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Kanisfluh

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Kanisfluh
Blick von der Parzelle Lugen in Au auf die Kanisfluh
Blick von der Parzelle Lugen in Au auf die Kanisfluh
Höhe 2044 m ü. A.
Lage Vorarlberg, Österreich
Gebirge Bregenzerwaldgebirge
Dominanz 1,94 km → Klippern
Schartenhöhe 405 m ↓ Wurzacher Eck
Koordinaten 47° 19′ 54″ N, 9° 55′ 37″ OKoordinaten: 47° 19′ 54″ N, 9° 55′ 37″ O
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Gestein Jurakalk (Helvetikum)
Besonderheiten Landschaftsschutzgebiet

Die Kanisfluh ist ein weitgehend isoliert stehendes, bis zu 2044 m ü. A. hohes Bergmassiv im zentralen Bregenzerwaldgebirge (Österreich). Es steht auf den Gebieten der Gemeinden Mellau, Au und Schnepfau. Am Hauptgipfel des Massivs, der Holenke, treffen die Grenzen der drei Gemeinden aufeinander. Die sagenumwobene Kanisfluh gilt als bekanntester Berg und Wahrzeichen des Bregenzerwalds und steht unter Landschaftsschutz.<ref name="Schutz">Vorarlberg stellt Kanisfluh unter Schutz. In: vorarlberg.orf.at. ORF, 4. Juni 2020, abgerufen am 4. Juni 2020.</ref>

Lage und Gipfel

Von Norden kommend beherrscht ihre markante Felsflanke das Tal von Schnepfau und der Bregenzer Ach, wogegen die grasbewachsenen Südhänge vergleichsweise sanft zum Tal abfallen.

Der Hauptgipfel Holenke befindet sich auf einer Höhe von 2044 m ü. A.<ref name="ÖK">Österreichische Karte/Geonam, siehe Austrian Map</ref> und kann über einen bequemen Bergwanderweg (T2) bestiegen werden. Weitere Gipfel sind der Hoher Stoß (1806 m ü. A.), der Runde Kopf (2014 m ü. A.) und der Sonnenspitz (1965 m ü. A.). Diese sind jedoch nur weglos zu erreichen und erfordern mitunter fortgeschrittenes bergsteigerisches Können. In der Nordflanke steht die Wirmsäule (1534 m), eine Felsnadel.

Umgrenzung und benachbarte Gebirgsgruppen

Sowohl im aktuellen Alpenvereinsführer nach Dieter Seibert (2008)<ref name="Seibert" /> als auch in der Vorversion nach Walther Flaig (1977)<ref name="Flaig" />, dort Damülser Berge und Kanisfluh, und auch in der SOIUSA-Gliederung nach Marizzi (dort Untergruppe b) wird die Kanisfluh der Gruppe der Damülser Berge zugeordnet, weil sie einen gemeinsamen Kamm bilden.
Die Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis nach Trimmel führt die Kanisfluh aufgrund ihrer geologischen Eigenständigkeit als vollständig eigene Gruppe (Nr. 1117). Sie umgrenzt sich:

Geologie

Die Kanisfluh ist ein typischer Kalkstock, sie gehört aber nicht zum Deckensystem der Nördlichen Kalkalpen, sondern bildet sich aus Jurakalk des Helvetikums, der mit dem schweizerisch-französischen Juragebirge näher verwandt ist als mit dem Wetterstein- oder Dachsteinkalk der Ostalpen.

Kultur

Datei:Kanisfluh Antony Gormley Horizon Field.JPG
Statue des Horizon-Field-Projekts

Von 2010 bis 2012 befand sich knapp unterhalb des Gipfels der Holenke eine Statue des Horizon-Field-Projekts von Antony Gormley.

Bergname

Im Jahr 1340 wurde die Bezeichnung Kalendis urkundlich verwendet, ein Name, der aus Graubünden bekannt ist. Der Name „Fluh“ ist das alemannische Wort für „Felswand“ und weist auf die steile Felsflanke im Norden hin.<ref name="NWW">Doris Rinke: Naturwunderwanderung Argenschlucht-Auer Ried, Au-Schoppernau Tourismus.</ref>

Eine Sage berichtet dagegen von einem Einwanderer aus dem Schweizer Kanton Wallis aus der Zeit um 1400 namens Canisio. Bevor er seine Braut aus seiner Heimat nachholen konnte, war sie verstorben. In trauriger Erinnerung brachte er einige Stöcke Edelweiß von ihrem Grab mit und pflanzte sie an den Hängen der Holenke. Kanisfluh soll vom Namen Canisio abgeleitet sein.<ref name="NWW" />

Kiesabbau

Das Unternehmen Rüf plante am Nordfuß der Kanisfluh im Bereich des Engevorsäßes, welches auf dem Gemeindegebiet von Schnepfau liegt, Kies abzubauen.<ref name=":0">WPA/gübi: Vorarlberg: Streit um geplante Kiesgrube am Nordfuß der Kanisfluh. 14. März 2017, abgerufen am 10. Dezember 2024.</ref> Der Kiesabbau stellte für Landesgeologin Eva Vigl kein Problem dar, da man nur an der Oberfläche kratzen würde, dadurch würde die Kanisfluh nicht instabil werden. Die Gemeinde Schnepfau wollte allerdings verhindern, dass in den nächsten 30 Jahren 800.000 m³ Gestein abgebaut werden.<ref>Vorarlberg.orf.at. Abgerufen am 1. September 2017.</ref> Auch Mellau intervenierte dagegen.<ref name=":0" /> Die Grünen sprachen sich im Zuge der Diskussion um den Kiesabbau am Fuße der Kanisfluh dafür aus, die Kanisfluh großflächig unter Naturschutz zu stellen.<ref>vol.at. Abgerufen am 1. September 2017.</ref>

„Ein Eingriff wie der Kiesabbau wäre eine dauerhafte Wunde im Landschaftsbild und ist daher unzulässig. Die Kanisfluh ist außerdem das Kapital für den Tourismus im Bregenzerwald“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Grüne Wirtschaftssprecherin Sandra Schoch

Im November 2018 zog das Unternehmen seinen Antrag zurück.<ref>RauchM: Kein Kiesabbau der Gebrüder Rüf an der Kanisfluh. 26. November 2018, abgerufen am 21. September 2024.</ref>

Naturschutz

2020 wurde die Kanisfluh von der Vorarlberger Landesregierung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.<ref name="Schutz" /> Unterargenstein, die Nordostflanke der Kanisfluh, ist bereits seit Ende 2015 ein Europaschutzgebiet. Das im Südosten angrenzende Auer Ried ist ein Naturschutzgebiet.

Weblinks

Commons: Kanisfluh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Seibert"></ref> <ref name="Flaig">Walther Flaig: Alpenvereinsführer Bregenzerwaldgebirge. 1. Auflage. Bergverlag Rudolf Rother, München 1977, ISBN 3-7633-1203-X.</ref> </references>