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Benzoin

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Strukturformel
Strukturformel von Benzoin
Vereinfachte Strukturformel ohne Angabe der Stereochemie
Allgemeines
Name Benzoin
Andere Namen
  • 2-Hydroxy-1,2-diphenylethanon (IUPAC)
  • α-Hydroxy-α-phenylacetophenon
Summenformel C14H12O2
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff mit aromatischem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 204-331-3
ECHA-InfoCard 100.003.938
PubChem 8400
ChemSpider 8093
DrugBank DB14020
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 212,25 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,31 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt
Siedepunkt

344 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

1,3 hPa (136 °C)<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Benzoin ist das einfachste aromatische Hydroxyketon. Es kommt natürlich in einigen Pflanzen vor. Benzoin ist eine chirale Substanz, die im Handel sowohl in der racemischen als auch in den beiden enantiomerenreinen Formen erhältlich ist.

Geschichte

Das mit „Benzin“ verwandte Wort „Benzoin“ existierte bereits im 16. Jahrhundert<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 136 (Benzoin, Benzuin) und 135 (Asa dulcis, Benzoe …).</ref> und bezeichnete wie Benzoe im 17. Jahrhundert wahrscheinlich das Harz indonesischer Storaxbäume.<ref>Thomas Gleinser: Anna von Diesbachs Berner ‚Arzneibüchlein‘ in der Erlacher Fassung Daniel von Werdts (1658), Teil II: Glossar. (Medizinische Dissertation Würzburg), jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg 1989 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 46), S. 53.</ref> Benzoin wurde erstmals im Jahre 1832 von Justus von Liebig und Friedrich Wöhler bei ihren Untersuchungen von Bittermandelöl synthetisiert, das als Hauptbestandteil Benzaldehyd neben Spuren von Blausäure enthält.<ref>Wöhler, Liebig: Untersuchungen über das Radikal der Benzoesäure. In: Annalen der Pharmacie. Band 3, Nr. 3, 1832, S. 249–282, doi:10.1002/jlac.18320030302.</ref> Die katalytische Synthese in Form der Benzoin-Addition wurde von Nikolai Zinin in seiner Zeit mit Liebig verbessert.<ref>N. Zinin: Beiträge zur Kenntniss einiger Verbindungen aus der Benzoylreihe. In: Annalen der Pharmacie. Band 31, Nr. 3, 1839, S. 329–332, doi:10.1002/jlac.18390310312.</ref><ref>N. Zinin: Ueber einige Zersetzungsprodukte des Bittermandelöls. In: Annalen der Pharmacie. Band 34, Nr. 2, 1840, S. 186–192, doi:10.1002/jlac.18400340205.</ref>

Herstellung

Benzoin lässt sich aus Benzaldehyd durch Cyanid-katalysierte Addition (Benzoin-Addition) herstellen.<ref name="Adams">R. Adams, C. S. Marvel: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 1, 1921, S. 33, doi:10.15227/orgsyn.001.0033; Coll. Vol. 1, 1941, S. 94 (PDF).</ref> Die Reinigung kann durch Sublimation erfolgen.

Herstellung von Benzoin

Diese Reaktion gelingt für viele aromatische Aldehyde und Glyoxale. Die entstehenden α-Hydroxycarbonylverbindungen werden als Benzoine bezeichnet.

Eigenschaften

Benzoin ist ein in reiner Form weißer, sonst weißer bis gelblicher Feststoff mit aromatischem Geruch. Sein Drehwert beträgt (R): −115° (c = 1,5 in Aceton) bzw. (S): +115° (c = 1,5 in Aceton). Der Flammpunkt liegt bei 181 °C.<ref name="GESTIS" />

Benzoin wirkt als α-Hydroxyketon reduzierend. Bei der Dehydrierung entsteht Benzil.

Verwendung

Benzoin findet im Pulverlackbereich als Entgasungs- und Verlaufsmittel Anwendung<ref>Bodo Müller, Ulrich Poth: Lackformulierung und Lackrezeptur. Das Lehrbuch für Ausbildung und Praxis. 4. Auflage. Vincentz, Hannover 2007, ISBN 978-3-86630-617-2, S. 286, 297, 299, 302.</ref> und wird als Ausgangsstoff zur Synthese von Benzil eingesetzt. In der EU ist Benzoin als Racemat durch die Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 (Aromenverordnung) mit der FL-Nummer 07.028 als Aromastoff für Lebensmittel zugelassen.<ref name="VO_1334/2008" />

Benzoin eignet sich auch für einen Demonstrationsversuch: Dazu werden geringe Mengen von Benzoin zusammen mit Benzil bei Raumtemperatur in einem geschlossenen Gefäß in Ethanol aufgelöst und dann Natriumhydroxid zugesetzt. Wird das Gefäß geschüttelt, so nimmt die Lösung sofort eine klare gelbe Farbe an, die in Ruhe nach einigen Sekunden wieder nach purpurrot umschlägt. Grund für die beliebig oft wiederholbare Reaktion ist die Bildung eines Radikal-Anions, das beim Schütteln mit dem Sauerstoff reagiert.<ref>Reaktion von Benzil mit Benzoin.</ref>

Einzelnachweise

<references> <ref name="VO_1334/2008">Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG) Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EGVorlage:Abrufdatum. Anhang I, Teil A, Tabelle 1. In: EUR-Lex.</ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein