Robert Watson-Watt
Sir Robert Alexander Watson-Watt, FRS FRAeS (* 13. April 1892 in Brechin, Aberdeenshire; † 5. Dezember 1973 in Inverness) war ein schottischer Physiker. Er gilt als einer der Erfinder des Radars.
Leben
Watson-Watt war zunächst Assistent am Institut für Naturphilosophie des University College in Dundee, damals Teil der Universität St Andrews. Ab 1936 war er Direktor im britischen Luftfahrtministerium.
Er arbeitete über die Reflexion von Radiowellen in der Meteorologie. Insbesondere untersuchte er seit 1920<ref>Josef Fuchs: Neue Forschungen über die atmosphärischen Störgeräusche beim Radioempfang. In: Radio Wien, 16. Juni 1933, S. 23 (online bei ANNO).</ref> die Auswirkungen atmosphärischer Störungen auf Funkübertragungen.<ref>Atmosphärische Einwirkungen auf Worte im Radio. In: Pester Lloyd, 14. Juli 1927, S. 19 (online bei ANNO).</ref><ref>Was wissen wir über atmosphärische Störungen?. In: Funkmagazin. Monatsschrift für Radioamateure / Funkmagazin. Radiotechnische Monatsschrift, Heft 5/1929, S. 471 (online bei ANNO). (Mit Oszillogrammen von Störungen.)</ref>
Im Jahre 1929 fand er heraus, dass Signale des Kurzwellenrundfunks vom Mond reflektiert werden, was er anhand der Laufzeit des Echos nachweisen konnte.<ref>Rundfunk-Echos vom Mond her?. In: Tiroler Anzeiger, 30. März 1929, S. 6 (online bei ANNO).</ref><ref>Radiodepesche vom Mond. In: Neues Wiener Journal, 1. Juli 1929, S. 6 (online bei ANNO).</ref> Diese Erkenntnis wurde ab Mitte der 1940er Jahre in Form von Erde-Mond-Erde-Funkverbindungen praktisch genutzt.
1919 ließ er sich ein Verfahren zur Ortung von Objekten mittels Radiowellen (Radar) patentieren, das nach Weiterentwicklungen (Entwicklung des Sicht- oder Kurzzeitpeilers; Watson-Watt-Peiler) 1935 erstmals zur Radarortung von Flugzeugen im Meterwellenbereich eingesetzt werden konnte. Am 26. Februar 1935 gelang dem Wissenschaftler der Versuch, den testweise den Ort Daventry anfliegenden Bomber des Typs Handley Page H.P.50 mittels Radar zu entdecken. Sofort danach stellte das britische Air Ministry Gelder zur Verfügung. 1936 wurden die ersten fünf Türme gebaut, um die Themsemündung zu beobachten und London zu schützen. Beim Beginn des Zweiten Weltkriegs waren 21 Türme der Chain Home in Betrieb.
Über Meteorologie hielt er Mitte der 1920er Jahre auch Vorträge im Rundfunk.<ref>Mr. R. A. Watson Watt, B. Sc., „Atmospherics and the Atmosphere“. In: Radiowelt / Radiowelt. Illustrierte Wochenschrift für Jedermann, Heft 40/1926, S. 28 (online bei ANNO). Mittwoch, 6. Oktober 1926 20.10 London</ref><ref>Meteorologischer Vortrag von H. Watson Watt. In: Radio Wien, 1. Oktober 1926, S. 56 (online bei ANNO). Mittwoch, 6. Oktober 1926 8.10 London </ref> Robert Watson-Watt prägte 1926 den Begriff „Ionosphäre“.<ref name="LdL">Niels Klussmann, Arnim Malik: Lexikon der Luftfahrt. S. 130 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 26. Februar 2025]).</ref><ref>Österreichischer Versuchssenderverband. In: Radiowelt / Radiowelt. Illustrierte Wochenschrift für Jedermann, Heft 43/1929, S. 1369 (online bei ANNO).</ref>
Watson-Watt war maßgeblich an der Entwicklung der britischen Radaranlagen im Zweiten Weltkrieg beteiligt. 1962 wurde er Fellow der American Physical Society.<ref>APS Fellow Archive. Fellows 1962. American Physical Society, abgerufen am 5. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 1941 war er Mitglied (Fellow) der Royal Society. 1942 wurde er als Knight Bachelor geadelt und führte fortan das Prädikat „Sir“.<ref>Knights and Dames: WAM–ZUR bei Leigh Rayment’s Peerage.</ref>
Im Jahr 1966 heiratete er Dame Katherine Trefusis Forbes (1899–1971), die erste Direktorin der Women’s Auxiliary Air Force (WAAF). Beide lebten bis zu ihrem Tod zusammen im schottischen Pitlochry. Sir Robert wurde 81 Jahre alt und ist zusammen mit seiner Ehefrau, die er um zwei Jahre überlebte, auf dem Holy Trinity Episcopal Churchyard, dem Friedhof der Bischofskirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Pitlochry bestattet.<ref>Katherine Jane Trefusis Forbes Watson-Watt in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref>
Zitate
„Es besteht keine Gefahr‚ daß das Elektronenhirn mit dem menschlichen Hirn in Konkurrenz treten kann‚ denn seine Möglichkeiten sind wohl groß‚ aber äußerst beschränkt und entsprechen ungefähr dem Denken eines sechsjährigen Kindes.“
Werke
- Three Steps to Victory. (1957)
- The Pulse of Radar. Autobiographie (1959)
Weblinks
- Foto des Ehepaars Watson-Watt (um 1968).
- Biographische Informationen (engl.)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Watson-Watt, Robert |
| ALTERNATIVNAMEN | Watson-Watt, Sir Robert Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | schottischer Physiker |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1892 |
| GEBURTSORT | Brechin, Aberdeenshire |
| STERBEDATUM | 5. Dezember 1973 |
| STERBEORT | Inverness |
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- Physiker (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (University of Dundee)
- Mitglied der Royal Society
- Fellow der American Physical Society
- Knight Bachelor
- Ehrendoktor der Universität Laval
- Schotte
- Person (Brechin)
- Brite
- Geboren 1892
- Gestorben 1973
- Mann