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Thallus

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Der Thallus (Plural Thalli; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Jungspross, Zweig“), zu Deutsch auch „Lager“, ist der Vegetationskörper von Pflanzen, Pilzen und anderen mehrzelligen Lebewesen, der nicht in Sprossachse, Wurzel und Blatt unterteilt ist, der aber dazu analoge Strukturen ausbilden kann (konvergente Evolution). Der Thallus kann nur negativ definiert werden als „vielzelliger oder polyenergider Vegetationskörper, der nicht die typische Gliederung eines Kormus aufweist“.<ref>Strasburger, 2002, S. 210.</ref> Die Bezeichnung für Lebewesen mit Thallus ist Thallophyt, auch wenn der Organismus keine Pflanze ist.

Bei Pflanzen ist der Thallus die Organisationsstufe unterhalb des Kormus. Zu den Pflanzen mit Thallus zählen die Moose. Durch die Bildung von Stämmchen (Cauloid) und Blättchen haben die Laubmoose zwar eine Sonderstellung, sind aber dennoch Thallophyten.

Ebenfalls über einen Thallus verfügen einige Algengruppen wie die Tange, und viele Vertreter der Pilze sowie die Flechten. Insbesondere die nicht näher mit den Pflanzen verwandten Braunalgen verfügen über einen stark differenzierten Thallus, der Haftorgane (Rhizoide), einen „Stängel“ (Cauloid) und blattähnliche Strukturen (Phylloide) ausbildet.

Der Begriff Thallus wurde 1803 von Erik Acharius für Flechten eingeführt. Er leitet sich vom griech. θαλλός thallos „sprossender Zweig“ (von θάλλειν „grünen, wachsen, blühen“) ab. Rasch wurde der Begriff auf andere Gruppen übertragen.

Thallustypen

Datei:MarchantiaPolymorpha.jpg
Gewebethallus bei einem Lebermoos.

Der einfachste Thallus ist der Zell- oder Schlauchthallus: Bei einigen Algen kommen vielkernige Riesenzellen (Coenoblasten) vor, die als siphonaler Organisationstyp bezeichnet wird. Beispiele sind unter den Chlorophyceae Caulerpa und bei den Xanthophyceae Botrydium und Vaucheria. Weiter kommen siphonale Thalli bei den Eipilzen, den Chytridiomycota und Vertretern der Jochpilze vor. Ist der Schlauchthallus durch Querwände gegliedert, sind die Zellen jedoch vielkernig, ist dies die siphonocladale Organisationsstufe.

Der Fadenthallus ist fädig (trichal) aufgebaut. Die Formen reichen dabei von einfachen, unverzweigten Fäden (Spirogyra) über verzweigte Fäden und diverse Zelldifferenzierungen bis hin zum flächigen Thallus, der blattähnliche Strukturen (Phylloide, vergl. Phyllodien) trägt.

Flechtthallus: Rotalgen bilden vielfach komplexe Strukturen. Sie bilden jedoch keine echten Gewebe, sondern Flechtgewebe (Plektenchyme). Ein Flechtgewebe tritt auch bei den höher organisierten Pilzen auf; die Fruchtkörper sind aus Flechtgewebe aufgebaut.

Ein Gewebethallus tritt bei den Armleuchteralgen, bei den Braunalgen sowie bei den Moosen auf.

Belege

  • Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Die Termini in ihrem historischen Zusammenhang. 2., erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2003, ISBN 3-8274-1398-2, S. 327 f.

Weblinks

Wiktionary: Thallus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />