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Tata Steel

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Tata Steel Limited

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Tata Steel Logo.svg
Rechtsform Private Limited Company
ISIN INE081A01012
Gründung 1907
Sitz Mumbai, IndienDatei:Flag of India.svg Indien
Leitung Natarajan Chandrasekaran (Chairman)
Mitarbeiterzahl 75.000<ref Name="GB24/25" />
Umsatz 2,18 Billionen INR (2024/25)<ref Name="GB24/25">118th Annual Report 2024–2025, abgerufen am 24. Juli 2025 (PDF; 8 MB).</ref>
24,22 Mrd. Euro<ref>umgerechnet zum Kurs am Bilanzstichtag, den 31. März 2025.</ref>
Branche Stahlerzeugung
Website www.tatasteel.com
Stand: 31. März 2025

Tata Steel ist ein stahlerzeugendes und stahlverarbeitendes indisches Unternehmen mit Sitz in Mumbai. Mit einer Kapazität von etwa 35 Millionen Tonnen und rund 75.000 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten<ref Name="GB24/25" /> ist es eines der weltgrößten Stahlunternehmen.<ref>Top steel-producing companies 2024/2023, abgerufen am 24. Juli 2025</ref>

Organisation und Tätigkeiten

Tata Steel Limited ist Teil der Tata-Gruppe, einem globalen Mischkonzern mit Hauptsitz in Indien. Es betreibt Stahlwerke in 26 Ländern, darunter in China, Indien, Singapur, Thailand, Großbritannien und den Niederlanden. Die größte Produktionsstätte liegt im indischen Jamshedpur. Es hat Vertriebsniederlassungen in mehr als 35 Ländern.<ref>At a glance www.tatasteeleurope.com</ref> Das Unternehmen ist an der nationalen Indischen Börse und der Börse in Bombay gelistet.

In Europa betreibt Tata Steel auch Stahlwalzwerke, Beschichtungsanlagen und Verarbeitungswerke. Die europäischen Geschäftseinheiten sind in London registriert.

Geschichte

Nachdem Jamshedji Tata 1868 Tata in Mumbai gegründet hatte, gründete sein Sohn Dorabji Tata dort am 25. August 1907 die Stahl- und Eisensparte des Unternehmens unter dem Namen Tata Iron and Steel Company (TISCO). Vier Jahre später nahm TISCO in Sakchi den ersten Hochofen in Betrieb. Die dortige Planstadt, die man zur Beheimatung der Angestellten des Hauptstahlwerks errichtete, wurde später zu Ehren des Vaters in Jamshedpur umbenannt. Bis 1939 war die Produktion von Tata Steel auf 800.000 Tonnen Stahl pro Jahr angewachsen.

Die 1990er Jahre standen im Zeichen großflächiger Erneuerungen. Im Vordergrund standen technische Aufrüstungen sowie die Optimierung der IT-Systeme, ebenso wie eine strategische Neuausrichtung.<ref>Rudrangshu Mukherjee: A Century of Trust. The story behind TATA STEEL. Penguin Books India, New Delhi, 2008, ISBN 978-0-670-08156-1</ref><ref>Tata Group Heritage. Abgerufen am 29. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2004 erwarb Tata Steel das Unternehmen NatSteel aus Singapur, das ein Stahlwerk in China besitzt. Ein Jahr später folgte die Übernahme des Stahlunternehmens Millennium Steel PCL aus Thailand. 2007 wurde der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus der Tata-Steel-Gruppe angeschlossen. Mit einer Investition von 8,7 Milliarden Euro<ref>Tata Steel kauft Corus für fast 9 Milliarden Euro. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 31. Januar 2007, abgerufen am 28. März 2023.</ref> stellte sie bis dato die größte von einem indischen Konzern getätigte Übernahme eines ausländischen Unternehmens dar.<ref>Indian firms move to world stage. In: BBC news. 16. August 2007, abgerufen am 28. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2010 firmierte Corus offiziell in Tata Steel um.

