Zum Inhalt springen

Magnetmuseum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2025 um 16:22 Uhr durch imported>Qwertz1894 (Magnetfabrik).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Das Magnetmuseum ist ein magnettechnisches Privatmuseum in Dortmund, das seit 1999 besteht. Es befindet sich im Stadtteil Aplerbeck auf dem Werksgelände der Unternehmensgruppe Tridelta, die am Standort – in Nachfolge der Magnetfabrik Aplerbeck der Aplerbecker Hütte – u. a. Dauermagnete fertigt.

Geschichte

Museum

Das Museum wurde am 27. August 1999 auf dem Tridelta-Werksgelände eröffnet.<ref name="Museumsflyer">Tridelta Magnetmuseum – Ein Museum mit Anziehungskraft. (PDF; 1,8 MB) Tridelta Dortmund GmbH, 2013, abgerufen am 12. Oktober 2013 (Museumsflyer).</ref> Wesentlich für den Aufbau der Sammlung und die Existenz des Museums war und ist das Engagement zweier ehemaliger Mitarbeiter der Magnetfabrik.<ref name="Handstein">Holger Handstein: Auf 125 Quadratmetern in Aplerbeck – Magnete ziehen Besucher an. In: donews. 13. November 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Oktober 2013; abgerufen am 12. Oktober 2013.</ref><ref name="Stadtmagazine" /> Im Oktober 2005 wurde das Magnetmuseum betriebsbedingt geschlossen.<ref name="Museumsflyer" /> Nachdem neue Räumlichkeiten auf dem Tridelta-Werksgelände gefunden waren, wurde es am 20. Juni 2013 in den ehemaligen Räumen der Geschäftsleitung der Deutschen Edelstahlwerke wiedereröffnet.<ref name="Museumsflyer" />

Seit 2013 ist das Museum regelmäßig an zwei Wochentagen geöffnet; der Eintritt ist kostenlos.<ref name="Museumsflyer" /> Es werden auch Führungen angeboten.<ref name="Stadtmagazine">Daniel Merkes: Ein „anziehendes“ Museum für Aplerbeck. In: Dortmunder und Schwerter Stadtmagazine. 4. August 2013, abgerufen am 12. Oktober 2013.</ref>

Ausstellung

Die Sammlung des Magnetmuseums umfasst insgesamt rund 35 Tonnen Ausstellungsstücke, von denen ein Teil allerdings im Keller gelagert wird.<ref name="Stadtmagazine" />

Die Dauerausstellung gibt einen Überblick über historische und aktuelle Anwendungen von Dauermagneten insbesondere in der Elektrotechnik. Beleuchtet wird neben der geschichtlichen Entwicklung von Dauermagnetwerkstoffen u. a. der Einsatz von Dauermagneten in Zählern, Lautsprechern, Telefonen, Schaltern, Relais, Uhren, Messgeräten, Kleinmotoren, Generatoren und Bremsen wie z. B. Hysteresebremsen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist außerdem die wechselhafte Geschichte der Magnetfabrik Aplerbeck.

Magnetfabrik

Das Aplerbecker Tridelta-Werk (Tridelta Dortmund GmbH und Tridelta Magnetsysteme GmbH) geht zurück auf die Magnetfabrik Aplerbeck der Dortmunder Union,<ref name="ThyssenKrupp Schulte">ThyssenKrupp Schulte GmbH – mehr als 100 Jahre Handelserfahrung. ThyssenKrupp Schulte GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Oktober 2013; abgerufen am 12. Oktober 2013.</ref> die 1920 als Teil der Aplerbecker Hütte mit dem Magnetbau begann und anfangs v. a. AlNiCo-Permanentmagnete produzierte.<ref name="Historie">Tridelta Dortmund – Historie des Standorts Dortmund. Tridelta Magnetsysteme GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Oktober 2013; abgerufen am 12. Oktober 2013.</ref> Nach Schließung der Aplerbecker Hütte ging die Magnetfabrik 1927 an die neugegründete Deutsche Edelstahlwerke AG (DEW) über.<ref name="Historie" /> In den 1930er Jahren stieg die industrielle Nachfrage nach Magneten, u. a. für die Herstellung von Volksempfängern, Lautsprechern und Feldtelefonen.<ref name="Handstein" /> Von 1938 bis 1940 errichtete die DEW ein neues Fabrik- und Bürogebäude<ref name="Historie" /> mit Backsteinfassade, das im Kern bis heute besteht.<ref name="Museumsflyer" /> In der Magnetfabrik arbeiteten zeitweise bis zu 1700 Menschen.<ref name="Handstein" />

1975<ref name="Historie" /> oder 1976<ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> ging die DEW in den Thyssen Edelstahlwerken (TEW) auf; die Aplerbecker Magnetfabrik gehörte fortan zum Thyssen-Konzern.

In den 1990er Jahren wurden die Bereiche Magnet-Produktion und -Handel über mehrere Zwischenschritte voneinander getrennt, so dass sich heute zwei verschiedene Unternehmen – Tridelta und ThyssenKrupp Schulte – in ihrer Historie auf die Aplerbecker Magnetfabrik beziehen.

1992 fusionierten die Thyssen-Bereiche Edelstahl und Stahl; der Magnetbereich ging an die Elektroblechgesellschaft Bochum (EBG) über und firmierte unter Thyssen Magnettechnik GmbH.<ref name="Historie" /><ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> 1997 ging der Magnetbereich an die Thyssen Stahlunion über (zwischenzeitlich als MTG Magnetsysteme GmbH). Bei Thyssen konzentrierte man sich auf den Vertrieb magnetischer Werkstoffe, Systeme und Komponenten, wozu die Thyssen Magnet- und Komponententechnik GmbH neugegründet wurde.<ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> Die eigentliche Magnetfertigung in Aplerbeck wurde 1997 veräußert an die Hermsdorfer Unternehmensgruppe Tridelta GmbH,<ref name="Historie" /> die ihren Ursprung im Thüringer Kombinat VEB Keramische Werke Hermsdorf (KWH) hat. Tridelta stellt am Standort Aplerbeck weiterhin Dauermagnete für die Elektroindustrie her.

Die 1997 abgespaltene Thyssen-Magnethandelssparte zog zuerst 1998 von Aplerbeck nach Dorstfeld um.<ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> Ab 2002 firmierte sie unter ThyssenKrupp Magnettechnik GmbH und zog dann 2003 nach Gelsenkirchen um.<ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> 2005 wurde sie als Geschäftsbereich Magnettechnik in die ThyssenKrupp Schulte GmbH integriert, die wiederum auf das Dortmunder Unternehmen Heinrich August Schulte zurückgeht.<ref name="ThyssenKrupp Schulte" /> 2010 erfolgte schließlich der Umzug nach Essen.<ref name="ThyssenKrupp Schulte" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 29′ 15,7″ N, 7° 33′ 16,3″ O

 {{#coordinates:51,487689|7,55452|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-NW
   |type=landmark
  }}