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Siri Hustvedt

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Siri Hustvedt (2014)

Siri Hustvedt [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈsɪɹɪ ˈhʊstvət] (* 19. Februar 1955 in Northfield, Minnesota) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Leben

Hustvedt ist die älteste von vier Töchtern von Lloyd Hustvedt (1922–2004), einem Professor für norwegische und amerikanische Geschichte, und der in Norwegen geborenen Ester Vegan. Siri Hustvedt wuchs zweisprachig auf. Seit sie vierzehn Jahre alt war, wollte sie Schriftstellerin werden und schrieb schon während ihrer Highschool-Zeit Gedichte. 1978 kam Siri Hustvedt mit minimalem Gepäck aus ihrer Herkunftsprovinz Minnesota nach Manhattan, um einen Helden für ihren ersten Roman zu finden. Sie studierte englische Literatur und machte 1986 ihren Abschluss als PhD an der Columbia University.

1982 heirateten Siri Hustvedt und der Schriftsteller Paul Auster, den sie ein Jahr zuvor kennengelernt hatte. Das Ehepaar lebte in Brooklyn nahe dem Prospect Park mit ihrer 1987 geborenen Tochter Sophie.<ref>Paul Auster: Leben und Werk. In: Du 841, November 2013, S. 35.</ref> Namensgeberin war Sophie Fanshawe aus der New-York-Trilogie. Bis zu dessen Tod im Jahr 2022<ref>Gudula Hörr: Paul Austers Sohn stirbt nach Überdosis. In: n-tv. 28. April 2022, abgerufen am 28. April 2022.</ref> lebte zeitweise auch Austers Sohn Daniel aus erster Ehe mit ihnen. Im Dezember 2022 wurde bei Auster Lungenkrebs diagnostiziert, was öffentlich gemacht wurde. Er starb im April 2024 im Alter von 77 Jahren an den Folgen der Erkrankung.<ref>AFP: Paul Auster ist an Krebs erkrankt. In: FAZ.net. 12. März 2023, abgerufen am 12. März 2023.</ref><ref>Medienberichte: Paul Auster ist tot, Süddeutsche Zeitung, 1. Mai 2024.</ref>

Werk

Ihr erstes, 1981 erschienenes Buch (Reading to You, dt. Ich lese Dir vor (2012)) enthält eine Auswahl bereits während ihres Studiums geschriebener Gedichte. Erst in großem zeitlichen Abstand, bedingt durch die Geburt ihrer Tochter und die aufwendige Gliederung des Stoffes, erschien 1993 ihr Roman Die unsichtbare Frau.<ref>Interview mit Siri Hustvedt in der Literaturzeitschrift Am Erker (1993)</ref> Hustvedts bekannteste Romane sind Die Verzauberung der Lily Dahl (1997) und Was ich liebte (2003).

Nach dem Roman Die Leiden eines Amerikaners (2008) erschien im Januar 2010 Die zitternde Frau. Eine Geschichte meiner Nerven.<ref>Deutschlandfunk - Büchermarkt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Mai 2013; abgerufen am 28. Februar 2026.</ref> Darin berichtet sie von einem Zittern, das sich in ihrem Körper bemerkbar machte, während sie einen Vortrag hielt. Sie machte sich daran, die Ursache für das Zittern zu finden. In diesem Buch referiert sie die Thesen aus Neurologie und Psychologie, an die sie bei dieser Ursachenforschung geriet.<ref>Elisabeth von Thadden: Warum zittere ich? - Siri Hustvedt erforscht die Medizingeschichte am eigenen Leibe. In: Die Zeit. 28. Januar 2010, Nr. 5, S. 45.</ref> Hustvedt veröffentlicht mittlerweile auch neurowissenschaftliche Artikel und unterrichtet in New York Ärzte in Narrativer Psychiatrie.<ref>Körper und Geist sind untrennbar verbunden, deutschlandfunkkultur.de, 14. Mai 2018, abgerufen am 26. Mai 2018</ref><ref>Rationalität und Sinnlichkeit. SZ.de, 18. Mai 2018, abgerufen am 26. Mai 2018</ref>

Den Titel für ihren Roman Die gleißende Welt (2015) hat sie von Margaret Cavendish übernommen, deren gleichnamiger Roman eine Inspiration für das künstlerische Schaffen ihrer Hauptfigur Harriet Burden darstellt.<ref>Kritik bei Popshot.over-blog.de zu Die gleißende Welt, erstellt am 20. Mai 2015, abgerufen am 21. Mai 2015.</ref>

Im Essay Die Illusion der Gewissheit (2018) geht Hustvedt den philosophisch-biologischen Fragen der Trennung von Geist und Gehirn nach. Beeinflusst durch ihr intensives Eigenstudium der Neurowissenschaften stellt sie fest, dass Psychiatrie und Neurowissenschaften mit einem Dualismus zwischen dem Leiblichen und dem Geistigen des Menschen unterlegt sind, den es ihrer Ansicht nach in dieser Trennschärfe nicht gibt. Sie kritisiert die starke Tendenz zur Kategorisierung in den Naturwissenschaften und bemängelt zugleich deren Unschärfe zum Beispiel bei der Definition des Genoms.<ref>Essay "Die Illusion der Gewissheit" von Siri Hustvedt - Körper und Geist sind untrennbar verbunden. In: Deutschlandfunk Kultur. 14. Mai 2018 (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 16. Mai 2018]).</ref>

Auszeichnungen und Ehrungen

Für die französische Fassung dieses Essays (Les mirages de la certitude) wurde Hustvedt 2019 mit dem Prix européen de l’essai Charles Veillon ausgezeichnet. Ebenfalls 2019 wurde ihr der Prinzessin-von-Asturien-Preis für Literatur zuerkannt.<ref>Laureates - Fundación Princesa de Asturias. Abgerufen am 28. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sie hat drei Ehrendoktortitel: von der Universität Oslo in Norwegen, der Universität Stendal in Grenoble, Frankreich und 2016 von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz in Deutschland.<ref>Biography | Siri Hustvedt | Writer. Abgerufen am 28. Februar 2026.</ref><ref>Ehrentitel der Johannes Gutenberg-Universität Mainz | UB Mainz. Abgerufen am 28. Februar 2026.</ref>

Ein deutsch-Schweizer Dokumentarfilm mit dem Titel Siri Hustvedt – Dance Around the Self unter der Regie von Sabine Lidl feierte am 13. Februar 2026 auf der Berlinale seine Weltpremiere in der Sektion Panorama.

Werke

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Siri Hustvedt signierend (2011)

Weblinks

Datenbanken
Commons: Siri Hustvedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Inhaltliches

Einzelnachweise

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