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Jim Sinclair

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Jim Sinclair

Jim Sinclair (* Oktober 1940) ist US-amerikanischer Nationalität und autistisch. Bekannt ist Sinclair seit 1992 als aktivistische Person der Autismusrechtsbewegung und der Neurodiversitätsbewegung.

Leben

Sinclair wurde als intergeschlechtliche Person geboren und als Mädchen erzogen, fing aber erst im Alter von zwölf Jahren an zu sprechen – einem Alter, in dem autistische Kinder normalerweise nicht mehr anfangen zu sprechen. Laut eigenen Angaben wusste Sinclair nicht, dass Sprache dazu da ist, sich gegenseitig etwas mitzuteilen.<ref name="Harmon 2004-12-20">Amy Harmon: How About Not “Curing” Us, Some Autistics Are Pleading. In: The New York Times. 20. Dezember 2004, abgerufen am 19. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach dem Bachelor-Abschluss in Psychologie schloss Sinclair ein postgraduales Studium in Kinder- und Entwicklungspsychologie ab sowie eine Ausbildung zum Counselor für Rehabilitation.<ref name="Ellermann 2011:1">Michael Ellermann: Interview with Jim Sinclair. 2011, S. 1 (englisch; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF: 468 kB, 9 Seiten auf autism.se (Memento vom 13. September 2019 im Internet Archive)).</ref>

Nachdem bis ins Erwachsenenalter hinein erfolglos versucht worden war, Sinclairs Geschlechtlichkeit sowohl operativ als auch mit Hormongaben zu beeinflussen, identifiziert sich Sinclair als geschlechtsneutral (neuter).<ref name="Sinclair 1997">Jim Sinclair: Self-Introduction To The Intersex Society Of North America: Brief Biography. In: syr.edu. 1997, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Februar 2009; abgerufen am 19. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „I remain openly and proudly neuter, both physically and socially.“</ref>

Einsatz für autistische Menschen

Sinclair hat sich vielseitig für die Rechte von autistischen Menschen eingesetzt, gründete zusammen mit Kathy Lissner Grant und Donna Williams 1992 das Autism Network International (ANI) und leitet es seitdem.<ref name="Shapiro 2006-06-26">Joseph Shapiro: Autism Movement Seeks Acceptance, Not Cures. In: NPR.org. 26. Juni 2006, abgerufen am 19. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Sinclair 2005-01">Jim Sinclair: Autism Network International: The Development of a Community and its Culture. In: autreat.com. Januar 2005, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).</ref> Sinclair gilt gemeinhin als erste aktivistische Person für Neurodiversität und als Mitinitiator der Neurodiversitätsbewegung (vergleiche Autistic Pride Day).<ref name="Hughes 2015">Jessica Marie Fridy Hughes: Changing Conversations Around Autism: A Critical, Action Implicative Discourse Analysis of U.S. Neurodiversity Advocacy. Doktorarbeit Universität Bolder 2015, S. 8 (englisch; PDF: 1,3 MB, 286 Seiten auf colorado.edu); Zitat: „Jim Sinclair is often referred to as the first neurodiversity self-advocate (Boundy, 2008).“</ref>

Laut eigenen Aussagen möchte Sinclair als „autistische Person“ und nicht als „Person mit Autismus“ betrachtet werden, denn der Autismus ist Sinclairs Auffassung nach kein Anhängsel, sondern eine Art zu sein, die jede Empfindung und jede Wahrnehmung färbt und somit untrennbar von der Person ist. Sinclair schrieb mehrere Artikel über Autismus, darunter Trauert nicht um uns (1993: Don't Mourn for Us), der an die Eltern autistischer Kinder gerichtet ist und diese auffordert, nicht ihre Trauer darüber, kein „normales“ Kind bekommen zu haben, an ihrem vorhandenen autistischen Kind auszulassen.<ref>Rosmarie Breuß: Autismus-Spektrum-Störung und die Methode der Gestützten Kommunikation. Erziehungswissenschaftliche Diplomarbeit Universität Innsbruck 2010, Kapitel 2.9. Möglichkeiten der Unterstützung und Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online ohne Seitenangaben auf uibk.ac.at (Memento vom 15. Januar 2020 im Internet Archive)).</ref><ref>Jim Sinclair: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Don't Mourn for Us. (Memento vom 23. Januar 2009 im Internet Archive) In: Our Voice. Band 1, Nr. 3, USA 1993, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).
Übersetzung: Trauert nicht um uns In: Autismus-Kultur.de. 6. März 2019, abgerufen am 19. Januar 2020.</ref>

Ein weiterer ins Deutsche übersetzter Artikel von Sinclair ist betitelt mit Was bedeutet es, anders zu sein? (1992: What Does Being Different Mean?). Sinclair beschreibt den Autismus aus interner Sicht und zeigt auf, dass es nichts Schlimmes ist, autistisch zu sein, und dass die Menschen ihre Maßstäbe überdenken sollten, die sie an autistische Menschen legen. Nach Sinclairs Ansicht funktionieren autistische Menschen nicht schlechter oder besser, sondern nur anders – sofern ihnen mit einer positiven Haltung begegnet wird. Wenn ihnen überlassen wird, die Dinge zu tun, wie sie es am besten können, dann werden sie viel mehr erreichen.<ref>Jim Sinclair: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />What Does Being Different Mean? (Memento vom 10. November 2008 im Internet Archive) In: Our Voice. Band 1, Nr. 1, USA 1992, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).
Übersetzung: Was bedeutet es anders zu sein? In: Autismus-Kultur.de. 6. März 2019, abgerufen am 19. Januar 2020.</ref>

Schriften

Archiv-Übersicht:

Übersetzungen:

Einzelnachweise

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