, 313, and 471. In: Icarus. Band 34, Nr. 2, 1978, S. 428–435, doi:10.1016/0019-1035(78)90178-1.</ref> Weitere Beobachtungen vom 17. bis 21. August 1979 am La-Silla-Observatorium führten in einer ersten Auswertung zu einer Rotationsperiode von etwa 7,3 Stunden. Nach eingehender Analyse der Lichtkurve schienen jedoch vier unterschiedliche Extrema pro Umdrehung aufzutreten und es wurde daher ein doppelt so großer Wert von 14,66 h bevorzugt.<ref>H. J. Schober: Quadruple Extrema in the Complex Lightcurve of the Asteroid 37 Fides? In: Astronomy & Astrophysics. Band 105, Nr. 2, 1982, S. 419–421, bibcode:1982A&A...105..419S (PDF; 64 kB).</ref>

Datei:000037-asteroid shape model (37) Fides.png
Berechnetes 3D-Modell von (37) Fides

In einer Untersuchung von 1983 erfolgte eine Neubewertung der Beobachtungen von 1977 und 1979. In beiden Fällen konnte eine gute Übereinstimmung der Messergebnisse mit einer Periodizität von 7,33 h erreicht werden, diese kürzere Periode wurde daher als am plausibelsten angesehen. Umfangreiche neue Beobachtungen vom 30. November bis 14. Dezember 1980 am Osservatorio Astronomico di Torino und am Osservatorio Astronomico di Collurania-Teramo in Italien und am Observatorium Hvar in Kroatien sowie vom 31. Januar bis 3. Februar 1981 in Teramo bestätigten ebenfalls eine Rotationsperiode von 7,33 h.<ref>V. Zappalà, M. Di Martino, F. Scaltriti, R. Burchi, L. Milano, J. W. Young, G. Wahlgren, K. Pavlovski: Remarkable modification of light curves for shadowing effects on irregular surfaces: the case of the asteroid 37 Fides. In: Astronomy & Astrophysics. Band 123, Nr. 2, 1983, S. 326–330, bibcode:1983A&A...123..326Z (PDF; 127 kB).</ref> Weitere photometrische Beobachtungen während drei Nächten vom 14. Januar bis 1. Februar 1981 am Table Mountain Observatory in Kalifornien führten in der Auswertung ebenfalls zu einer Rotationsperiode von 7,330 h,<ref>A. W. Harris, J. W. Young: Asteroid lightcurve observations from 1979–1981. In: Icarus. Band 81, Nr. 2, 1989, S. 314–364, doi:10.1016/0019-1035(89)90056-0.</ref> ebenso wie Messungen vom 18. Oktober bis 3. November 1984 am Gila Observatory in Arizona, die einen Wert von 7,335 h lieferten.<ref>K. W. Zeigler, W. B. Florence: Photoelectric Photometry of Asteroids 23 Thalia and 37 Fides. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 12, Nr. 3, 1985, S. 21–23, bibcode:1985MPBu...12...21Z (PDF; 157 kB).</ref>

Aus den von 1977 bis 2003 archivierten Daten berechnete eine Untersuchung von 1986 zwei alternative Lösungen für die Position der Rotationsachse, beide nahezu in der Ebene der Ekliptik gelegen, sowie eine Periode von 7,332 h und das Achsenverhältnis für eine zweiachsig-ellipsoidische Gestalt des Asteroiden.<ref>P. Magnusson: Distribution of spin axes and senses of rotation for 20 large asteroids. In: Icarus. Band 68, Nr. 1, 1986, S. 1–39, doi:10.1016/0019-1035(86)90072-2.</ref> Mit Daten aus dem Uppsala Asteroid Photometric Catalogue (UAPC) wurde dann in einer Untersuchung von 2003 ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei Positionen der Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 7,3335 h bestimmt. Das Modell zeigt eine nahezu rundliche, jedoch stellenweise ziemlich zerklüftete Form.<ref>J. Torppa, M. Kaasalainen, T. Michałowski, T. Kwiatkowski, A. Kryszczyńska, P. Denchev, R. Kowalski: Shapes and rotational properties of thirty asteroids from photometric data. In: Icarus. Band 164, Nr. 2, 2003, S. 346–383, doi:10.1016/S0019-1035(03)00146-5 (PDF; 303 kB).</ref> Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory und der Catalina Sky Survey in Arizona, des Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma und des Astrometrie-Satelliten Hipparcos ermöglichte dann in einer Untersuchung von 2011 die Berechnung eines neuen dreidimensionalen Gestaltmodells und zwei alternativer Lösungen für die Position der Rotationsachse, allerdings mit prograder Rotation, und einer Periode von 7,33253 h.<ref>J. Hanuš, J. Ďurech, M. Brož, B. D. Warner, F. Pilcher, R. Stephens, J. Oey, L. Bernasconi, S. Casulli, R. Behrend, D. Polishook, T. Henych, M. Lehký, F. Yoshida, T. Ito: A study of asteroid pole-latitude distribution based on an extended set of shape models derived by the lightcurve inversion method. In: Astronomy & Astrophysics. Band 530, A134, 2011, S. 1–16, doi:10.1051/0004-6361/201116738 (PDF; 1,82 MB).</ref>

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (37) Fides, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 7,3325 h berechnet wurde.<ref>J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).</ref> Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 7,3327 h berechnet werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: (37) Fides – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />