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Skorpionswanzen

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Skorpionswanzen
Datei:Nepa rubra2.jpg

Wasserskorpion (Nepa cinerea)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Wasserwanzen (Nepomorpha)
Überfamilie: Nepoidea
Familie: Skorpionswanzen
Wissenschaftlicher Name
Nepidae
Latreille, 1802
Datei:Ranatra chinensis1.jpg
Ranatra chinensis
Datei:Ranatra linearis01.jpg
Stabwanze (Ranatra linearis)
Datei:Nepa cinerea with wings.jpg
Wasserskorpion an Land mit geöffneten Flügeln

Skorpionswanzen (Nepidae) sind eine Familie der Wanzen (Heteroptera) innerhalb der Teilordnung der Wasserwanzen (Nepomorpha). Sie umfasst 14 Gattungen<ref name="Schuh/Slater"/> und 268 Arten.<ref name="abrs"/> In Europa sind fünf Arten vertreten,<ref name="www.faunaeur.org"/> von denen zwei auch in Mitteleuropa auftreten.<ref name="Wachmann"/>

Merkmale

Die mittelgroßen bis großen Wanzen werden 15 bis 45 Millimeter lang. Ihr Körper variiert von abgeflacht und eiförmig bis walzenförmig mit parallelen Seitenrändern. In der Regel sind die Tiere matt braun gefärbt.<ref name="abrs"/>

Ihr kleiner Kopf ist in der Regel in das Pronotum eingesetzt. Die Facettenaugen sind im Vergleich zu den übrigen Vertretern der Wasserwanzen klein<ref name="Schuh/Slater"/> und über den Vorderrand des Pronotums hervortretend. Punktaugen (Ocelli) sind keine ausgebildet. Die kurzen, dreigliedrigen Fühler sind ventral unterhalb der Facettenaugen eingelenkt und von oben nicht sichtbar.<ref name="abrs"/> Das zweite und manchmal auch das dritte Fühlerglied kann fingerförmige Fortsätze tragen.<ref name="Schuh/Slater"/> Das ebenso dreigliedrige und kurze Labium ist häufig bogenförmig. Das Pronotum ist annähernd viereckig und Hinter-, wie Vorderrand sind häufig eingebuchtet. Das dreieckige Schildchen (Scutellum) ist groß. Die Vorderflügel haben einen großen Clavus und eine Membrane mit schwach ausgeprägter Flügeladerung,<ref name="abrs"/> aber vielen Zellen.<ref name="Schuh/Slater"/> Die Beine sind lang und schlank und schlecht an das Schwimmen angepasst. Die Vorderbeine sind zu Fangbeinen modifiziert, ihre Schenkel (Femora) sind stark verdickt und haben ventral eine Furche, in die die Schienen (Tibien) aufgenommen werden. Alle Tarsen sind eingliedrig. Bei den Imagines sind keine Duftdrüsen auf dem Metathorax ausgebildet, den Nymphen fehlen sie am Hinterleib. Bei den Imagines sind die Sternite des Hinterleibs längs geteilt. Die Subgenitalplatte ist breit. Die Wanzen tragen an der Hinterleibsspitze ein langes, schlankes Atemrohr,<ref name="abrs"/> das gleich lang, oder sogar länger als der restliche Körper der Tiere sein kann.<ref name="Schuh/Slater"/> Die Genitalien der Männchen sind durch eine kurze Conjuctiva und ein steifes Endosoma charakterisiert.<ref name="abrs"/>

Die Eier haben, einzigartig bei den Wanzen, zwei bis 26 Atemröhren am vorderen Pol.<ref name="Schuh/Slater"/>

Verbreitung und Lebensraum

Die Familie ist weltweit verbreitet und hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Tropen.<ref name="Schuh/Slater"/> Die meisten Skorpionswanzen besiedeln stehende Gewässer. Die der Gattung Ranatra halten sich in der Regel zwischen Pflanzenteilen oder Unterwasserpflanzen auf. Die Arten der Gattungen Nepa und Curicta findet man in flachen, schlammigen Lacken oder langsam fließenden Fließgewässern mit wenig Vegetation. Arten der Gattung Goodnomdanepa wurden bisher unter Steinen von seichten Fließgewässern gefunden.<ref name="abrs"/>

Lebensweise

Skorpionswanzen ernähren sich räuberisch als Lauerjäger.<ref name="Wachmann"/> Ihre Beute umfasst Kaulquappen, Jungfische, Bachflohkrebse, Wasserasseln, Wasserflöhe, Insektenlarven und verschiedene anderen Wirbellose. Anders als die anderen Vertreter der Wasserwanzen atmen die Skorpionswanzen mit Hilfe ihres Atemrohrs, das sie über die Wasseroberfläche in die Luft strecken. Die Wanzen bewegen sich meist nur langsam laufend am Grund der Gewässer oder klettern auf Wasserpflanzen.<ref name="Wachmann"/>

Taxonomie und Systematik

Pierre André Latreille erhob 1802 die durch Carl von Linné erstbeschriebene Gattung Nepa als Nepariae in den Familienrang. Menke & Strange führten 1964 eine Revision der Familie oberhalb der Gattungsebene durch und teilten die Familie in die beiden Unterfamilien Ranatrinae und Nepinae, wie dies auch aus heutiger Sicht gültig betrachtet wird. Die Erhebung dieser beiden Unterfamilien zu eigenständigen Familien durch De Carlo im Jahr 1967 wurde 1979 von Menke wieder verworfen. Nach Štys & Jansson (1988), deren Klassifikation auch heute noch gefolgt wird, stellen sich die Subtaxa der Familie wie folgt dar:<ref name="Schuh/Slater"/><ref name="abrs"/>

  • Unterfamilie Nepinae
    • Tribus Curictini
    • Tribus Nepini (9 Gattungen; westliche Hemisphäre)

In Europa sind folgende Arten verbreitet:<ref name="www.faunaeur.org"/>

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="abrs">Family Nepidae. Australian Biological Resources Study. Australian Faunal Directory, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. März 2014; abgerufen am 25. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="www.faunaeur.org">Nepidae. Fauna Europaea, abgerufen am 24. März 2014.</ref> <ref name="Schuh/Slater">R. T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York, 1995, S. 114ff.</ref> <ref name="Wachmann">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3937783291 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> </references>

Literatur

  • R.T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York, 1995.

Weblinks

Commons: Skorpionswanzen (Nepidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien