Zum Inhalt springen

Tisens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. April 2026 um 14:08 Uhr durch imported>Mai-Sachme.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Tisens
ital.: Tesimo
Wappen
Wappen von Tisens
Wappen von Tisens
Datei:Tisens in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2024)
1.855/2.049
Sprachgruppen: 96,62 % deutsch
03,10 % italienisch
00,28 % ladinisch
Koordinaten 46° 34′ N, 11° 10′ OKoordinaten: 46° 34′ N, 11° 10′ O
 {{#coordinates:46,566666666667|11,166666666667|primary
dim= globe= name= region=IT-BZ type=city
  }}
Meereshöhe: 630 m s.l.m.
Fläche: 39,18 km²
Dauersiedlungsraum: 7,5 km²
Fraktionen: Tisens, Gfrill, Grissian, Naraun, Platzers, Prissian, Schernag
Nachbargemeinden: Gargazon, Lana, Nals, St. Pankraz, Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix
Postleitzahl: 39010
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021099
Steuernummer: 82005150212
Bürgermeister (2025): Christoph Holzner
Datei:Blick nach Tisens, Prissian, Jakobsweg zwischen Meran und Bozen, Trentino, Südtirol, Italien - panoramio.jpg
Blick auf Tisens
Datei:Schloss Katzenzungen Südtirol.jpg
Schloss Katzenzungen

Tisens ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈtiˑsn̩s]; italienisch Tesimo) ist eine italienische Gemeinde mit 2049 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in Südtirol. Sie liegt im Etschtal südlich von Meran.

Besonders bekannt ist die Gemeinde durch die Tisner Edelkastanien. Jährlich findet dazu ein großes Fest im Oktober statt, welches den Namen „Keschtnriggl“ trägt.

Geographie

Die Gemeinde Tisens befindet sich im Burggrafenamt im Etschtal zwischen Meran und Bozen auf der orographisch rechten, westlichen Talseite. Die beiden größten Siedlungen, der Hauptort Tisens (630 m) und Prissian (610 m), sowie die Weiler Grissian (850 m) und Naraun (680 m) liegen erhöht in einer Mittelgebirgslandschaft (Tisner Mittelgebirge). Nur ein relativ kleiner Teil des Gemeindegebiets erreicht die Sohle des Etschtals. Im Süden grenzt die Ortschaft Schernag (320 m) unmittelbar an den Ortskern von Nals. Im Westen steigt das Gemeindegebiet zu Höhenzügen der Nonsberggruppe an. Dort befinden sich zwei Bergfraktionen: Gfrill (1050 m) liegt direkt an der Straße zum Gampenpass (1518 m), der einen Übergang zum Deutschnonsberg bzw. ins Nonstal vermittelt; Platzers (1280 m), durch den Tisner Gall (1631 m) deutlich vom Etschtal abgesetzt, ist die höchstgelegene Siedlung der Gemeinde. Seine höchsten Punkte findet Tisens am Kleinen Laugen (2297 m) und an den nördlichen Ausläufern des Mendelkamms.

Geschichte

Prähistorische Höhensiedlungen fand man auf Kasatsch und dem Kirchbühel von St. Christoph. Naraun gilt als ältester Siedlungsplatz Südtirols. Die Funde reichen bis in die Jungsteinzeit zurück und enden im Frühmittelalter.<ref>GeoBrowser. Provinz Bozen, abgerufen am 14. März 2026.</ref>

1889 wurde in St. Christoph bei Tisens eine Bronzeaxt mit rätischer Inschrift aus der Hallstattzeit (5. Jh. v. Chr.) entdeckt; sie befindet sich heute am Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.<ref>Karl M. Mayr: Der älteste Tisner mit Namen. Bronxeaxt mit rätischer Inschrift aus der Gegend von Tisens. In: Der Schlern 29 (1955), S. 42–43 (Digitalisat).</ref><ref>Eintrag im Thesaurus inscriptionum Raeticarum: A digital edition of the Raetic inscriptions, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>

Das älteste Schriftzeugnis des Ortsnamens ist aus dem späten 8. Jahrhundert. Paulus Diaconus zählte in seiner Historia Langobardorum eine Reihe von Festungen auf, die durch die Franken 590 n. Chr. zerstört worden waren. Unter den Orten ist auch „Tesana“ verzeichnet.<ref>Paulus Diaconus: Historia Langobardorum, Lib. III, Cap. 31</ref> Die zweite Nennung erfolgte erst 1194 als „in plebe Teseni supra Nals“.<ref>Franz Huter (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch. Abt. I, Band 1: Die Urkunden zur Geschichte des deutschen Etschlandes und des Vintschgaus bis zum Jahr 1200. Innsbruck: Ferdinandeum 1937, S. 269f., Nr. 482.</ref> 1221 ist „Tisin“ beurkundet.<ref>Diether Schürr: Zur Namensgeschichte von Tisens. In: Corona alpium 2: Miscellanea di studi in onore di Carlo Alberto Mastrelli. Florenz 2003, S. 483–507.</ref>

1964 wechselte die Fraktion Sirmian ihre Gemeindezugehörigkeit von Tisens zu Nals.<ref>Wenn Grenze Bad und Klo trennt. In: Dolomiten, 27. Februar 2025, S. 11.</ref>

Politik

Bürgermeister seit 1945:<ref>Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindenverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.</ref>

  • Matthias Schwienbacher: 1945–1956
  • Matthias Knoll: 1956–1964
  • Josef Hillebrand: 1964–1967
  • Johann Egger: 1967–1990
  • Andreas Fabi: 1990–1992
  • Thomas Knoll: 1992–2010
  • Urban Mair: 2010–2014
  • Christoph Matscher: 2014–2025
  • Christoph Holzner: seit 2025

Bevölkerung

Tisens ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen.

Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen
Sprache 1981<ref name="astat1981">Volkszählung 1981 – Die amtliche Bürgerzahl und die Sprachgruppen in Südtirol nach Gemeinde und Bezirk. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, März 1983, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 1991<ref name="astat2001">Volkszählung 2001 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Provinz Bozen-Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, August 2002, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2001<ref name="astat2001" /> 2011<ref name="astat2024">Ergebnisse Sprachgruppenzählung 2024 – Berechnung des Bestandes der drei Sprachgruppen in der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol. Landesinstitut für Statistik der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, Dezember 2024, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref> 2024<ref name="astat2024" />
Deutsch 99,16 % 98,82 % 98,47 % 97,71 % 96,62 %
Italienisch 0,66 % 0,89 % 1,35 % 1,96 % 3,10 %
Ladinisch 0,18 % 0,30 % 0,18 % 0,34 % 0,28 %

Bildung

In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Zu diesen gehören ein Kindergarten in Prissian und eine Grundschule im Hauptort Tisens. Während in der Gemeinde keine Mittelschule angesiedelt ist, besteht hingegen mit der Fachschule für Hauswirtschaft „Frankenberg“ ein weiterführendes Angebot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Historische Bauwerke

Besondere Veranstaltungen

  • Keschtnriggl – bekanntes Kastanienfest
  • Tisner Kirchtag
  • Prissianer Gasslfest
  • Grissianer Kirchtag

Themenwege

  • Filzkunstwanderweg im Tisner Wald
  • Erlebniswanderweg im Tisner Wald
  • Besinnungsweg zu den sieben Sakramenten in Grissian
  • Besinnungsweg zum lichtreichen Rosenkranz in Naraun
  • Schlossrundweg in Prissian

Verkehr

Für den Kraftverkehr ist Tisens in erster Linie durch die SS 238 erschlossen, die von Lana zum Gampenpass ansteigt und dabei das Gemeindegebiet durchquert. Weiters kann man Tisens über die LS 10 erreichen, die bei Vilpian von der MeBo abzweigt, zunächst Nals durchquert und dann steil ansteigend nach mehreren Kehren Prissian und den Hauptort erschließt.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Tisens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang Algund | Burgstall | Gargazon | Hafling | Kuens | Lana | Laurein | Marling | Meran | Moos in Passeier | Nals | Naturns | Partschins | Plaus | Proveis | Riffian | St. Leonhard in Passeier | St. Martin in Passeier | St. Pankraz | Schenna | Tirol | Tisens | Tscherms | Ulten | Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix | Vöran Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein