Funktionswerkstoff
Funktionswerkstoffe zeichnen sich im Unterschied zu Struktur- und Konstruktionswerkstoffen nicht primär durch ihre mechanische Belastbarkeit, sondern vielmehr durch elektrische, magnetische, akustische, optische, biologisch-chemische oder sehr spezielle mechanische Eigenschaften aus, die sich gezielt beeinflussen lassen, um die makroskopischen Eigenschaften eines Bauteils zu verändern. Wenn diese Einflussnahme auch noch am bereits produzierten Werkstoff bzw. Werkstück möglich ist, so spricht man auch von intelligenten Werkstoffen.
Bei Funktionswerkstoffen steht der Verwendungs- und Einsatzzweck (z. B. Korrosionsschutz oder Wärmedämmung) im Vordergrund, nicht die konstruktive Gestaltung von Bauteilen.
Eine spezielle Untergruppe sind die funktional gradierten bzw. abgestuften Materialien (auch Gradientenwerkstoffe; engl. functionally graded materials) bei denen sich die Materialeigenschaft über die Dicke oder das Volumen des Werkstücks ändert.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Functionally Graded Materials (FGM) and Their Production Methods.] Azom.com, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. September 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>siehe auch Functionally graded material in der englischen Wikipedia </ref>
Beispiele
Funktionswerkstoffe sind keiner einheitlichen Stoffgruppe zuzuordnen und können die unterschiedlichsten physikalisch-chemischen Eigenschaften haben.
Beispiele für Funktionswerkstoffe:
- Kupfer wird als Leiterwerkstoff verwendet. Seine elektrische Leitfähigkeit und seine Wärmeleitfähigkeit sind sehr gut.
- Polymere werden als Isolierstoffe eingesetzt, zum Beispiel zur Isolation elektrischer Kabel und Leitungen.
- Keramiken dienen in Kondensatoren als Dielektrikum.
- Eisen, Cobalt und Nickel sind ferromagnetisch. Das ist die Grundlage für Magnetwerkstoffe, wie sie beispielsweise in Transformatoren und Elektromotoren zum Einsatz kommen.
Lehre und Forschung
Der Studiengang Funktionswerkstoffe wird in Deutschland an mehreren Universitäten angeboten.<ref> https://www.fuwe.uni-saarland.de/</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universität Würzburg Funktionswerkstoffe ( vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zentrum für Funktionswerkstoffe in Clausthal ( vom 20. Januar 2008 im Internet Archive)</ref> Es gibt verschiedene Fachmagazine, die sich mit dem Thema Funktionswerkstoffe befassen, z. B. die Advanced Functional Materials.
Studiengang Technologie der Funktionswerkstoffe
Im Wintersemester 2006/2007 startete der dritte und letzte Baustein eines Gesamtkonzepts der Universität Würzburg zur Einführung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge – die Technologie der Funktionswerkstoffe. Diese wurde zum Winter 2012/2013 in Funktionswerkstoffe umbenannt. Hierzu wurde der Bachelor- sowie der Masterstudiengang erneuert.
Das Konzept des Studiums resultierte aus einem allgemeinen Bedarf für solche Materialien in vielen Industriebranchen, von der Automobilindustrie begonnen, über den Maschinenbau, die Mess- und Regeltechnik, die Medizin- und Biotechnik bis hin zur Unterhaltungselektronik. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in der Region Unterfranken hat diesen Bedarf zusätzlich bestätigt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kunststoffzentrum Würzburg ( vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kooperanten in Würzburg ( vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kooperanten außerhalb von Würzburg ( vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Fraunhofer-Institut für Silikatforschung</ref>
Siehe auch
Quellen
<references />