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Tauferer Bahn

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Bruneck–Sand in Taufers
Datei:Taufererbahn Sand.jpg
Zug der Tauferer Bahn in Sand
Zug der Tauferer Bahn in Sand
Datei:TuresValleyRailroadMap.svg
Streckenverlauf
Streckenlänge:15,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:800 V =
Maximale Neigung: 18 
Minimaler Radius:150 m
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Pustertalbahn von Franzensfeste
0,000 Bruneck Staatsbahn 825 m s.l.m.
0,396 Rienz
Pustertalbahn nach Innichen
0,979 Bruneck Lokalbahn
2,625 Sankt Georgen bei Bruneck 826 m s.l.m.
5,095 Gais 829 m s.l.m.
6,547 Unterwerk
8,717 Uttenheim
9,068 Ahr
9,231 Uttenheim 838 m s.l.m.
12,543 Mühlen 846 m s.l.m.
13,403 Kematen Winkl 848 m s.l.m.
15,240 Sand in Taufers 860 m s.l.m.

Die Tauferer Bahn war eine 15,4 Kilometer lange normalspurige Lokalbahn in Südtirol. Sie führte vom an der Pustertalbahn gelegen Bahnhof Bruneck nach Taufers.

Datei:Taufererbahn-MJ.jpg
Blick Richtung Sand in Taufers (um 1900), am linken Bildrand Ansitz Neumelans

Streckenverlauf

Die Bahnlinie folgte gleich nach dem Verlassen des Brunecker Bahnhofs im Pustertal dem Lauf der Ahr ins Tauferer Tal bis nach Sand in Taufers. Zwischenstationen gab es in Sankt Georgen bei Bruneck, Gais, Uttenheim, Mühlen in Taufers und in Kematen.

Dank der für den Bahnbau optimalen Gegebenheiten konnte auf aufwändige Kunstbauten verzichtet werden. Lediglich zwei Brücken mussten eigens für die Tauferer Bahn errichtet werden: in Uttenheim über die Ahr und in Mühlen über den Mühlwalder Bach.

Geschichte

Datei:Sommerfahrplan Tauferer Bahn 1922.png
Sommerfahrplan von 1922
Datei:Ferrovia Campo di Tures - 30 luglio 1956.jpg
Elektrischer Triebwagen der Bahn (1956)

Am 29. April 1908 erteilte das Eisenbahnministerium die Konzession für die "normalspurige Lokalbahn mit elektrischem Betriebe von Bruneck nach Sand in.T."<ref>ÖNB-ALEX - Reichsgesetzblatt 1849-1918. Abgerufen am 26. August 2025.</ref> Die Bahn wurde gebaut, um den Hauptort Sand in Taufers an das europäische Eisenbahnnetz anzubinden. Die Projektierung wurde vom bekannten Tiroler Eisenbahnplaner Josef Riehl und Josef Beikircher (einem der Konzessionäre) vorgenommen. Circa 300 Arbeiter waren ab Juli 1907 mit dem Bau beschäftigt. Die Eröffnung der 15,4 km langen Bahnstrecke erfolgte am 20. Juli 1908.<ref>Die feierliche Eröffnung der Tauferertalbahn. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 165/1908, 21. Juli 1908, S. 5, Mitte rechts (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibnDie feierliche Eröffnung der Tauferertalbahn. (…) Das Festbankett. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 166/1908, 22. Juli 1908, S. 6 Mitte (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref> Einen Tag später wurde der offizielle Betrieb aufgenommen.

Datei:Aktie Bruneck Sand.jpg
Aktie im Nennwert von 1.000 Kronen

Noch im Eröffnungsmonat wurde um die Bewilligung von Vorarbeiten für die Verlängerung der Bahn von Sand nach Steinhaus angesucht, doch wurde dieses Vorhaben dann nicht weiter verfolgt.<ref>Aus Stadt und Land. Von der Lokalbahn Bruneck–Sand. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 168/1908, 24. Juli 1908, S. 5 Mitte (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref>

Betrieb

Datei:Tauferer Bahn 1914.jpg
Zug der Tauferer Bahn im Jahr 1914

Die Bahn wurde mit 800 V Gleichstrom elektrisch betrieben, womit diese zu den ältesten elektrisch betriebenen Bahnstrecken Altösterreichs zählte. Für den Betrieb wurde die im Tal vorhandene Wasserkraft der Ahr aus dem Elektrizitätswerk Mühlbach bei Gais genützt.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Betriebsabwicklung der k.k. priv. Südbahn-Gesellschaft übertragen, die auch die Pustertalbahn betrieb. Danach übernahmen bis zur Einstellung die Italienischen Staatseisenbahnen die Betriebsführung.

Weil die eingleisige Strecke ohne Ausweichen errichtet worden war, waren Zugkreuzungen auf der Strecke nicht möglich. Die Fahrzeit betrug für jeweils eine Richtung ca. 50 Minuten. Täglich wurden sechs Zugpaare geführt.

Stilllegung

Auf Grund des aufkommenden Automobilverkehrs wurde der Betrieb mit Ablauf des 31. Jänner 1957 eingestellt. Die Beförderung der Fahrgäste wurde von Autobussen übernommen, die bis heute verkehren.

Gegenwart und Zukunft

Teilweise wurde die Trasse in einen Radweg umgewandelt. Nur mehr wenige Zeugnisse des einstigen Bahnverkehrs sind heute noch erhalten. 2014 legte der deutsche Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Tauferer Bahn vor.<ref>Hans Berger: "Das Projekt Tauferer Bahnl muss gut überlegt sein". salto.bz, 27. März 2014, abgerufen am 12. Mai 2014.</ref> Im Sommer 2025 wurde bekannt, dass der Landtag von Südtirol am 25. Jänner 2025 einstimmig die Reaktivierung der Bahnstrecke beschlossen hatte.<ref>Du bist Tirol Genossenschaft: „Reaktivierung der Tauferer Bahn!“ Abgerufen am 25. August 2025.</ref>

Fahrzeuge

Der Wagenpark der Tauferer Bahn bestand aus zwei zweiachsigen Triebwagen MBCD 701 und MBCD 702 mit jeweils zwei Fahrmotoren zu 48 kW Leistung und zwei zweiachsigen Beiwagen. Diese Trieb- und Beiwagen wurden von der Grazer Waggonfabrik im Jahr 1908 geliefert.

Literatur

  • Albert Ditterich (Hrsg.): Die Lokalbahnen in Tirol. Ein Führer durch das Localbahnmuseum Innsbruck. Eigenverlag Tiroler Museumsbahnen, Innsbruck 1991 (permalink.obvsg.at).
  • Werner Duschek, Walter Pramstaller, u. a.: Local- und Straßenbahnen im alten Tirol. Eigenverlag Tiroler Museumsbahnen, Innsbruck 2008.
  • Daten, Fakten und Hintergründe zum aktuellen Zeitgeschehen. In: Pustertaler Zeitung. Pustertaler Medien GmbH, Bruneck 5. Dezember 2003 (permalink.obvsg.at).
  • Hartmann Hinterhuber, Hans H. Hinterhuber: Josef Beikircher 1850–1925. Relation über die Anfänge der Pustertaler Lodenfabrik und die Planung der Tauferer Bahn. In: Der Schlern. Nr. 8. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2008, S. 30–65 (permalink.obvsg.at).
  • Walter Kreutz: Die Lokalbahn Bruneck–Sand i. Taufers. In: Eisenbahn. Nr. 12, 1958, ISSN 0013-2756, S. 197–198 (Teil der Reihe Elektrische Lokal- und Straßenbahnen österreichischer Herkunft in Südtirol).

Weblinks

Commons: Tauferer Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Koordinaten: 46° 55′ 8″ N, 11° 57′ 12″ O

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