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Vicente Fox

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Vicente Fox (2005)
Unterschrift von Vicente Fox
Unterschrift von Vicente Fox

Vicente Fox (Vicente Fox Quesada [<templatestyles src="IPA/styles.css" />biˈsente fɔks keˈsaða]; * 2. Juli 1942 in Mexiko-Stadt) ist ein mexikanischer Politiker (PAN). Von 2000 bis 2006 war er Präsident von Mexiko.

Herkunft

Vicente Fox’ Urgroßeltern waren Ludwig Fuchs und Catherina Elisabeth Flach, deutsche katholische Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Sein Großvater Joseph Ludwig Fuchs anglisierte den Familiennamen zu „Fox“ und wanderte später nach Mexiko aus, wo José Luis Fox Pont, der Vater von Vicente Fox geboren wurde.<ref>Fabiola Martínez: Indagará PGR origen de un acta de nacimiento del padre de Fox. In: La Jornada, 1. September 2006, abgerufen am 19. Juni 2025.</ref>

Leben

Vicente Fox wuchs mit acht Geschwistern auf der Ranch seiner Familie in San Francisco del Rincón im Bundesstaat Guanajuato auf und besuchte katholische Schulen, zuletzt ein Gymnasium in León. Danach studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universidad Iberoamericana in Mexiko-Stadt. Er schloss sein Studium 1964 ab.

Berufliche Laufbahn

Ab 1965 trat Fox in das Unternehmen Coca-Cola ein, zunächst im Vertrieb, dann als Leiter der Logistik. 1970 wurde er Direktor von Coca-Cola Mexiko. Während seiner Amtszeit wurde Coca-Cola dort zum Marktführer bei Getränken, erzielte eine Umsatzsteigerung von fast 50 % und erhielt unbeschränkte Wassernutzungsrechte im Land.<ref>Kate Milner: Profile: Vicente Fox, BBC, 3. Juli 2000, abgerufen am 19. Juni 2025.</ref> 1976 stieg er zum Präsidenten von Coca-Cola Lateinamerika auf und war damit der jüngste Geschäftsführer in der Geschichte dieses transnationalen Unternehmens. 1979 kündigte er bei Coca-Cola, um eigene Unternehmen der Lebensmittelindustrie zu gründen.

Anfänge der politischen Laufbahn

Fox trat dem Partido Acción Nacional (PAN), der seit den 1960er Jahren größten bürgerlichen Oppositionspartei. Bei der Parlamentswahl am 6. Juli 1988 wurde er für den Wahlkreis 3 des Bundesstaates Guanajuato in das Abgeordnetenhaus gewählt.

Von 1995 bis 1999 war Fox der Gouverneur des Bundesstaates Guanajuato.

Präsidentschaft

Im Juli 2000 wurde Vicente Fox zum Präsidenten gewählt. Er betonte im Wahlkampf, nur er könne die Vorherrschaft der seit über 70 Jahren regierenden Partido Revolucionario Institucional (PRI) beenden, da die andere Oppositionspartei Partido de la Revolución Democrática (PRD) in den Umfragen zurücklag. Fox war der erste mexikanische Präsident, der nicht Mitglied der bis ins Jahr 2000 faktisch institutionalisierten „Staatspartei“ PRI war.

Fox trat sein Amt am 1. Dezember 2000 an. Seine Amtszeit lief zum 1. Dezember 2006 aus, die mexikanische Verfassung erlaubt keine Wiederwahl. Sein Nachfolger war der am 2. Juli 2006 gewählte Rechtsanwalt Felipe Calderón, ebenso Mitglied der PAN. Seine Popularität in der mexikanischen Bevölkerung war zunächst groß. Sie nahm ab 2002 ab, da er seine Wahlversprechen nicht einhielt.

2006 verzichtete Fox auf Druck der Vereinigten Staaten darauf, ein von seiner Partei im Kongress verabschiedetes Gesetz zu unterschreiben, das Straffreiheit für den Besitz kleiner Drogenmengen gewährt hätte.<ref>Nun doch kein straffreier Drogenbesitz: Rolle rückwärts in Mexiko. In: Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2006.</ref> Angesichts des eskalierenden Drogenkriegs in Mexiko forderte er 2010, über die „Legalisierung von Produktion, Verkauf und Verteilung von Drogen“ nachzudenken.<ref>Vicente Fox: Gegen die Drogenmafia. In: The European, 25. September 2010.</ref>

Nach der Präsidentschaft

Als Donald Trump seit etwa 2015 politisch aktiv wurde, begann Vicente Fox mit der Veröffentlichung von gegen den amerikanischen Unternehmer gerichteten Tweets. Später kam ein YouTube-Kanal hinzu, auf dem er mit Guy Endore-Kaiser und Moises Aisemberg in kurzen Clips auf unterhaltsame Weise Trumps Ankündigungen und Entscheidungen durch den Kakao zog.<ref>Tobias Käufer: Mexikos Ex-Präsident: Der Fox-Channel, den Trump garantiert nicht mag. Der frühere mexikanische Staatschef Vicente Fox wird zum Anti-Trump-Star in den sozialen Netzwerken aufgebaut. Seine Videos im Internet erreichen Hunderttausende. Dahinter stecken zwei Filmprofis. In: Die Welt. 10. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2025.</ref> In einem Videobeitrag am 9. September 2017 gab er scherzhaft seine Kandidatur zum Präsidenten der Vereinigten Staaten für das Jahr 2020 bekannt, um den Stimmberechtigten in den USA nahezulegen, bei den Präsidentschaftswahlen 2020 einen „besseren“ Präsidenten als Donald Trump zu wählen.<ref name="welt-168477946">Inga Catharina Thomas: Vicente Fox: Mexikos Ex-Präsident verkündet Kandidatur gegen Donald Trump. In: welt.de. 9. September 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref>

Im November 2025 trat Fox als Unterstützer der sogenannten „Gen-Z-Proteste“ in Mexiko. Kritiker, darunter Präsidentin Claudia Sheinbaum, vermuten hinter den ungewöhnlich gut finanzierten Protesten eine Astroturfing-Kampagne einflussreicher Denkfabriken wie dem Atlas Network.<ref>David Keck: Mexiko: Werden die Proteste der Generación Z aus dem Ausland gesteuert? In: amerika21. 17. November 2025, abgerufen am 20. November 2025.</ref>

Familie

Vicente Fox heiratete 1972 Lilian de la Concha, seine damalige Assistentin bei Coca-Cola. Ihre Ehe wurde 1991 geschieden. In zweiter Ehe heiratete er 2001 Marta Sahagún.<ref>Olga Wornat: La jefa. Vida pública y privada de Marta Sahagún de Fox. Grijalbo, Mexiko-Stadt, 3. Aufl. 2003, ISBN 970-05-1610-5.</ref>

Schriften

  • A Los Pinos. Recuento autobiográfico y político. Océano, Mexiko-Stadt 1999, ISBN 970-651-315-9.

Literatur

  • Soledad Loaeza: Vincente Fox’s Presidential Style and the New Mexican Presidency. In: Mexican Studies / Estudios Mexicanos, Jg. 22 (2006), Heft 1, S. 3–32.
  • Günther Maihold: Auf dem Weg zum „anderen“ Mexiko. Eine Bilanz der Amtszeit von Vincente Fox. In: Peter Birle (Hrsg.): Lateinamerika im Wandel. Nomos, Baden-Baden 2010, ISBN 978-3-8329-3999-1, S. 139–164.

Weblinks

Einzelnachweise

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