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Lager Lindele

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Datei:Tunnelweg - Biberach an der Riß.jpg
Der Tunnelweg im Wohngebiet Hochvogelstraße in Biberach an der Riß erinnert an das Lager Lindele

Das Lager Lindele war während des Zweiten Weltkriegs ein Kriegsgefangenen- und Internierungslager in Biberach an der Riß (Südwürttemberg). Im Lager waren überwiegend Deportierte aus Guernsey, einer der Kanalinseln, interniert. Im November 1944 wurden hier 149 orientalische Juden mit britischem Reisepass, die ursprünglich im italienischen KZ Giado in Libyen inhaftiert waren, eingesperrt. Im Januar 1945 kamen 133 Häftlinge aus dem KZ Bergen-Belsen dazu, vorwiegend niederländische Juden, die eigentlich als Austauschjuden in die Schweiz transportiert werden sollten.<ref name="ggg-adler">Reinhold Adler: Biberach und Laupheim: Das Lager Lindele und der jüdische Friedhof im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Gesellschaft für Geschichte und Gedenken e. V., Laupheim, abgerufen am 4. Oktober 2018.</ref> Die in dieser Zeit in Biberach gestorbenen Juden wurden 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Laupheim begraben.<ref>Jüdische Geschichte in Biberach. In: Alemannia Judaica.</ref> Das Lager wurde am 23. April 1945 von der französischen Armee befreit.<ref>Kriegsgefangenen- und Internierungslager Lindele (Abruf am 4. Oktober 2018)</ref>

Datei:Skulptur DER SCHREI - Robert Schad - Lager Lindele - Biberach an der Riß.jpg
Die Skulptur „Der Schrei“ des Bildhauers Robert Schad vor der Hochschule für Polizei in Biberach an der Riß erinnert an das Lager Lindele

Das Lager wurde nach einem mit Linden bepflanzten Moränenhügel – dem „Lindele“ – benannt.<ref name="ggg-adler" /> Auf dem ehemaligen Lagergelände befinden sich heute Ausbildungsgebäude der Hochschule für Polizei Biberach.

Datei:Jerseyweg - Biberach an der Riß.jpg
Der Jerseyweg im Wohngebiet Hochvogelstraße in Biberach an der Riß erinnert an das Lager Lindele

Am 23. April 2023 wurde die von dem Ravensburger Stahlbildhauer Robert Schad geschaffene Gedenkskulptur Der Schrei auf dem Gelände der Hochschule für Polizei in Biberach eingeweiht.<ref>SWR Aktuell: Skulptur erinnert an ehemaliges NS-Lager "Lindele" in Biberach. In: swr.de. Südwestrundfunk, 23. April 2023, abgerufen am 30. April 2023.</ref>

Die Straßennamen Guernseyallee, Jerseyweg und Tunnelweg im benachbarten Wohngebiet Hochvogelstraße erinnern an das Lager Lindele.<ref>Bebauungsplan Hochvogelstraße in Biberach an der Riß. In: biberach-riss.de. Biberach an der Riß, 3. September 2015, abgerufen am 29. April 2025.</ref>

Seit 1997 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Biberach und Guernsey.

Literatur

  • Reinhold Adler: Das war nicht nur „Karneval im August“. Das Internierungslager Biberach an der Riß 1942–1945. Geschichte – Hintergründe. Städtische Archive Biberach; Gesellschaft für Heimatpflege, Biberach an der Riß 2002, ISBN 3-9806818-2-3
  • Reinhold Adler, Joachim Guderlei: Das „Lager Lindele“ im Zweiten Weltkrieg, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach 7, H. 2, 1984, S. 26–32.
  • Marietta Moskin: Um ein Haar – Überleben im Dritten Reich. Verlagsgruppe RANDOM HOUSE, C. Bertelsmann – als Taschenbuch, 2005, ISBN 3-570-30212-1 – als E-Book, ISBN 3-89480-857-8
  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783873367739 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783947348534 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.

Weblinks

Commons: Lager Lindele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Koordinaten: 48° 6′ 29″ N, 9° 46′ 37″ O

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