Gerdt Fehrle
Gerdt Fehrle (* 23. November 1961 in Stuttgart)<ref name="Litbay">Gerdt Fehrle im Literaturportal Bayern (Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek).</ref> ist ein deutscher Schriftsteller, Verleger und PR-Fachmann.
Herkunft und Studium
Der auf der Schwäbischen Alb in Giengen und Hermaringen aufgewachsene Fehrle<ref>Eva Stoss: Wie Großvater den Krieg verlor. In: Schwäbische Zeitung. 8. Mai 2020, abgerufen am 12. März 2025.</ref> besuchte bis zum Abitur das Margarete-Steiff-Gymnasium Giengen<ref>Im Schwäbischen absolut verortet, Heidenheimer Zeitung, 4. Dezember 2015.</ref> und studierte von 1987 bis 1993 Neuere Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz.<ref name="Litbay" />
Berufliche Tätigkeiten
Fehrle volontierte beim SWR (Standort Konstanz) und beim Carl Hanser Verlag in München.<ref name="Litbay" /> Das PR-Handwerk lernte er bei einer Münchner PR-Agentur.<ref>Gerdt Fehrle und Carla Jung. In: upload-magazin.de. Abgerufen am 12. März 2025.</ref> 1998 gründete er die Agentur Prospero mit ihren Akzenten der technischen Fach-PR für Industriekunden<ref>PR-Agentur ist auf Verlage und technische Industrie spezialisiert. Prospero PR: Carla Jung erhält Prokura. In: Buchreport. 18. Januar 2013, abgerufen am 12. März 2025.</ref> und der Verlags-PR<ref>Gerdt Fehrle: Warum der Buchhandel von Verlags-PR profitiert. In: Buchmarkt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Juni 2018; abgerufen am 10. April 2018.</ref>. 2012 folgte die Gründung des Louisoder Verlags mit den Schwerpunkten „Vergessene Moderne“, „Internationale Literatur“ und „Aktuelle Sachthemen“.<ref>Wie war Ihr Jahr, Gerdt Fehrle? In: Buchmarkt. 20. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. September 2017; abgerufen am 12. März 2025 (Interview).</ref><ref>Antje Weber: Lustvoll mit Wörtern spielen. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Februar 2018, abgerufen am 10. April 2018.</ref><ref>Melanie Brandl: „Wir bieten Sehnsuchtsorte und Entschleunigung“. Der kleine Münchner Verlag Louisoder hat sich mit hochwertig gebundenen Romanen und Fachliteratur etabliert. Münchner Merkur, 13. Dezember 2018, S. 19.</ref> 2020 folgte die Gründung des Glockenbach Verlags.<ref>Glockenbach-Verlag e. K., München (erloschen). In: northdata.de. Abgerufen am 12. März 2025.</ref> Fünf Jahre später fasste er seine Erkenntnisse in der Führung von Menschen und Teams in Unternehmen im Sachbuch Das Da-Vinci-Prinzip zusammen. Es soll als theorie- und erfahrungsgesättigtes Orientierungsbuch für Fragen der Führung, der Kommunikation und der persönlichen Entwicklung dienen.<ref>Prospero. The Man behind Germany’s Leading PR Agency. In: CEO Monthly, December 2025, S. 24 f.</ref>
Literarisches Schaffen
1984 erschien Fehrles erster Gedichtband Memento Mori, ein Jahr später beteiligte er sich mit zwölf Gedichten an der Anthologie Deutsche Lyriker der Gegenwart. 1986 kam sein zweiter Gedichtband Carna Vale sowie sein Erstlingsroman Milan heraus, für den er 1991 den Literaturförderpreis der Stadt Konstanz erhielt.<ref>Übersicht der FörderpreisträgerInnen 1983 - dato. In: konstanz.de. Abgerufen am 12. März 2025.</ref> 1997 verfasste er im Auftrag des Prestel Verlags das Kinderbuch Ich wünschte, ich müsste nicht schlafen über Keith Haring. Fehrles zweiten Roman Wie Großvater den Krieg verlor (2009)<ref>Lesung mit Gerdt Fehrle – Wie Großvater den Krieg verlor. In: soundcloud.com. 1. Februar 2018, abgerufen am 10. April 2018.</ref> erzählt aus einer privaten Perspektive heraus und lässt das Bild einer schwäbischen Großfamilie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen. 2010 folgt mit Das Meer hat wieder Lust sein dritter Gedichtband, 2013 der Roman Noir Und nachts fluten sie die Straßen.<ref>Dietmar Bruckner: Spätes Duell in den Straßen von Paris. in: Nürnberger Nachrichten, 2. Januar 2015, S. 26.</ref> Sein Roman Unter uns das stille Land<ref>Starke Gefühle, packende Story. In: Schwäbische Zeitung, 6. Dezember 2016, S. 11.</ref> erschien 2015.<ref name="Litbay" /> Die Romane Victoria. Liebe findet einen Weg<ref>Maximilian Haller: „Victoria – Liebe findet einen Weg“. Wovon der neue Roman des Exil-Hermaringers Gerdt Fehrle handelt. In: Heidenheimer Zeitung. 23. August 2024, abgerufen am 12. März 2025.</ref> und Die zwei Gesichter der Mona Lisa – gemeinsam mit Christian Rupprecht verfasst – folgten 2024.
Fehrle gehört zum einen zur „No-Future-Generation“ und gilt zugleich als sogenannter Kriegsenkel. Beides beeinflusst das Schaffen des Autors: Zentrale Themen sind die Heimatlosigkeit der Menschen in einer Welt, die ständig von Unsicherheit geprägt ist, sowie die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, wobei er in seinen Werken historische Tatsachen, autobiografische Erlebnisse und Fiktionen verbindet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Als Autor auf dem Weg zur Bekanntheit. ( vom 17. Januar 2013 im Internet Archive) In: Heidenheimer Zeitung, 10. August 2011.</ref><ref>Petra Weber-Obrock: Mit Wortgewalt das Herz berühren. In: Eßlinger Zeitung. 29. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Juli 2015; abgerufen am 12. März 2025.</ref>
Louisoder & Pfefferkorn Stiftung
Gerdt Fehrle leitet die 2014 gegründete gemeinnützige Louisoder & Pfefferkorn Stiftung, die sich unter anderem den Werken von Peter und Axel Pfefferkorn<ref>Siehe die biografischen Angaben auf seiner Website, abgerufen am 13. März 2025.</ref> widmet.<ref>Firmenprofil der Stiftung in der Datenbank von Dun & Bradstreet, abgerufen am 12. März 2025.</ref>
Werke (Auswahl)
- Memento Mori – bedenke, dass du sterben musst. Gedichte. Roderer, Regensburg 1984, ISBN 978-3-89073-007-3.
- Milan. Roman. Roderer, Regensburg 1986, ISBN 978-3-89073-020-2.
- Carna Vale – Fest des Fleisches. Gedichte. Roderer, Regensburg 1986, ISBN 978-3-89073-015-8.
- Das Meer hat wieder Lust. Gedichte. Roderer, Regensburg 1991, ISBN 978-3-89073-028-8.
- Ich wünschte, ich müsste nicht schlafen. Kinderkunstbuch. Prestel, München 1997.
- Der Fall von Paris. Roman. Buchbäcker, München 2008, ISBN 978-3-940240-03-3; als überarbeitete Neuauflage unter dem Titel Und nachts fluten sie die Straßen: Louisoder Verlag, München 2013, ISBN 978-3-944153-03-2.
- Wie Großvater den Krieg verlor. Roman. Buchbäcker, München 2009, ISBN 978-3-940240-04-0, sowie als Hörbuch 2011; als überarbeitete Neuauflage: Louisoder Verlag, München 2017, ISBN 978-3-944153-42-1.
- Unter uns das stille Land. Roman. Louisoder Verlag, München 2015, ISBN 978-3-944153-24-7.
- Victoria. Liebe findet einen Weg. Roman, Glockenbach, München 2024, ISBN 979-8-87589-290-5.
- Die zwei Gesichter der Mona Lisa. Roman, Glockenbach, München 2024, ISBN 979-8-87647-479-7 (gemeinsam mit Christian Rupprecht).
- Das Da-Vinci-Prinzip. Erprobte Kunstgriffe für lebendige Teams und menschliche Führung. Glockenbach, München 2025, ISBN 978-3-69028-518-6.
Weblinks
- Literatur von und über Gerdt Fehrle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gerdt Fehrle im Literaturportal Bayern (Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fehrle, Gerdt |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller, Verleger und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 23. November 1961 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
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