Zum Inhalt springen

Christopher Finnegan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Mai 2024 um 06:04 Uhr durch imported>Mirko Marhenke.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Christopher Finnegan Vorlage:SportPicto
Datei:Chris Finnegan 1971 Ajman stamp.jpg
Briefmarke zu Ehren von Chris Finnegan
Daten
Geburtsname Christopher Martin Finnegan
Geburtstag 5. Juni 1944
Geburtsort Uxbridge
Todestag 2. März 2009
Todesort London
Nationalität Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich
Gewichtsklasse Halbschwergewicht
Stil Rechtsauslage
Größe 1,83 m
Kampfstatistik als Profiboxer
Kämpfe 37
Siege 29
K.-o.-Siege 16
Niederlagen 7
Unentschieden 1
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold 1968 Mexiko-Stadt Mittelgewicht

Christopher „Chris“ Martin Finnegan, MBE (* 5. Juni 1944 in Uxbridge; † 2. März 2009 in London) war ein britischer Boxer. Er war Olympiasieger 1968 im Mittelgewicht, sowie als Halbschwergewichts-Profi mehrfacher Britischer Meister und Commonwealth Meister, Träger des Lonsdale Belt, EBU-Europameister und WM-Herausforderer.

Amateurkarriere

Christopher Finnegan trainierte im Hayes Boxing Club und wurde 1966 Britischer Meister im Mittelgewicht<ref>British ABA National Championships 1966</ref>, sowie 1967 Britischer Vizemeister in derselben Gewichtsklasse.<ref>British ABA National Championships 1967</ref> Bei der Europameisterschaft 1967 in Rom schied er in der Vorrunde gegen Jan Hejduk aus.<ref>European Championships 1967</ref>

Obwohl er bei den Britischen Meisterschaften 1968 aufgrund einer Cut-Verletzung im Halbfinale ausgeschieden war, wurde er umstritten für das Olympiateam nominiert und konnte bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt starten. Er besiegte dort Titus Simba aus Tansania (5:0), Ewald Wichert aus Deutschland (3:2), Mate Parlov aus Jugoslawien (5:0), Alfred Jones aus den USA (4:1) und im Finale Alexei Kisseljow aus der Sowjetunion (3:2), wurde damit der einzige Medaillengewinner des britischen Boxteams und darüber hinaus der erste britische Mittelgewichts-Olympiasieger im Boxen seit Harry Mallin 1924.<ref>Olympic Games 1968</ref><ref>Chris Finnegan - Team GB</ref>

Profikarriere

Nach dem Erfolg bei den Olympischen Spielen erhielt er vom Promoter Harry Levene einen Profivertrag und wurde von Freddie Hill trainiert. Er gewann sein Debüt noch im Dezember 1968 und wurde am 24. Januar 1971 mit einem Sieg gegen Eddie Avoth jeweils Britischer Meister und Commonwealth Meister im Halbschwergewicht.

Am 1. Februar 1972 gewann er zudem den EBU-Europameistertitel im Halbschwergewicht durch einen einstimmigen Punktsieg gegen den Deutschen Konrad Velensek. Die Begegnung war ein Rückkampf vom 5. Mai 1971, welche damals mit einem Unentschieden geendet hatte.<ref>The Top 10 British Light Heavyweights of All Time</ref> Im Juni 1972 verteidigte er den EBU-Titel durch KO gegen den Niederländer Jan Lubbers.<ref>Finnegan Keeps Ring Title By Stopping Lubbers in 8th</ref>

Den bedeutendsten Kampf bestritt er am 26. September 1972 gegen den US-Amerikaner Bob Foster um die WM-Gürtel der WBA und WBC im Halbschwergewicht (Undisputed Championship), den er durch KO in der 14. Runde verlor. Aufgrund des schlagstarken und über Strecken ausgeglichen wirkenden Kampfes wurde das Duell zum Ring Magazine Kampf des Jahres gewählt.<ref>Bob Foster vs. Chris Finnegan</ref> Bob Foster, der als einer der besten Halbschwergewichtler aller Zeiten gilt und 1990 Aufnahme in die Hall of Fame fand, bezeichnete Finnegan in späteren Interviews als den besten Gegner seiner Karriere.<ref>Ring fight of the year 1972</ref>

In seinem nächsten Kampf, am 14. November 1972, verlor er den EBU-Gürtel durch eine TKO-Niederlage in Runde 12 an den Deutschen Rüdiger Schmidtke<ref>Chris Finnegan vs. Rudiger Schmidtke</ref>, wurde jedoch am 13. März 1973 mit einem Sieg gegen Roy John erneut Britischer- und Commonwealth Meister im Halbschwergewicht. Nach einem Sieg gegen den US-Amerikaner Brian Kelly, der unter anderem ebenfalls WM-Herausforderer von Bob Foster gewesen war, verlor er die beiden Titel am 22. Mai 1973 an John Conteh, der zu diesem Zeitpunkt den EBU-Titel hielt.<ref>John Conteh vs. Chris Finnegan (1st meeting)</ref>

Nach einem Sieg gegen den US-Amerikaner Mike Quarry, ebenfalls ein WM-Herausforderer von Bob Foster, verlor er im Mai 1974 einen Rückkampf gegen John Conteh. Seinen letzten Kampf bestritt Finnegan am 14. Oktober 1975 und wurde mit einem Sieg gegen Johnny Frankham erneut Britischer Meister im Halbschwergewicht.

Sonstiges

Christopher Finnegan wuchs mit sieben Geschwistern in der Cowley Road von Uxbridge auf, sein jüngerer Bruder Kevin Finnegan war ebenfalls Boxer und zweifacher EBU-Europameister.

Von 1999 bis 2009 war er Präsident des Hayes Boxing Club.<ref>Blue plaque to remember Olympic hero Chris Finnegan</ref>

Der verheiratete Vater von vier Töchtern und einem Sohn starb 2009 im Alter von 64 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

1904: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Charles Mayer | 1908: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Johnny Douglas | 1920: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Harry Mallin | 1924: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Harry Mallin | 1928: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Piero Toscani | 1932: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Carmen Barth | 1936: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Jean Despeaux | 1948: Ungarn 1946Datei:Flag of Hungary (1946-1949, 1956-1957).svg László Papp | 1952: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Floyd Patterson | 1956: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Gennadi Schatkow | 1960: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Edward Crook | 1964: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Waleri Popentschenko | 1968: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Christopher Finnegan | 1972: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wjatscheslaw Lemeschew | 1976: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michael Spinks | 1980: KubaDatei:Flag of Cuba.svg José Gómez | 1984: Vorlage:KOR-1984 Shin Joon-sup | 1988: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Henry Maske | 1992: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Ariel Hernández | 1996: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Ariel Hernández | 2000: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Jorge Gutiérrez | 2004: RusslandRussland Gaidarbek Gaidarbekow | 2008: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James DeGale | 2012: JapanJapan Ryōta Murata | 2016: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Arlen López | 2020: BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Hebert Conceição

Liste der Olympiasieger im Boxen

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein