Gerti Drassl
Gertrud „Gerti“ Drassl (* 13. April 1978 in Eppan<ref>Stadtspaziergänge Südtirol - Schräge Pflaster. In: Cicero Online. 26. Februar 2020, abgerufen am 9. Februar 2025.</ref>) ist eine italienische Schauspielerin aus Südtirol. Sie arbeitet hauptsächlich in Österreich und Deutschland für Theater, Film und Fernsehen.
Leben
Ausbildung und Theater
Bereits während ihrer Schulzeit nahm Drassl Unterricht in klassischem Ballett. Nach ihrer Matura studierte sie zunächst Kunstgeschichte in Wien, bis sie 1998 am dortigen Max-Reinhardt-Seminar aufgenommen wurde.
1999 feierte sie als Julia in Romeo und Julia von William Shakespeare ihr Bühnendebüt am Stadttheater Bozen.<ref>Georg Mair: "Das Spiel, ich liebe es". In: FF Media GmbH (Hrsg.): FF Das Südtiroler Wochenmagazin. Nr. 39. FF Media GmbH, Bozen 25. September 2025, S. 38–41.</ref>
Sie beendete 2002 ihre Schauspielausbildung in Wien.<ref>maxreinhardtseminar.at: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />AbsolventInnen 2013 bis 1998 ( vom 14. März 2016 im Internet Archive)</ref><ref>Gerti Drassl bei Filmmakers, abgerufen am 18. März 2026</ref> Von 2002 bis 2017 gehörte sie zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt in Wien.<ref>Gerti Drassl beim Volkstheater Wien, abgerufen am 4. Mai 2024</ref><ref>Redaktion ORF 1: Musikalische Lieblingsstücke von Gerti Drassl. In: Website ORF 1. Österreichischer Rundfunk Stiftung des öffentlichen Rechts, 25. August 2025, abgerufen am 25. September 2025.</ref>
Im September 2016 spielte sie in der Uraufführung von Ödön von Horváths Tragödie Niemand im Theater an der Josefstadt die zentrale Rolle der Ursula. Es inszenierte Herbert Föttinger, den Fürchtegott Lehmann spielte Florian Teichtmeister.
Film und Fernsehen
Seit 2001 tritt Drassl neben ihrer Bühnentätigkeit regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen auf. Zu Beginn ihrer Filmkarriere gewann sie ein Casting für eine Rolle in Michael Hanekes Die Klavierspielerin, erschien aber nicht zum Drehtag, wird aber im Abspann des Filmes trotzdem genannt.<ref>STÖCKL mit u.a. Paul Pizzera und Otto Jaus. In: ORF ON. 16. Oktober 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.</ref><ref name="OTS_20251015_OTS0100">Barbara Stöckl im Gespräch mit Paul Pizzera & Otto Jaus, Brigitte Just, Gerti Drassl und Johanna Pirker. In: ots.at. 15. Oktober 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.</ref>
Für ihre Rolle der Vally in Michael Kreihsls Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte wurde sie 2005 mit dem Undine Award in der Kategorie Beste jugendliche Schauspielerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet. 2013 bekam sie für ihre Nebenrollen in Das Wunder von Kärnten und Spuren des Bösen den Deutschen Schauspielerpreis in der Kategorie „Beste Schauspielerin Nebenrolle“.
Von 2015 bis 2018 übernahm Drassl als Hausfrau Maria Schneider eine der Serienhauptrollen in der österreichischen Fernsehserie Vorstadtweiber.<ref>ARD-Redaktion: Gerti Drassl über ihre Rolle als Maria Schneider. In: Website der ARD. Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, 18. März 2018, abgerufen am 26. September 2025.</ref><ref>o. V.: Vorstadtweiber - Gerti Drassl steigt aus! In: website gala.de. G+J Medien GmbH, 9. April 2018, abgerufen am 25. September 2025.</ref> Für ihre dortige schauspielerische Leistung erhielt sie 2017 den Deutschen Schauspielpreis als „beste Schauspielerin in einer komödiantischen Rolle“.<ref>orf.at: Deutscher Schauspielerpreis an „Vorstadtweib“ Gerti Drassl. Artikel vom 22. September 2017, abgerufen am 23. September 2017.</ref>
In der Literaturverfilmung Das Tagebuch der Anne Frank, die im Frühjahr 2015 gedreht wurde und am 3. März 2016 in die Kinos kam, spielte sie Miep Gies, die zu den Helfern der im Hinterhaus untergetauchten Juden gehörte und nach deren Verhaftung das Tagebuch rettete. Im Spielfilm Persona Non Grata von Antonin Svoboda basierend auf der Geschichte von Nicola Werdenigg übernahm sie die Rolle der Ex-Ski-Rennläuferin Andrea Weingartner.<ref name="ds3000000199136">#MeToo im Skisport: "Persona Non Grata" erzählt Nicola Werdeniggs Geschichte. In: DerStandard.at. 11. Dezember 2023, abgerufen am 21. Dezember 2023.</ref>
Filmografie
Kino
<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />
- 2001: Hainburg – Liebe und Widerstand (Hainburg – Je t’aime, gendarme)
- 2002: Taxi für eine Leiche
- 2004: Hurensohn
- 2005: Spiele Leben
- 2007: Madonnen
- 2009: Schottentor
- 2009: Der Knochenmann
- 2010: Kottan ermittelt: Rien ne va plus
- 2013: Zweisitzrakete
- 2013: Der Medicus
- 2014: Vals – Der Film
- 2015: Ma folie
- 2015: Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit
- 2015: Elser – Er hätte die Welt verändert
- 2016: Das Tagebuch der Anne Frank
- 2016: Liebe möglicherweise
- 2017: Baumschlager
- 2017: Hexe Lilli rettet Weihnachten
- 2018: Der Trafikant
- 2018: Ein wilder Sommer – Die Wachausaga
- 2018: Kalte Füße
- 2019: Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein
- 2020: Alles wird gut
- 2021: Rotzbub
- 2022: Märzengrund
- 2023: Wald
- 2023: Franky Five Star
- 2024: Persona Non Grata
- 2024: Gina
- 2024: Elfi
- 2025: Welcome Home Baby
Fernsehfilme
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- 2004: Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte
- 2004: Mein Mörder
- 2008: Die Slupetzkis – Urlaub in Balkonien
- 2008: Die Slupetzkis – Urlaub wider Willen
- 2009: Geliebter Johann Geliebte Anna
- 2011: Das Wunder von Kärnten
- 2016: Sommernachtsmord
- 2018: Kaisersturz
- 2021: Hyperland
- 2022: Der Gejagte – Im Netz der Camorra
- 2026: So haben wir dich nicht erzogen
Fernsehserien und -reihen
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- 2002: Julia – Eine ungewöhnliche Frau (Folge Um das Leben)
- 2007: Der Bulle von Tölz: Wiener Brut
- 2009: Tatort: Kinderwunsch
- 2010: Schnell ermittelt (Folge Robert Fabian)
- 2010: Spuren des Bösen: Das Verhör
- 2013: Die Landärztin – Vergissmeinnicht
- 2015–2018, 2022: Vorstadtweiber (Staffel 1 bis 3, 6)
- 2019: Tatort: Glück allein
- 2022: Euer Ehren (Fernsehserie)
- 2023: Landkrimi – Der Tote in der Schlucht (Fernsehreihe)
- 2024: Unschuldig – Der Fall Julia B.
- 2026: Die Toten vom Bodensee – Schicksalsrad (Fernsehreihe)
Theatrografie (Auswahl)
- 2001: Marie in Heimliches Geld, heimliche Liebe von Johann Nestroy, Theater in der Josefstadt Wien
- 2002: Hedwig in Die Wildente von Henrik Ibsen, Theater in der Josefstadt
- 2002: Marianne in Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth, Sommerspiele Perchtoldsdorf
- 2003: Olivia in Was ihr wollt von William Shakespeare, Sommerspiele Perchtoldsdorf
- 2004: Nina in Mein Bulgarien von Nina C. Gabriel. Produktion des Theatervereins Balkanrose im Kabelwerk, Wien<ref>Mein Bulgarien auf der Website des Theatervereins Balkanrose, 2004. Abgerufen am 9. November 2017.</ref>
- 2005: Julie in Liliom von Ferenc Molnár, Schloss-Spiele Kobersdorf
- 2005: Laura in Die Glasmenagerie von Tennessee Williams, Theater in der Josefstadt
- 2005: Mascha in Drei Schwestern von Anton Tschechow, Landestheater Niederösterreich St. Pölten
- 2006: Barblin in Andorra von Max Frisch, Theater in der Josefstadt
- 2006: Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung von William Shakespeare, Bad Hersfelder Festspiele
- 2008: Elisabeth in Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth, Theater Dortmund
- 2010: Engel in Die Liebe in Madagaskar von Peter Turrini, stadtTheater walfischgasse
- 2013: Franziska Jägerstätter in Jägerstätter von Felix Mitterer, Theater in der Josefstadt/Theatersommer Haag
- 2014: Louisa in Hotel California von Nina C. Gabriel, Ateliertheater, Uraufführung<ref>Eintrag auf der Website des Ateliertheater Reloaded. Abgerufen am 11. November 2017.</ref>
- 2018: Maria in Was ihr wollt von William Shakespeare, Theatersommer Haag
Hörspiele und Feature (Auswahl)
- 2007: Eberhard Petschinka/Herbert Lauermann: Bis die Hunde uns finden (Reiseberichte von illegalen Grenzüberschreitungen) – Regie: Eberhard Petschinka/Herbert Lauermann (Feature – Autorenproduktion für DKultur)
- 2009: Iris Nindl/Elisabeth Putz: Inferno Livestream – Regie: Elisabeth Putz (DKultur/ORF)
- 2015: David Zane Mairowitz: Hornissengedächtnis – Regie: David Zane Mairowitz (Hörspiel – SRF/ORF)
- 2016: Franz Kafka, Das Schloss. Hörspiel in 12 Teilen. Rolle: Frieda, Regie: Klaus Buhlert (BR Hörspiel und Medienkunst)<ref>Bayerischer Rundfunk Franz Kafka: Franz Kafka: Das Schloss (01/12). 13. Januar 2017, abgerufen am 9. August 2022.</ref>
- 2019: Ruth Johanna Benrath: GEH DICHT DICHTIG! Ein Hörspieldialog mit Elfriede Gerstl – Regie: Christine Nagel – (ORF/BR)
- 2019: Karl Schönherr: Der Weibsteufel – Regie: Ursula Scheidle – (ORF/SWR)
- 2021: Teresa Dopler: Unsere blauen Augen (Obstbaum 1) – Regie: Stefan Kanis (MDR)
- 2021: Felix Mitterer: Wurlitzergassen 22 zwozl-zwozl - Regie: Martin Sailer (ORF)
Auszeichnungen
- 2003: Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Beste Nachwuchsschauspielerin für Die Wildente
- 2005: Undine Award in der Kategorie Beste jugendliche Schauspielerin in einem Fernsehfilm für Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte
- 2006: Romy in der Kategorie Beliebtester weiblicher Shootingstar
- 2011: ORF Hörspielpreis in der Kategorie Schauspieler/-in des Jahres
- 2012: Sonderpreis Oberbürgermeisters des Günter-Rohrbach-Filmpreises für ihre Rolle in Das Wunder von Kärnten zusammen mit Gerhard Liebmann
- 2013: Deutscher Schauspielerpreis (Beste Schauspielerin Nebenrolle für Das Wunder von Kärnten und Spuren des Bösen)
- 2016: Österreichischer Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle für Ma Folie<ref>Österreichischer Filmpreis: 13 Auszeichnungen für sechs Kinofilme mit ORF-Beteiligung. APA-Meldung vom 20. Jänner 2016, abgerufen am 20. Jänner 2016.</ref>
- 2017: Deutscher Schauspielpreis als beste Schauspielerin in einer komödiantischen Rolle für Vorstadtweiber
- 2018: Wiener Schauspielerring<ref>orf.at: Gerti Drassl erhält Wiener Schauspielerring. Artikel vom 30. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref>
- 2023: Österreichischer Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle für Märzengrund
- 2025: Österreichischer Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle für Gina<ref>Magdalena Miedl: Österreichischer Filmpreis: „Village Next To Paradise“ triumphiert. In: ORF.at. 12. Juni 2025, abgerufen am 12. Juni 2025.</ref>
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Gerti Drassl bei filmportal.de
- Gerti Drassl bei der Agentur Felix Bloch Erben
- Theater in der Josefstadt, Wien
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Max-Reinhardt-Seminar ( vom 28. September 2007 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang 2000: Birgit Minichmayr | 2001: Georg Staudacher und Mareike Sedl | 2002: Johanna Wokalek | 2003: Gertrud Drassl | 2004: Xaver Hutter | 2005: Stefano Bernardin | 2006: Nuran David Calis | 2007: Katharina Straßer | 2008: Sebastian Wendelin | 2009: Gerrit Jansen | 2010: Sarah Viktoria Frick | 2011: Franziska Hackl | 2012: Miloš Lolić | 2013: Stefan Rosenthal | 2014: Raphaela Möst | 2015: Stefanie Reinsperger und Benedikt Paulun | 2016: Julia Gräfner und Luka Dimic | 2017: Maresi Riegner und Felix Hafner | 2018: Lara Sienczak und Peter Fasching | 2019: Anna Rieser und Moritz Beichl | 2020: Bérénice Hebenstreit und Mathias Spaan | 2021: Paula Nocker und Gregor Schulz | 2022: Rieke Süßkow und Felix Kammerer | 2023: Tommy Fischnaller-Wachtler und Selma Kay Matter | 2024: Irem Gökçen und Leonie Lorena Wyss | 2025: Pauline Großmann und Lena Riemer Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Drassl, Gerti |
| ALTERNATIVNAMEN | Drassl, Gertrud |
| KURZBESCHREIBUNG | italienische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1978 |
| GEBURTSORT | Eppan, Südtirol, Italien |