Zum Inhalt springen

Sangur-Test

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. August 2024 um 19:29 Uhr durch imported>Zyirkon (Defekter Web-Link geprüft und Hinweis entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Sangurtest ist ein biochemisches Verfahren zum Nachweis von Hämoglobin und Myoglobin.<ref> R. V. Winchester, Heather Wansbrough: Blood Detection by chemical methods. New Zealand Institute of Chemistry. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive). </ref> Ausgenutzt wird die peroxidative Wirkung von Hämoglobin und Myoglobin, unter deren Einfluss die Oxidation eines chromogenen Stoffes zu einem grün-blauen Farbstoff katalysiert wird. Der Sangur-Test ist eine Variante des Nachweises mit O-Tolidin.

Nephrologie

In der Nierenheilkunde (Nephrologie) wird der Sangurtest als Schnelltest zur Unterscheidung zwischen intermittierender und konstanter Mikrohämaturie eingesetzt. Auch im Rahmen einer Familienuntersuchung bei benigner Familienhämaturie und Alport-Syndrom ist er geeignet.

Der zu untersuchende Urin sollte so schnell wie möglich nach Abnahme untersucht werden, da es bei langen Standzeiten zur Hämolyse kommen kann, so dass eine Erythrozyturie mikroskopisch nicht mehr zu erkennen wäre. Sowohl freies Hämoglobin als auch Myoglobin zeigen eine positive Reaktion an, daher ist der Nachweis von Erythrozyten im Urin (>5 Erythrozyten pro Mikroliter Urin) mikroskopisch zu sichern.

Zu falsch positiven Ergebnissen können Rückstände starker Oxidantien (etwa Reinigungsmittel) im Uringefäß führen.

Forensik

In der Forensik wird der Sangur-Test bei der Spurensichtung als Vortest zum Nachweis von Blutspuren verwendet.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein