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Oberstenweiler

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Oberstenweiler
Gemeinde Salem
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(355)&title=Oberstenweiler 47° 45′ N, 9° 21′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(355) 47° 45′ 28″ N, 9° 20′ 52″ O
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Höhe: 555 (–599) m ü. NHN
Fläche: 3,24 km²
Einwohner: 355 (31. Dez. 2024)<ref name="Kommunaldaten">Einwohnerzahl und Fläche Gemeinde Salem. Abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Salem
Postleitzahl: 88682
Vorwahl: 07544
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Oberstenweiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Lage

Oberstenweiler liegt in der Bodenseeregion im Linzgau, zwei Kilometer östlich von Leutkirch. Vom Dorf aus hat man bei gutem Wetter Fernblick auf den Bodensee und die Alpen.<ref>Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Oberstenweiler, S. 332 in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972.</ref>

Oberstenweiler liegt auf Sedimenten der Tettnang-Subformation in hügeliger, grünlandreicher Landschaft aus der Würm-Kaltzeit<ref name="LGRB-GK50" /> auf einer Rodungsinsel. Das Dorf liegt auf einem Ausläufer des Gehrenbergs. Von den beiden Geländehöckern Neubühl (579 m ü. NHN<ref name="LUBW-TK-HLB-Höhe" />) und Bergle (599 m ü. NHN<ref name="LUBW-TK-HLB-Höhe" />) aus gesehen liegt das Dorf am steilen Südabfall in das Salemertal. Der Klotzenbach fließt am Ostrand des Ortes hinunter und vereinigt sich mit dem Tobelbach, der vom Westrand des Ortes kommt, zum Wespach.

Gliederung

Zur Gemarkung gehören das Dorf Oberstenweiler und der Weiler Rimpertsweiler.<ref>Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Oberstenweiler 2009</ref>

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Oberstenweiler wurde im 8./9. Jahrhundert besiedelt. Es gehört zu den Ausbauorten der alemannischen Landnahme unter fränkischer Herrschaft.<ref>Kuratorium Heimat und Arbeit (Hrsg.) (1972): Alemannische Besiedlung, S. 121, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee.</ref>

Mittelalter und frühe Neuzeit

Der Ort Oberstenweiler wurde 1220 erstmals als „Obeestenwilare“ urkundlich erwähnt. Die Grundherrschaft war hier im Mittelalter uneinheitlich. Verschiedene Herrschaften hatten Besitzrechte an den Lehnshöfen: Grafschaft Heiligenberg, die auch die Ortsherrschaft innehatten, Kloster Salem, der Hochstift Konstanz, Spital Konstanz und Kloster Weingarten. Im Jahr 1637 erwarb die Reichsabtei Salem sowohl die Ortsherrschaft als auch die Hochgerichtsbarkeit von den Grafen von Heiligenberg.<ref>Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altge-meinde Oberstenweiler, 2009.</ref>

Das Hofgut Rimpertsweiler wird 1211 als „Ripretswilare“ erstmals erwähnt.

Moderne

Nach der Enteignung des Klosters Salem im Zuge der Säkularisation 1803 gehört der Ort zum standesherrlichen badischen Oberamt, ab 1813 zum großherzoglichen badischen Bezirksamt Salem im Seekreis, ab 1857 zum Bezirksamt Überlingen im Großherzogtum Baden.

Im Jahr 1834 wurden die bäuerlichen Feudallasten abgelöst.<ref>F. X. Conrad Staiger: Oberstenweiler, S. 249–252, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863 (ND 2008)</ref>

Im Jahr 1925 wurde Rimpertsweiler mit eigener Gemarkung aus der damaligen Gemeinde Wittenhofen herausgelöst und der Gemeinde Oberstenweiler zugeordnet.

Bis 1972 war Oberstenweiler selbständige Gemeinde im Landkreis Überlingen.<ref></ref> Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Oberstenweiler 1973 der Gemeinde Salem an.<ref> Statistisches Landesamt BW: Gemeindeliste III - Herkunft und Verbleib der Gemeinden nach Abschluss der Kreis- und Gemeindereform, Stuttgart 1999. </ref>

Gesellschaft

Bevölkerung

Datei:Einwohnerentwicklung.svg

Die Zahl der Einwohner in Oberstenweiler hat sich seit den 1970er Jahren (170) bis 2024 (355) verdoppelt. Davor hatte sie sich über 120 Jahre kaum verändert.<ref> Oberstenweiler auf Landeskunde entdecken online – leoBW</ref>

Religion

Die Bevölkerung war bis zur Aufhebung der Klosterherrschaft 1803 katholisch. Dies ändert sich im 19. Jahrhundert nur minimal. In den 1950er Jahren ist ein deutlicher Anstieg der evangelischen Bevölkerung auf rund 20 % zu verzeichnen.<ref>[1]</ref>

Oberstenweiler und Rimpertsweiler gehören zur ehemaligen katholischen Pfarrei Leutkirch (Neufrach). Die Antoniuskapelle, Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, ist 1965 nach Einsturz abgebrochen worden.

