Zum Inhalt springen

Decca-Sender Madfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. August 2022 um 10:08 Uhr durch imported>APPERbot (Bot: Umstellung Vorlage:Structurae siehe WP:BOT/A).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Sendeanlage“ ist nicht vorhanden.

Der Decca-Sender Madfeld (auch Decca-Sender Brilon) – häufig auch in Großbuchstaben geschrieben: DECCA-Sender – war die Masterstation der deutschen Decca-Kette in Madfeld bei Brilon.

Geschichte

Datei:DECCA-SENDER-MADFELD1.jpg
Teilansicht des Decca-Geländes (2009)
Datei:DECCA-Kette 3F.jpg
Decca-Kette 3F

Am 24. Dezember 1943 wurde auf dem Gelände der späteren Decca-Station eine Luftnachrichtenstelle eingerichtet.<ref name="Madfeld" /> In ihr befanden sich Horch- und Navigationsgeräte der Luftwaffe. Sie dienten der Steuerung der „V1“ und „V2“.<ref name="Watson" /> Am 29. März 1945 sprengten deutsche Truppen diese Geräte. Die Arbeitsmaiden und Luftwaffenhelferinnen blieben vorerst in Madfeld oder den umliegenden Dörfern.<ref name="Madfeld" />

Im Auftrag der Decca-Navigator Company Ltd. errichtete 1952 Telefunken den Sendemast. Die ersten Mitarbeiter waren deutsche Staatsangehörige, sie wurden aber von britischen Technikern ersetzt. Der Decca-Sender Madfeld wurde wie die gesamte deutsche Decca-Kette nach der deutschen Wiedervereinigung überflüssig und im Frühjahr 1992 abgeschaltet.<ref name="Watson" />

Der Sendemast wurde 1994 abgebaut.<ref name="Watson" /> Allerdings waren die Gebäude der Sendeanlage, die Betonfundamente des Antennenmasts und die Betonfundamente der Verankerung der Abspannseile auf dem Grundstück direkt an der Landstraße 956 von Madfeld nach Bleiwäsche immer noch vorhanden. 2020 wurde das größte Gebäude direkt an der Straße abgerissen und die Fläche zu Grünland umgewandelt.<ref>Brilon lässt Relikt aus dem Kalten Krieg abreißen Bericht von Jürgen Hendrichs in der Westfalenpost vom 28. Februar 2020, abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref>

Technik

Der Decca-Sender Madfeld wurde auf der Frequenz 84,7400 kHz betrieben. Gemeinsam mit den Sendern Lautertal (rot), Zeven (grün) und Stadtkyll (violett) bildete er die deutsche Decca-Kette 3F. Er diente zur Funknavigation beim Flugverkehr in den drei Luftkorridoren von und nach West-Berlin. Gleichzeitig wurde er für die Schifffahrt genutzt.<ref name="Watson" />

Der Sender verwendete als Sendeantenne einen 105 Meter hohen, gegen Erde isolierten, abgespannten selbststrahlenden Sendemast. Dieser Turm war befeuert. Außerdem standen auf dem Gelände drei weitere kleinere Sendemasten.<ref name="Watson" />

Literatur

  • H. H. Christiansen, Arthur Watson: Decca-Station Madfeld. In: Vorstand des Dorfvereins „1000 Jahre Madfeld e. V.“ (Hrsg.): 1000 Jahre Madfeld. Brilon Dezember 2010, S. 467–471.
  • Susanne Schmidt: „Watsons Turm“ hat ausgedient. Der Madfelder Sendemast steht nicht mehr. In: Westfalenpost.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Watson"> H. H. Christiansen, Arthur Watson: Decca-Station Madfeld. In: Vorstand des Dorfvereins „1000 Jahre Madfeld e. V.“ (Hrsg.): 1000 Jahre Madfeld. Brilon Dezember 2010, S. 467–471. </ref> <ref name="Madfeld"> Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. In: Vorstand des Dorfvereins „1000 Jahre Madfeld e. V.“ (Hrsg.): 1000 Jahre Madfeld. Brilon Dezember 2010, S. 414. </ref> </references>