Im Jahr 2012 zog sich Ratan Tata als Vorsitzender der Tata-Gruppe zurück. Auf ihn folgte Cyrus Mistry, ein Vorstandsmitglied von Tata Sons, dessen Familie über Jahrzehnte eng mit der Tata-Gruppe verbunden war.<ref>Cyprus P. Mistry: Indiens wichtigster Industrieller Frankfurter Allgemeine Zeitung, www.faz.net, 27. November 2011, abgerufen am 30. Juni 2018</ref> Im Oktober 2016 wurde Mistry abgesetzt, und Ratan Tata übernahm kommissarisch wieder die Leitung des Unternehmens.<ref>Ehemaliger Tata-Chef gibt überraschend den Kampf um seine Posten auf. In: Handelsblatt. 19. Dezember 2016, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Am 21. Februar 2017 übernahm Natarajan Chandrasekaran, der bis dahin Geschäftsführer von Tata Consultancy Services war, den Vorsitz der Tata-Gruppe.<ref>Hoffen auf Normalität: Indisches Konglomerat Tata mit neuem Chef. In: Focus online. 21. Februar 2017, abgerufen am 28. März 2023.</ref> Seit Oktober 2017 ist der Managing Director von Tata Steel Limited T. V. Narendran.<ref>Tata Steel elevates T V Narendran as global CEO, MD. In: The Hindu, www.thehindu.com. 31. Oktober 2017, abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 20. September 2017 gab das Unternehmen die Absicht bekannt, die europäischen Stahlaktivitäten mit der europäischen Stahlsparte von ThyssenKrupp zusammenzuschließen.<ref>Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen. www.welt.de</ref> Am 10. Mai 2019 wurde kommuniziert, dass die Fusion aufgrund der drohenden Untersagung durch die europäische Kommission nicht stattfindet.<ref>Carsten Dierig: ThyssenKrupp sagt Aufspaltung ab – 6000 Stellen werden gestrichen. 10. Mai 2019 (welt.de [abgerufen am 12. Mai 2019]).</ref> Am 11. Juni 2019 veröffentlichte die EU-Kommission ihre Entscheidung, die geplante Fusion wegen Wettbewerbsbedenken nicht zu genehmigen.<ref>Europäische Kommission – Pressemitteilung – Fusionskontrolle: Kommission untersagt geplanten Zusammenschluss zwischen Tata Steel und ThyssenKrupp. Abgerufen am 24. Juli 2019.</ref> 2021 durchlief das europäische Stahlgeschäft von Tata Steel einen Separationsprozess, in dem das niederländische und das britische Geschäft formell getrennt wurden.<ref name="Split-up weitergeführt">Tata Steel proceeding with UK-Dutch separation. In: argusmedia, www.argusmedia.com. 25. Juni 2021, abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Bestätigung Split-up">Tata Steel splits UK and Netherlands businesses. In: metallbulletin, www.metalbulletin.com. 1. Oktober 2021, abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In Europa

Bis Oktober 2021 firmierte Tata Steel in Europa als Tata Steel Europe Limited. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 gab das Unternehmen bekannt, dass Tata Steel Europe aufgespalten wird und Tata Steel Netherlands sowie Tata Steel UK als unabhängige Unternehmen innerhalb der Tata-Gruppe agieren.<ref name="Bestätigung Split-up" /><ref name="Split-up UK">Tata Steel Netherlands is breaking free from the British branch and is independent again after 22 years. In: World Today News, www.world-today-news.com. 1. Oktober 2021, abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="PM Split-up NL">Zelfstandig Tata Steel Nederland gaat voor groen staal in een schone omgeving. In: www.omgeving.tatasteel.nl. Abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Geschäftsaktivitäten laufen unter der Marke Tata Steel.<ref>Website Tata Steel. Abgerufen am 29. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Produktportfolio konzentriert sich auf Bandstahlprodukte.<ref>News – Tata Steel UK completes sale of Long Products Europe business to Greybull Capital. www.tatasteeleurope.com</ref><ref>Tata Steel signs definitive agreement with Liberty House Group for the sale of its Speciality Steels business. 9. Februar 2017, abgerufen am 29. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im April 2016 übernahm die Investmentfirma Greybull Capital die europäische Langstahl-Sparte von Tata Steel.<ref>Tata Steel UK trennt sich von Langstahl-Aktivitäten. In: marketSTEEL. 12. April 2016, abgerufen am 29. März 2023.</ref> Die größten europäischen Produktionsstandorte befinden sich in Port Talbot (Wales) und IJmuiden (Niederlande).<ref>Operations www.tatasteeleurope.com</ref> Der Standort in Port Talbot wird bis 2025 vom Hochofen-Betrieb auf Lichtbogenöfen umgerüstet.<ref>Tata Steel UK to proceed with Port Talbot shutdown, move toward electric arc furnace production | Hellenic Shipping News Worldwide. Abgerufen am 28. April 2024.</ref> Zu Tata Steel Netherlands gehört auch der Geschäftsbereich Downstream, was auch die deutschen Standorte beinhaltet.

Als Vorstandsvorsitzender der Tata-Gruppe verantwortete Cyrus Mistry die Geschäftstätigkeiten von Tata Steel und war damit bis 10/2016 auch für den europäischen Markt zuständig.<ref>11 interesting facts about Tata Group chairman Cyrus Pallonji Mistry www.india.tv</ref> Vorstandsvorsitzender der europäischen Sparte war bis Februar 2016 Karl-Ulrich Köhler. Von ihm übernahm Hans Fischer, der zuvor Chief Technical Officer gewesen war, zum 1. März 2016 als CEO von Tata Steel Europe.<ref>Tata Steel says Europe CEO to leave to join German firm. www.reuters.com</ref><ref>Tata Steel Europe bekommt neuen Chef www.handelsblatt.com</ref> Mit Wirkung zum 1. Juli 2019 übernahm wiederum der bisherige Chief Commercial Officer Henrik Adam die Position des CEO von Hans Fischer. Im Zuge der Umstrukturierung im Jahr 2021 übernahm CEO Henrik Adam zusätzlich die Aufgaben des Chief Technical Officer und des Chief Commercial Officer.<ref>Executive Committee. In: tatasteeleurope.com. Abgerufen am 11. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zum Jahreswechsel 2022 trat er seine neue Rolle als Vice President für European Corporate Affairs bei Tata Steel Limited an.<ref name="Board UK">The board. In: tatasteeleurope.com. Abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Konflikte und Kritik

2006 protestierte die lokale Bevölkerung gegen den von Tata Steel geplanten Bau einer Stahlfabrik in Kalinganagar im indischen Bundesstaat Odisha. Die Gründe für die Proteste lagen in ungeklärten Besitzansprüchen. Bei einer Demonstration verloren 13 Protestierende und ein Polizist das Leben.<ref>Survival International: Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten. Abgerufen am 24. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Tata-Gruppe geriet 2008 in die Kritik, da das von der Regierung im Bundesstaat Westbengalen zur Verfügung gestellte Land, auf dem eine Fabrik zur Herstellung des Autos Tata Nano errichtet werden sollte, zuvor unter zweifelhaften Umständen enteignet worden war. Es kam zu gewaltsamen Protesten und zu einer Blockade des fertiggestellten Werkes. In der Folge kam es innerhalb der lokalen Bevölkerung zu Konflikten zwischen den Fabrikbefürwortern, die auf einen Arbeitsplatz in der neuen Fabrik hofften, und den Gegnern des Fabrikbaus. Schließlich erhielt Ratan Tata von Narendra Modi, in der Zeit Ministerpräsident des Bundesstaates Gujarat, das Angebot, die Fabrik dort zu bauen.<ref>WELT: Indischer Kleinstwagen: Autobauer Tata legt Nano-Fabrik-Bau auf Eis. In: Die Welt. 8. September 2008 (welt.de [abgerufen am 17. August 2022]).</ref>

Das Werk im niederländischen Beverwijk steht wegen der hohen Anzahl von Lungenkrebsfällen in der Region in der Kritik.<ref>Tobias Müller: Dorfbewohner neben Stahlwerk. Schlechte Nachbarschaft. Auf taz.de vom 3. Februar 2021, abgerufen am 13. Juli 2021</ref> Zugleich sollen politische Funktionsträger verhindert haben, dass das Werk in einem entsprechenden Bericht als möglicher Auslöser aufgeführt wird.<ref>Gerrit Hoekman: Unter einer Decke. In junge Welt vom 12. Juli 2021, S. 9 (jungewelt.de, abgerufen am 13. Juli 2021)</ref> Anfang 2021 wurde deshalb von der Anwältin Bénédicte Ficq und rund 1200 Anwohnern eine Sammelklage eingereicht.<ref>Tobias Müller: Verklappung und Verpestung: Die im Graphitregen stehen. In: Die Tageszeitung: taz. 27. April 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 17. August 2022]).</ref>

Weblinks

Commons: Tata Steel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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