Titancarbid
| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
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| Struktur von Titancarbid | |||||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Ti4+ Vorlage:Farbe C4− | |||||||||||||||||||
| Kristallsystem |
kubisch | ||||||||||||||||||
| Raumgruppe |
Fm3m (Nr. 225) | ||||||||||||||||||
| Koordinationszahlen |
Ti[6], C[6] | ||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Titancarbid | ||||||||||||||||||
| Verhältnisformel | TiC | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
graue bis schwarze, silberglänzende Verbindung<ref name="ABC Chemie">Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1421.</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 59,88 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
4,93 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
3140 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
4820 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
< 10 mg·l−1 in Wasser<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 12070-08-5 bzw. Titancarbid)Vorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Titancarbid ist eine anorganische chemische Verbindung aus den Elementen Titan und Kohlenstoff. In der Natur ist Titancarbid sehr selten als Mineral Khamrabaevit zu finden.<ref>Mineralienatlas:Khamrabaevit</ref><ref>Khamrabaevite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 43 kB; abgerufen am 24. Februar 2018]).</ref>
Gewinnung und Darstellung
Titancarbid wird bei der physikalischen Gasphasenabscheidung (PVD) aus Titan und Methan erzeugt:
- <math>\mathrm{Ti + \ CH_4 \longrightarrow \ TiC + 2 \ H_2}</math>
Bei der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) wird als Ausgangsmaterial Titan(IV)-chlorid verwendet:
- <math>\mathrm{TiCl_4 + \ CH_4 \longrightarrow \ TiC + 4 \ HCl}</math>
Titancarbid kann durch carbothermische Reduktion von Titandioxid
- <math>\mathrm{TiO_2 + 3 \ C \longrightarrow TiC + 2 \ CO}</math>
oder durch Synthese aus den Elementen oder durch ein Aufwachsverfahren ähnlich wie Titannitrid gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1385.</ref> Bei ersterer Reaktion können je nach Reaktionsbedingungen an Luft auch Mischkristalle in Form von Titancarbonitrid (TiCN) oder Titancarboxynitrid (TiCON) entstehen.<ref name="Horst Briehl">Horst Briehl: Chemie der Werkstoffe. Springer, 2007, ISBN 978-3-8351-0223-1, S. 244 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
- <math>\mathrm{Ti + C \longrightarrow TiC}</math>
Besonders reines, stöchiometrisch zusammengesetztes Titancarbid scheidet sich bei festgelegtem Titan(IV)-chlorid/Kohlenstofftetrachlorid-Verhältnis an auf mehr als 1250 °C erhitzten Graphitstäben ab.<ref name="brauer" />
- <math>\mathrm{TiCl_4 + CCl_4 + 4 \ H_2 \longrightarrow TiC + 8 \ HCl}</math>
Eigenschaften
Titancarbid ist ein graues brennbares Pulver, das praktisch unlöslich in Wasser ist.<ref name="GESTIS" /> Es ist unlöslich in Salzsäure und Schwefelsäure, jedoch löslich in Salpetersäure. An Luft ist es bis 800 °C stabil. Bei sehr guter elektrischer Leitfähigkeit besitzt es einen positiven Temperaturkoeffizienten. Titancarbid besitzt eine Kristallstruktur vom Natriumchlorid-Typ mit beträchtlicher Phasenbreite (TiC1,0 bis TiC0,3).<ref name="brauer" /><ref name="Erwin Riedel, Christoph Janiak">Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022567-0, S. 788 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Bei den unterstöchiometrischen Verbindungen bleiben die Plätze der Nichtmetallatome unbesetzt. Eine vollständige Besetzung wird auffallenderweise nicht ganz erreicht (TiC0,98).<ref name="Werner Schatt, Klaus-Peter Wieters, Bernd Kieback">Werner Schatt, Klaus-Peter Wieters, Bernd Kieback: Pulvermetallurgie. Springer, 2006, ISBN 978-3-540-23652-8, S. 506 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Es zeichnet sich durch eine besonders hohe Härte von bis zu 4000 HV aus.<ref name="Eifeler Unternehmensgruppe">Eifeler Unternehmensgruppe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />High Tech Beschichtungen - Titancarbid ( vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref> Die Biegebruchfestigkeit liegt bei 240–400 MPa, die Härte HV1 bei 22–30 GPa und der Elastizitätsmodul bei 550–570 GPa.<ref name="Hans Kurt Tönshoff">Hans Kurt Tönshoff: Werkzeuge für die moderne Fertigung: Möglichkeiten zur Rationalisierung in der spanenden Fertigung (= Kontakt & Studium. Band 370). expert verlag, 1993, ISBN 3-8169-0766-0, S. 50 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Verwendung
Der Stoff wird als Beschichtungsmaterial für Wendeschneidplatten, Fräswerkzeuge, Räumnadeln, Formwerkzeuge, Sägeblätter etc. verwendet.
Weitere Verwendung findet Titancarbid im allgemeinen Werkzeugbau und in der chemischen Industrie als wesentlicher Bestandteil der Sinter-Werkstofffamilie Ferro-Titanit<ref>F. Frehn: Neue Korrosions- und Verschleißfeste, bearbeitbare Hartstoffe: Ferro-Titanit für die chemische Technik. In: Materials and Corrosion. Band 30, Nr. 12, Dezember 1979, S. 870–872, doi:10.1002/maco.19790301208.</ref><ref>Deutsche Edelstahlwerke: Ferro-Titanit - Pulver-metallurgische Hartstoffe</ref> bzw. allgemein als Bestandteil von rost- und säurebeständigen Stählen und Hartmetallen.<ref name="Horst Briehl" /> So ist es mit bis zu 4 % Bestandteil der Hartmetalle der Gruppe K, bis zu 10 % in Hartmetallen der Gruppe M und bis zu 43 % in der Gruppe P. Titancarbid erhöht die Warmfestigkeit, Härte und Oxidationsbeständigkeit.<ref name="Hans-Jürgen Bargel, Günter Schulze">Hans-Jürgen Bargel, Günter Schulze: Werkstoffkunde. Springer DE, 2008, ISBN 978-3-540-79297-0, S. 333 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Titanverbindung
- Carbid
- Verschleißschutzwerkstoff
- Beschichtungswerkstoff