Politik

Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2008 in einer unechten Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitzen. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenten. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Oberstenweiler war Albert Maier (1957–1972).

Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Datei:Dorfplatz OberstenweilerFoto.jpg
Dorfplatz Oberstenweiler 2019

Im Jahr 1991 wurde ein neuer Spielplatz angelegt, 1994 die Hungerbrücke Richtung Leutkirch saniert und 1995 ein Feuerwehrgerätehaus erstellt. Dieses wurde 2010 zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Die Außenanlage wurde als Dorfplatz umgestaltet und im Sommer 2012 eingeweiht.<ref>https://www.salem-baden.de/de/gemeinde-salem/ortsteile-und-geschichte/ortsteile/oberstenweiler</ref>

Verkehr

Oberstenweiler liegt an der Straße von Mittelstenweiler nach Grünwangen und ist über die Antonius-Straße von Leutkirch her erreichbar.

Wirtschaft

Datei:Oberstenweiler-PK1930 Totale-Sternen-Kapelle P1940.tif

Das Dorfbild ist noch immer landwirtschaftlich geprägt. Die Familie Fuchs betrieb seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein Gasthaus mit dem Namen "Zum Sternen".

Das Hofgut Rimpertsweiler betreibt einen Hofladen mit biologischen Produkten und ein Café. Auf der ehemaligen Gemarkung von Rimpertsweiler wurde 1965 auf dem Gelände ein Therapiezentrum für Suchtkranke errichtet, zunächst unter dem Namen „Kurheim Henneberg“. 1971 übernahm die Kulturtherapeutische Gemeinschaft GmbH die Einrichtung und benannte sie in „Akademie für Kunst und Therapie“ um. Heute trägt sie den Namen „Sieben Zwerge – Fachklinik für Drogenkrankheiten“.<ref>Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Oberstenweiler 2009</ref>

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Datei:11.1Weinfass Oberstenweiler 1906.jpg
Weinfass beim Torkel

Unter Denkmalschutz stehen in Oberstenweiler zwei Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ein Laufbrunnen und das ehemalige Torkelgebäude.<ref>Regierungspräsidium Tübingen Referat26: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Salem-Oberstenweiler (Bodenseekreis) 2012.</ref> Von den zwölf im Jahr 2019 erfassten Kleindenkmalen sind sieben religiöser Natur, Wegkreuze oder Bildstöcke. Das große Weinfass, das unmittelbar beim Torkel steht, wurde zur Erinnerung an „Badens schönsten Feier 1906“ errichtet. Vermutlich war die Goldene Hochzeit des Großherzogs gemeint.<ref>Rudolf Koch: Dokumentation der Kleindenkmale Oberstenweiler, 2019</ref>

Bildung

Schulisch war der Ort vermutlich seit 1787 mit Leutkirch verbunden. Dieser Schulverband wurde 1909 aufgelöst; anschließend erhielt Mittelstenweiler ein eigenes Volksschulgebäude für den neuen Schulverband Mittelstenweiler-Oberstenweiler-Rimpertsweiler.<ref >Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Oberstenweiler 2009</ref>

Vereine und Veranstaltungen

Der Narrenverein Trubepflegler Zunft e. V. Oberstenweiler gehört zur Narrenvereinigung Hegau-Bodensee Landschaft Linzgau. Gegründet wurde er im Jahr 1970. Neben dem alle zwei Jahre stattfindenden gemeinschaftlichen Umzug der Salemer Narrenzünfte wird an zahlreichen auswärtigen Veranstaltungen teilgenommen.

Literatur

  • Kuratorium Heimat und Arbeit (Hrsg.): Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Oberstenweiler, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972. ISBN 3-8062-0102-1. S 332
  • Gemeinde Salem (Hrsg.): Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Oberstenweiler, 2009.
  • Hugo Gommeringer: Oberstenweiler, in: Salemer Wappen. 2000. ISBN 3-929551-09-8. S. 66 f
  • F. X. Conrad Staiger: Oberstenweiler, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863 (ND 2008). S 249 ff
  • Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg Bodenseekreis – Salem – Oberstenweiler
  • Hugo Gommeringer: Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Salem. 2004, ISBN 3-7954-6483-8

Weblinks

Commons: Oberstenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references>

   <ref name="LUBW-TK-HLB-Höhe">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte von: <ref name="DE-BW_LUBW">Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)</ref></ref>
   <ref name="LGRB-GK50">Geologie nach den Layern zu Geologische Karte 1:50.000 auf: <ref name="DE-BW_LGRB">Mapserver des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) (Hinweise)</ref></ref>

</references>

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