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Klaus Mangold

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Klaus Mangold 2014

Klaus Jürgen Mangold (* 6. Juni 1943 in Pforzheim) ist ein deutscher Manager.

Leben

Vorlage:Hinweisbaustein Mangold studierte Jura und Volkswirtschaftslehre in Genf, London, Heidelberg und München. Während seines Studiums wurde er Mitglied des Corps Suevo-Guestphalia München im WSC. Nach seiner Promotion in Jura 1973 war er in verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Unternehmen tätig, unter anderem bei der deutsch-mexikanischen Handelskammer, bei Thyssen und beim Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. 1985 wurde er Vorstandsvorsitzender der Rhodia AG, einer Firma des französischen Chemiekonzerns Rhône-Poulenc, und 1991 Vorstandsvorsitzender der Quelle Schickedanz AG & Co.

1995 wurde er Mitglied des Vorstandes der damaligen Daimler-Benz AG und Vorstandsvorsitzender der Tochterfirma Debis.

Mangold engagierte sich schon früh für die Einführung eines LKW-Mautsystems in Deutschland, das auch Telematik-Funktionen beinhalten würde – ein wichtiges Geschäftsfeld der debis. Bei der Gründung des Maut-Konsortiums Toll Collect 2002 wurde er dessen Aufsichtsratschef. Nachdem die technischen Probleme und Verzögerungen beim Aufbau des Mautsystems größer und größer geworden waren, geriet Mangold gemeinsam mit Michael Rummel, dem Geschäftsführer von Toll Collect, durch die öffentliche Kritik immer stärker unter Druck. Im Dezember 2003 wurde Klaus Mangold als Aufsichtsratschef von Toll Collect durch Peter Mihatsch abgelöst. Im gleichen Jahr liefen (mit Erreichen des 60. Lebensjahres) seine Verträge als Mitglied des Vorstands von DaimlerChrysler und als Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Services AG aus. Er schied aus dem Konzern aus, wurde jedoch Berater in Sachen Osteuropa für den Vorstandsvorsitzenden Jürgen E. Schrempp. Mangolds Nachfolger als Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Services wurde Bodo Uebber.

Neben der Schenkenberger Kapelle «Maria Opferung» bei Emmingen-Liptingen im Landkreis Tuttlingen befindet sich der Landgasthof Schenkenberger Hof, den Klaus Mangold 2013 erwarb und ausbaute. Mangold hat in der Gegend eine Jagdhütte und seine Forstfirma besitzt einen Teil des umliegenden Walds, weshalb der Gasthof auch als Stützpunkt für die Forstarbeiter genutzt wird.<ref>Beliebtes Ausflugsziel auf dem Schenkenberg wird saniert. In: Südkurier, 18. Juni 2013, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref>

2003 gründete er die Mangold Consulting GmbH, die u. a. die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen bis 2017 unterstützte.<ref>Mangold Consulting: Über uns. 2022, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Von 2011 bis 2019 war Mangold Vorsitzender des Aufsichtsrates von TUI.<ref>Dieter Zetsche: Ex-Daimler-Chef führt nun Aufsichtsrat bei Tui. In: Stuttgarter Zeitung. 23. Mai 2019, abgerufen am 21. Dezember 2024.</ref>

Kontroverse und russische Verflechtungen

Klaus Mangold hat enge Beziehungen zu Russland.<ref>Georg Meck: Russenversteher Klaus Mangold: Mister Russland der deutschen Wirtschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Februar 2016 (faz.net [abgerufen am 8. September 2024]).</ref> Im Jahr 2009 vermittelte er im Auftrag des damaligen Energieversorgers Teldafax Kontakte zu russischen Investoren.<ref>Sönke Iwersen, Jürgen Flauger: Der Russen-Flüsterer. In: Handelsblatt. 5. November 2015, abgerufen am 8. September 2024.</ref> Er war am Geschäftsabschluss Rosatoms für den Bau des 2. Blocks vom Kernkraftwerk Paks beteiligt<ref>Eva S. Balogh: The men behind Paks II: Günther Oettinger and Klaus Mangold. In: hungarianspectrum.org. 18. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Oktober 2023; abgerufen am 20. November 2016.</ref> und gilt als der geheimnisvolle Deutsche hinter Viktor Orbáns russischen Geschäften<ref>András Szabó: The Mysterious German Behind Viktor Orban’s Russian Deals. Abgerufen am 20. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Als Vorsitzender des Ost-Ausschusses habe er alles dafür getan, dass Kanzler Gerhard Schröder einen russlandfreundlichen Kurs eingeschlägt, so die Autoren des Buches Die Moskau-Connection. Er lobte den Modernisierungswillen Putins und die große Bedeutung Russlands für die Energiewirtschaft.<ref>Reinhard Bingener, Markus Wehner: Die Moskau-Connection. Das Schröder-Netzwerk und Deutschlands Weg in die Abhängigkeit. C. H. Beck, München 2023, S. 99/100.</ref> Im April 2014, nach der Annexion der Krim, nahm Mangold an einer privaten Feier zu Schröders 70. Geburtstag teil. Dort in St. Petersburg anwesend waren auch Vladimir Putin und Rosneft-Chef Igor Setschin.<ref>Reinhard Bingener, Markus Wehner: Die Moskau Connection. Das Schröder-Netzwerk und Deutschlands Weg in die Abhängigkeit. C. H. Beck, München 2023, S. 148.</ref>

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) musste sich 2016 erklären, weil er den Privatjet von Klaus Mangold für eine Reise zu einem Treffen mit Viktor Orbán in Budapest nutzte. Mangold lud den EU-Kommissar dazu ein. Oettinger sagte, die ungarische Regierung habe vorgeschlagen, dass er zu dem Treffen mit Mangold fliege, weil es für die Reise kein Budget gegeben habe.<ref>EU official under fire over private jet. In: BBC News. 16. November 2016 (bbc.com [abgerufen am 19. November 2017]).</ref>

Im November 2017 wurde aus der Veröffentlichung der Panama Papers bekannt, dass Mangold eng wirtschaftlich verflochten mit dem russischen Oligarchen Boris Abramowitsch Beresowski war. Mangold erhielt in den Jahren 2003 und 2010 Geld von einer Firma auf der Isle of Man, die laut tagesschau.de Beresowski gehörte. Die Firma erwarb einen Privatjet und verkaufte diesen einige Jahre später wieder. Die Flugzeuggeschäfte über die Isle of Man wurden im Zuge der „Paradise Papers“ genauer betrachtet. Mit einem Geschäftskniff wurde vielfach die Einfuhrumsatzsteuer in der EU umgangen. Die Daten geben jedoch keine Auskunft darüber, ob das bei Beresowskis Firma der Fall war. Ihm sei „nicht erinnerlich“, Begünstigter der Firma gewesen zu sein, erklärte Mangold.<ref>tagesschau.de: „Paradise Papers“ – Die Deutschen in dem Leak. Abgerufen am 19. November 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Von 2005 bis 2022 war Mangold Honorarkonsul der Russischen Föderation in Baden-Württemberg. Dieses Amt legt er nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine nieder.<ref>Russischer Honorarkonsul legt Amt nieder. In: Zeit Online. 4. März 2022, abgerufen am 5. April 2022.</ref> Die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine mache ihm die Fortführung seines Amtes unmöglich.<ref>Hauptseite. Abgerufen am 16. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sonstige Ämter, Ehrungen und Auszeichnungen

Von 2000 bis 2010 war Mangold Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, einer Organisation, die Exporte deutscher Firmen in osteuropäische Länder fördern soll. Außerdem ist er Mitglied im Lenkungsausschuss des deutsch-russischen Petersburger Dialogs.

Von 2004 bis Ende 2018 war Mangold 15 Jahre lang Vorsitzender im Aufsichtsrat der deutschen Niederlassung der Bankholding Rothschild & Co in Frankfurt am Main.<ref>Global Advisory: Prof. Dr. Klaus Mangold gibt Aufsichtsratsvorsitz von Rothschild & Co in Deutschland ab rothschildandco.com, Pressemitteilung, 18. Dezember 2018.</ref>

Im Jahre 2000 erhielt er das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.<ref>Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)</ref> Im Februar 2004 erhielt er vom französischen Staat den Orden eines Kommandeurs der Ehrenlegion. Am 8. Mai 2004 wurde ihm von Ministerpräsident Erwin Teufel die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. 2007 erhielt er das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. 2012 wurde Mangold vom Förderkreis des Jüdischen Museums Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz ausgezeichnet.

Weblinks

Commons: Klaus Mangold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Hilmar Fuchs | Karl Döring | Klaus von Dohnanyi | Baart Groot | Klaus Hieckmann | Horst Klinkmann | Dietrich Lehmann | Klaus Mangold | Karl-Ulrich Meyn | Edgar Most | Erhard Ostwald | Heinz Putzhammer | Helmut Seitz | Stephan Schröter | Bernd Schuster | Klaus Weise Vorlage:Klappleiste/Ende

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