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Partij voor de Vrijheid

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Vorlage:Infobox Politische Partei

Die Partij voor de Vrijheid (PVV), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist eine rechtspopulistische und rechtsextreme sowie europaskeptische Partei in den Niederlanden.<ref name="Extremismus">Marija Davidović, u. a. (Hrsg.): Het extreemrechtse en discriminatoire gehalte van de PVV. In: J. Donselaar, P.R. Rodriques (Hrsg.): Monitor Racisme & Extremisme, achtste rapportage Monitor Racisme, Amsterdam 2008, S. 167–199. (Englische Fassung: Racism and Extremism Monitor Eight Report, Leiden 2008, Sektion 8)
„Rechtsextremismus“ wurde in dieser Studie definiert wird als: „eine Orientierung auf das Eigene und eine Abkehr vom Fremden sowie einen Hang zu autoritären Strukturen“. Diese Einordnung der PVV wurde aus unterschiedlichen Gründen kritisiert: Universität Münster: Geert Wilders. II. Forschungsstand
Die Folgestudie von 2010 (Englische Fassung: Racism and Extremism Monitor Ninth Report, Leiden 2010, Sektion 4) ging dezidierter auf einen Unterschied zwischen „klassischem“ und „neuem“ Rechtsextremismus ein, bei dem die PVV letzterem zugeordnet werden müsse.</ref> Sie erhielt bei der Parlamentswahl 2006 aus dem Stand heraus 5,9 Prozent der Stimmen.

Vorsitzender und einziges Mitglied ist ihr Gründer Geert Wilders, der vorher Abgeordneter der konservativ-liberalen VVD war. Die Partei warnt vor einer aus ihrer Sicht stattfindenden Islamisierung der Niederlande und ruft zu deren Bekämpfung auf. Ferner setzt sie sich für eine Begrenzung der Einwanderung, für ein härteres Vorgehen gegen Kriminelle und gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters ein.

Nach der Parlamentswahl 2023 war sie mit 23,7 Prozent (35 Sitzen)<ref>Niederlande - Ergebnis der Parlamentswahl 2023. In: Statista. Abgerufen am 9. Juli 2024.</ref><ref>Rechtsruck in Niederlanden: Geert Wilders klarer Wahlsieger. In: Die Tageszeitung: taz. 23. November 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. Juli 2024]).</ref> die stärkste Kraft im Repräsentantenhaus und bildete mit VVD, NSC und BBB seit dem 2. Juni 2024 die von dem parteilosen Ministerpräsidenten Dick Schoof geführte Regierung. Die PVV stellte dabei fünf Minister.

Am 3. Juni 2025 verkündete Wilders den Rückzug seiner Partei aus der Regierungskoalition.<ref>RedaktionsNetzwerk Deutschland: Rechtspopulist Wilders lässt niederländische Regierung platzen. 3. Juni 2025, abgerufen am 3. Juni 2025.</ref> Bei den dadurch notwendigen vorgezogenen Neuwahlen am 29. Oktober 2025 verlor die PVV elf Sitze und landete bei den abgegebenen Stimmen knapp hinter den Democraten 66 auf dem zweiten Platz. Im Januar 2026 verließen sieben Abgeordnete die PVV-Fraktion und bildeten die Groep Markuszower<ref>Opstand tegen Wilders: zeven PVV'ers beginnen eigen fractie. NOS, 20. Januar 2026, abgerufen am 24. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, weil sie den Führungsstil und die mangelnde Kompromissbereitschaft von Geert Wilders ablehnten.

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es kurzzeitig eine Partij van de Vrijheid gegeben. Im Januar 1948 gründete sich daraus die heutige Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD), der Wilders entstammt. Dabei handelte es sich jedoch um liberale oder rechtsliberale Parteien.

Rechtspopulismus und immigrationsskeptische Äußerungen waren zuvor seit den 1960er-Jahren von der Boerenpartij und dann in den 1980er-Jahren vor allem von den Centrum Democraten von Hans Janmaat vertreten worden, auch im Parlament, genauer der Zweiten Kammer der Generalstaaten.

In den Wahlen von 2002 war die rechtspopulistische Lijst Pim Fortuyn (LPF) aus dem Stand heraus zweitstärkste Kraft im Parlament geworden. Fortuyn selbst war noch kurz vor den Wahlen ermordet worden; die eilig zusammengestellte Liste bestand aus einer Gruppe von Mitgliedern ohne Zusammenhalt und Erfahrung. Aufgrund häufiger Führungswechsel zerfiel sie bald. Bei den Neuwahlen von 2003 wurde sie dafür abgestraft, bei denen von 2006 verschwand die LPF aus dem Parlament.

Gründung 2006

Wilders gilt als einer der ideologischen Erben der LPF. Er war VVD-Abgeordneter im nationalen Parlament. Nachdem er am 2. September 2004 die VVD verlassen hatte, blieb er anschließend als Einmannfraktion Groep Wilders Abgeordneter. Nach einer Kampagne gegen den Vertrag über eine Verfassung für Europa, der bei einem Referendum tatsächlich keine Mehrheit erhielt, nutzte Wilders den Moment und gründete am 22. Februar 2006 die Partij voor de Vrijheid. Die Partei hat zwei Mitglieder, Wilders als Person und die Geert Wilders Foundation. Bei den niederländischen Parlamentswahlen am 22. November 2006 trat sie an und erreichte 5,9 %. Das entsprach neun Sitzen im Parlament.<ref>Paul Lucardie, Gerrit Voerman: The Netherlands. In: European Journal of Political Research. Band 45, Nr. 7/8, November 2006, S. 1201–1206, S. 1203.</ref>

Anders als die zerstrittene LPF hatte die PVV mit Wilders aufgrund ihrer Organisationsstruktur eine praktisch unanfechtbare Führungsperson. Er hatte die Mitglieder der Fraktion, die seine Partei vertreten, persönlich ausgewählt und auf ihre Aufgabe vorbereitet.<ref>HP/De Tijd: „De fractie van Wilders“, Ausgabe vom 4. April 2008.</ref>

Entwicklung 2009: Kopftuchdebatte, Einwanderungspolitik

Bei ihrem erstmaligen Antritt bei den Europawahlen, im Juni 2009, erreichte die PVV 17 % der Stimmen und wurde damit zweitstärkste Kraft in den Niederlanden. Sie entsandte demnach vier Abgeordnete ins Europäische Parlament.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wählerverdruss: Wilders-Sieg – Europa droht weiterer Rechtsruck - WELT.] In: Die Welt. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im September 2009 errang der Beitrag Wilders’ zur Generaldebatte im Parlament Aufmerksamkeit, in welchem er eine kopvoddentaks forderte (wörtlich eine „Kopf-Lumpen-Abgabe“, meist im Deutschen als „Kopftuchsteuer“ wiedergegeben). Das Tragen eines „islamischen Kopftuches“ solle dadurch entmutigt werden, dass eine Muslimin eine Lizenz dafür benötigt. Diese Lizenz solle im Jahr eintausend Euro kosten. Das Symbol der Unterdrückung sei eine Verschmutzung des politischen Bereichs, und dafür müsse der Verursacher zahlen. Die Einnahmen sollten unter anderem Frauenhäusern zugutekommen. Wilders’ Vorschlag wurde von den anderen Fraktionen vehement abgelehnt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trouw: Wilders wil ‘kopvoddentaks’ (Memento vom 22. September 2009 im Internet Archive) und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NOS (Memento vom 5. November 2009 im Internet Archive). Beide abgerufen am 10. November 2009.</ref> und wurde von der Partei zeitweise nicht mehr verfolgt.

In derselben Generaldebatte wiederholte Wilders seine Forderung, die Regierung solle darüber informieren, wie viel ein nichtwestlicher Einwanderer kostet. Die Muslime seien schließlich nicht in die Niederlande gekommen, weil ihnen das Land der Ungläubigen gefalle, sondern weil sie Sozialleistungen suchten. Das Kabinett habe geantwortet, man errechne ja auch nicht, wie viel Senioren kosten. „Wieso wissen wir nicht, wie viel ein Senior kostet? Jemand im Pflegeheim kostet 165 Euro am Tag, ein Strafgefangener 192 Euro und jemand in Sicherungsverwahrung 476 Euro.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />zitiert auf PVV.nl (Memento vom 22. September 2009 im Internet Archive). Abgerufen am 10. November 2009. Original: „Hoezo weten we niet wat een bejaarde kost? Iemand in een verpleeghuis kost 165 euro per dag, een gevangene 192 euro en een TBS-er 476 euro.“</ref>

Anfang November 2009 stand die PVV einer Umfrage zufolge bei 28 Mandaten (etwa 18 Prozent). Sie hatte damit ein Mandat Vorsprung gegenüber der in der Umfrage nächststärksten Partei, den Christdemokraten von Ministerpräsident Balkenende.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />In: Trouw: D66 daalt naaar 23 zetels in peiling (Memento vom 10. November 2009 im Internet Archive). Abgerufen am 10. November 2009.</ref>

Kommunal- und Parlamentswahlen 2010

Bei den Kommunalwahlen am 3. März 2010 trat die PVV nur in zwei Städten an, erreichte dort aber herausragende Ergebnisse. In Almere erhielt die PVV den größten Stimmenanteil aller Parteien (21,6 Prozent), in Den Haag wurde sie die zweitstärkste Kraft (16,9 Prozent).<ref>Niederländische Rechtspopulisten triumphieren bei Kommunalwahl. In: Spiegel Online. 4. März 2010.</ref> Die Kommunalwahlen wurden als Stimmungstest für die vorgezogenen Parlamentswahlen gesehen, die für den 9. Juni 2010 terminiert wurden. Der amtierende Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von der christdemokratischen CDA hatte eine mögliche Koalition mit der PVV nicht ausgeschlossen.<ref>Die Presse: Niederlande: Vorgezogene Neuwahlen am 9. Juni, 23. Februar 2010.</ref>

Datei:Pvv.png
PVV-Wahlergebnisse nach Gemeinden, 2010

Bei den Parlamentswahlen am 9. Juni 2010 wurde die PVV drittgrößte Kraft hinter Rechtsliberalen (VVD) und Sozialdemokraten (PvdA). 1,45 Millionen Stimmen (15,5 Prozent) reichten für 24 Parlamentssitze.<ref>AD: Alle stemmen geteld, Abruf am 11. Juni 2010.</ref> Nach langen Verhandlungen einigten sich die Rechtsliberalen (VVD) und die Christdemokraten (CDA) im Oktober 2010 auf eine Minderheitsregierung unter Duldung der PVV.<ref>Niederländische Regierung lässt sich von Wilders dulden. In: Spiegel Online. 28. September 2010.</ref> Die Regierung hatte zusammen mit der PVV nur eine knappe Mehrheit: 76 von 150 Abgeordneten.

Duldung des Kabinetts Rutte (2010–2012)

Vor und nach der Bildung des Kabinetts Rutte I wurde bekannt, dass mehrere Abgeordnete der PVV wegen Gesetzesbruchs angezeigt worden waren:<ref>Volkskrant: PVV'ers in de fout: een overzicht, Abruf am 17. November 2010.</ref> Jhim van Bemmel verlor seinen Posten als Haushaltssprecher nach Urkundenfälschung,<ref>Volkskrant: PVV-Kamerlid beschuldigd van faillissementsfraude, Abruf am 17. November 2010.</ref><ref>NRC: PVVer Van Bemmel zes weken op non-actief, Abruf am 25. November 2010.</ref> und Verteidigungssprecher Eric Lucassen wurde wegen Vandalismus und Unzucht angeklagt, wurde aber freigesprochen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trouw: Rutte dinsdagavond naar Kamer om Lucassen (Memento vom 18. November 2010 im Internet Archive), Abruf am 17. November 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volkskrant: Waar is Eric Lucassen nou precies voor veroordeeld? (Memento vom 18. November 2010 im Internet Archive), Abruf am 17. November 2010.</ref> Zudem verweigerte PVV-Jugendführer Hero Brinkman als einziger Abgeordneter die Nachfrage, ob er jemals verurteilt worden war.<ref>NRC: Zeven Tweede Kamerleden ooit veroordeeld, Abruf am 25. November 2010.</ref> Trotz dieser Affären blieb die Zustimmung unvermindert hoch, besonders die große Loyalität der PVV-Wähler zu Wilders wurde angemerkt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trouw: PVV-stemmers houden vertrouwen in Wilders (Memento vom 20. November 2010 im Internet Archive), Abruf am 17. November 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nieuw Haags Peil, 21 november 2010 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/n8.noties.nl, Abruf am 25. November 2010.</ref>

2011 war die PVV weiterhin erfolgreich: In den Provinzwahlen (Provinciale Statenverkiezingen) vom 2. März 2011 holten sie auf Anhieb 69 der 566 Sitze; und am 23. Mai 2011 erhielten sie in der Wahl der Ersten Kammer mit 14 die zweitmeisten Sitze. Im Juni sorgte die PVV für Aufsehen, als ein Gesetzesentwurf das Schächten unbetäubter Tiere verbot. Obwohl dieses Verbot vor allem gläubige Juden traf, stimmte die sich als projüdisch bezeichnende PVV überraschend dafür, was in Israel scharf kritisiert wurde.<ref name="ynet">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Geert Wilders' mistake.] via www.ynetnews.com, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Für weiteres internationales Aufsehen sorgte im Februar 2012, dass die PVV auf ihrer Internetseite die Bevölkerung aufrief, ihr Beschwerden über Bürger osteuropäischer Herkunft im Privat- oder Berufsleben zu melden, die sie dann an das Sozialministerium weiterleiten würde. Daraufhin kam es zu scharfen diplomatischen Protesten osteuropäischer Staaten wie Polen, Bulgarien oder Rumänien.<ref>orf.at vom 18. Februar 2012.</ref> Im März 2012 trat Brinkman aus der PVV aus und warf Wilders die Annahme von Schwarzgeld sowie einen diktatorischen Führungsstil vor, der ihn an die Stasi erinnerte.<ref>Brinkman stapt uit PVV-fractie, NOS, 20. März 2012.</ref><ref>Brinkman: 'De PVV is gewoon een soort Stasi', de Volkskrant, 26. März 2012.</ref> Dadurch verlor das Kabinett Rutte seine Mehrheit, was letztendlich zum Bruch zwischen VVD, CDA und PVV führte: Nach langen Debatten um den Haushalt 2013 (Catshuisoverleg) kündigte Wilders am 21. April 2012 die Zusammenarbeit auf und erzwang damit Neuwahlen.

Kammerwahl 2012

Der PVV-Wahlkampf für die niederländische Parlamentswahl 2012 wurde von internen Querelen überschattet. Am 6. Juli 2012 verließ Jhim van Bemmel die PVV, nachdem er es nicht auf die Landesliste geschafft hatte,<ref>PVV-Kamerlid Van Bemmel stapt uit fractie, NU.nl, 6. Juli 2012.</ref> kurz danach gingen auch seine Kollegen Wim Kortenoeven und Marcial Hernandez, die ihre Parteiführung einer „Politbüro“-artigen Bevormundung bezichtigten und Wilders mit Kim Jong-Il verglichen.<ref name="kim">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kortenoeven en Hernandez stappen uit PVV - ‘LPF-achtige toestanden’.] via www.nrc.nl, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am Wahltag bekam die PVV nur noch 10,1 Prozent (15 Mandate).

Bei den Gemeinderatswahlen am 19. März 2014 verlor die PVV leicht an Stimmen in den beiden einzigen Gemeinden, in denen sie Kandidaten aufgestellt hatte, Den Haag und Almere. Am Wahlabend fragte Wilders seine Anhänger, ob sie mehr oder weniger Marokkaner wollten. „Weniger, weniger“, antwortete der Saal. „Dann werden wir dies wahrmachen“, entgegnete wiederum Wilders. Dies hat in den Niederlanden weitreichende Empörung hervorgerufen; Niederländer mit marokkanischem Hintergrund beispielsweise protestierten über Twitter mit Fotos von sich und ihrem niederländischen Reisepass.<ref>Volkskrant: Timmermans geniet van bornhere-selfies, Abruf am 22. März 2014.</ref> Ministerpräsident Rutte sagte, solange Wilders solche Äußerungen von sich gebe, sei an eine Zusammenarbeit nicht zu denken. Wie Ruttes Parteifreunde lokal mit der PVV umgingen, sei jedoch deren Sache.<ref>NRC: Rutte wil niet meer samenwerken met PVV, Abruf am 22. März 2014.</ref> Auch in der PVV stieß Wilders’ Auftritt teilweise auf Protest. Zwei PVV-Abgeordnete der Zweiten Kammer traten aus, ebenso eine Europa-Abgeordnete, zwei Ständemitglieder in Friesland sowie eines der neun Gemeinderatsmitglieder in Almere und ein Gemeinderatsmitglied in Den Haag.<ref>NOS: Wie zijn er vertrokken bij de PVV, Abruf am 22. März 2014.</ref> Von den 15 Abgeordneten der PVV blieben nach einem Ausschluss im Jahre 2013 damit nur noch 12 übrig.

Kammerwahl 2017

Im Vorfeld der Parlamentswahlen zur Zweiten Kammer im März 2017 galt es als möglich, dass die PVV mit Wilders als erneutem Spitzenkandidaten erstmals stärkste politische Kraft in den Niederlanden werden könnte. Anfang 2016 hatten Umfragen auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise in Europa zunächst lange Zeit einen deutlichen Sieg der PVV prognostiziert. Im Verlauf des Wahlkampfes lieferte sich Wilders jedoch mit dem amtierenden Ministerpräsidenten und VVD-Spitzenkandidaten Mark Rutte zunehmend ein Kopf-an-Kopf-Rennen sowie eine intensive politische Auseinandersetzung, in der mehr und mehr Ruttes VVD ihre Spitzenposition im Parteienspektrum konsolidierte. Begünstigt wurde diese Entwicklung zum Teil auch durch Sympathiebekundungen von Wilders an den neuen US-Präsidenten Donald Trump, welcher bei einer Mehrheit der Niederländer als unbeliebt gilt. Außerdem stärkte Ruttes entschlossenes Auftreten gegen Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder in den Niederlanden im Zuge der Volksabstimmung zu einer türkischen Verfassungsreform die Popularität der VVD.

Nach Auszählung der Wahl verlor Wilders’ PVV daher letzten Endes trotz leichter Zugewinne auf 13,1 Prozent der Stimmen (20 Sitze) deutlich gegen die VVD mit 21,3 Prozent (33 Sitze). Zudem setzte sich die PVV nur knapp als zweitstärkste politische Kraft vor der christdemokratischen CDA (12,4 Prozent, 19 Sitze) und der linksliberalen D66 (12,2 Prozent, 19 Sitze) durch.

Insgesamt wurde Wilders’ Abschneiden als Zeichen gegen einen fortschreitenden Erfolg der Rechtspopulisten (entgegen Brexit und Trump-Wahl) gewertet. Auch das Ziel einer Regierungsbeteiligung verfehlte Wilders’ PVV mit dem Ergebnis deutlich, da erstens der Auftrag zur Bildung einer Regierung als stärkste Fraktion klar verpasst wurde und zweitens Ministerpräsident Mark Rutte für den nunmehrigen Wahlsieger VVD wie die meisten Parteien bereits im Vorfeld eine Zusammenarbeit mit der PVV kategorisch ausgeschlossen hatte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Internationale Nachrichten aus aller Welt.] In: tagesschau.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Neue Konkurrenz und Kammerwahl 2021

Nach der Parlamentswahl 2017 musste sich die PVV einer gestiegenen Konkurrenz durch die EU-skeptische und nationalistische Partei Forum voor Democratie (FvD) erwehren, die mit ähnlichen Themen warb und in Umfragen zeitweise deutlich vor der PVV lag. Ihr Parteichef Thierry Baudet wurde in verschiedenen Medien als jüngere, charmantere und eloquentere Version von Geert Wilders dargestellt.<ref>Der Mann, der Geert Wilders den Rang abläuft süddeutsche.de, 21. März 2018, Abruf am 7. Mai 2021.</ref><ref>Der neue Wilders in den Niederlanden, faz.net, 21. März 2019, Abruf am 7. Mai 2021.</ref> Bei der Europawahl in den Niederlanden 2019 konnte die PVV nur 3,53 Prozent der Stimmen erzielen, während das FvD auf Anhieb 10,96 Prozent erreichte. Wilders‘ Partei verlor damit ihre vier Sitze im Europäischen Parlament. Erst nach dem Ausscheiden der britischen Abgeordneten im Februar 2020 durch den Brexit zog PVV-Spitzenkandidat Marcel de Graaff ins Europaparlament ein, wo er der Fraktion Identität und Demokratie angehört.<ref>Abgeordnetenseite auf der Homepage des Europäischen Parlaments, Abruf am 7. Mai 2021.</ref>

Nach Skandalen beim FvD und einer Parteispaltung konnte sich die PVV bei der vorgezogenen Parlamentswahl zur Zweiten Kammer im März 2021 mit 10,8 % der Stimmen als stärkste Oppositionspartei behaupten; gegenüber 2017 verlor man drei Sitze. Wie zuvor schloss Ministerpräsident und Wahlsieger Mark Rutte eine Zusammenarbeit mit Wilders aus.<ref>Premier Rutte vor Wiederwahl trotz »Kindergeldaffäre«, Spiegel Online, 15. März 2021, Abruf am 7. Mai 2021.</ref>

Parlamentswahl 2023

Vor der Parlamentswahl am 22. November 2023 erklärte Parteichef Wilders, er werde seine Ansichten über den Islam „in die Gefriertruhe“ legen, um regieren zu können.<ref name=":0">Parlamentswahl in den Niederlanden: Diese Positionen vertritt Geert Wilders. In: Der Spiegel. 23. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 23. November 2023]).</ref> Bei der Wahl wurde die PVV mit 23 % der Stimmen und 37 von 150 Sitzen zur stärksten Fraktion der Zweiten Kammer.<ref>Thomas Gutschker: Ein Land rückt nach rechts. 23. November 2023 (faz.net).</ref> Wilders strebte eine Koalition der PVV mit den drei rechten Parteien VVD, Nieuw Sociaal Contract (NSC) und BBB an.<ref>De Telegraaf: Wilders wil kabinet met VVD, NSC en BBB: ’Zonder taboes over wie gedoogt</ref> NSC-Chef Pieter Omtzigt erklärte jedoch, er wolle nicht mit ihm verhandeln, solange er nicht deutlich mache, von welchen seiner Forderungen er Abstand nehme.<ref>NPO: Waarom wil Omtzigt nog niet onderhandelen met Wilders?</ref> Am 6. Februar 2024 gab Wilders das Scheitern der Koalitionsgespräche mit den drei Parteien bekannt. Omtzigt erklärte sich aber dazu bereit, eine rechte Minderheitsregierung zu tolerieren.<ref>Koalitionsverhandlungen in den Niederlanden geplatzt. In: tagesschau.de, 6. Februar 2024 (abgerufen am 7. Februar 2024).</ref>

Am 15. Mai 2024 gab Wilders eine Koalition mit der VVD, der NSC und der BBB bekannt.<ref>tagesschau.de: Niederlande: Neue Regierung mit Rechtspopulist Wilders steht. Abgerufen am 16. Mai 2024.</ref> Am 28. Mai 2024 verständigten sich die vier Koalitionspartner auf den parteilosen Dick Schoof, den ehemaligen Leiter des niederländischen Nachrichtendienstes AIVD, als neuen Ministerpräsidenten.<ref>Live politiek: Beoogd premier Schoof zwijgt over mogelijke hoorzitting Tweede Kamer. In: De Volkskrant. 28. Mai 2024, abgerufen am 8. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der zunächst als Ministerpräsident vorgesehene ehemalige Innenminister Ronald Plasterk verzichtete am 20. Mai 2024 auf dieses Amt.<ref>Kogel door de kerk: rechts kabinet voor Nederland. In: De Telegraaf. 20. Mai 2024, abgerufen am 8. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hierauf hatte Wilders als Vorsitzender der stärksten Fraktion bereits im März 2024 verzichtet.<ref>⁸: Wilders geeft premierschap op, partijleiders blijven in Kamer bij nieuw kabinet. In: NOS. 13. März 2024, abgerufen am 8. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der verabschiedete Koalitionsvertrag sah unter anderem vor:

  • Verschärfungen im Asylrecht (u. a. schnellere Abschiebungen von Personen ohne Aufenthaltstitel, kein automatisch möglicher Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte, Verkürzung des Rechtswegs) und Verstärkung der Grenzkontrollen
  • Einbürgerung: Mindestaufenthalt wird auf 10 Jahre erhöht, Aufgabe von bisheriger Staatsangehörigkeit (sofern möglich) verpflichtend, verschärfte Anforderungen bei Sprachkenntnissen
  • Halbierung der Selbstbeteiligung in der Krankenversicherung
  • keine (bisher vorgesehene) zwangsweise Reduktion des Viehbestands, weniger strenge Grenzwerte für Stickstoff und Phosphat
  • keine Erhöhung von CO2-Abgabe, keine (bisher für 2026 vorgesehene) Verpflichtung zum Einbau von Wärmepumpen bei Austausch von Heizungen
  • teilweise Verschärfung des Strafrechts
  • allgemeines Tempolimit auf Autobahnen wird auf 130 km/h erhöht (bisher 6 bis 19 Uhr: 100 km/h, sonst: 130 km/h)
  • Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 2 % des BIP<ref>Hoofdlijnenakkoord tussen de fracties van PVV, VVD, NSC en BBB - Publicatie - Kabinetsformatie. In: Bureau Woordvoering Kabinetsformatie:. 16. Mai 2024, abgerufen am 8. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die neue Regierung wurde am 2. Juli 2024 vereidigt.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte konnte die PVV Minister stellen. Diese waren Fleur Agema, Dirk Beljaarts, Barry Madlener, Reinette Klever und Marjolein Faber.<ref>Ministerie van Algemene Zaken: Kabinet-Schoof beëdigd. In: Rijksoverheid. Ministerie van Algemene Zaken, 2. Juli 2024, abgerufen am 9. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Parteiorganisation

Datei:Fleur Agema.jpg
Fleur Agema, bis 2004 Mitglied der Lijst Pim Fortuyn, ist seit 2006 Abgeordnete der PVV.

Die PVV hat mit Wilders nur ein einziges Mitglied. Ihn unterstützende Personen dürfen sich als Freiwillige, Sponsoren oder Unterstützer melden. Aus diesen Personengruppen rekrutiert Wilders die Abgeordneten, die seine Partei in den Parlamenten vertreten; alle Kandidaten werden vor der Wahl von Wilders nominiert. Auch sein Wahl- und Parteiprogramm beschließt Wilders selbst. Die Partei ist damit die erste im niederländischen Parlament, die nicht als Mitgliederpartei organisiert ist.<ref>Andreas Ross: Verdonk gründet politische Bewegung. F.A.Z., 19. Oktober 2007.</ref> Mit diesem System soll gemäß Wilders’ Aussagen verhindert werden, dass die Partei von „den falschen Leuten übernommen“ werden könne. Er ließ aber offen, ob sich die Partei zu einem späteren Zeitpunkt für Mitglieder öffnen werde.<ref>Andreas Ross: Eine Waffe im Krieg der Islamisierung In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. März 2009 (Interview).</ref> Das Fraktionsmitglied Hero Brinkman sprach sich öffentlich für eine Demokratisierung der PVV aus und verließ die Fraktion daher im März 2012.

Nachdem Wilders die VVD verlassen hatte, gründete er die Stiftung Stichting Groep Wilders, um besser Spenden sammeln zu können. In den Niederlanden ist die Rechtsform des eingetragenen Vereins erforderlich, um unter einer bestimmten Parteibezeichnung an einer Wahl teilnehmen zu können; zudem ist eine parteiunabhängige Kandidatur mit einer von mindestens dreißig Bürgern aus dem jeweiligen Wahlkreis unterstützten Liste möglich. Für die Gründung eines eingetragenen Vereins sind in den Niederlanden zwei Gründer erforderlich. Wilders gründete am 30. März 2005 die Vereniging Groep Wilders. Gründer waren er selbst als Privatperson und die Stichting Groep Wilders, deren einziges Vorstandsmitglied er ist. Die Vereniging Groep Wilders ließ sich bei der Wahlkommission (kiesraad) die Bezeichnung PVV (Partij voor de Vrijheid) registrieren, um unter diesem Namen an Wahlen teilnehmen zu können.<ref>Joep Dohmen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alleen Wilders lid PVV (Memento vom 13. Februar 2010 im Internet Archive).</ref>

Eine solche Konstruktion wäre beispielsweise in Deutschland nicht möglich, da hier nur Parteien Landeslisten für die Bundestagswahl einreichen können. Parteien wiederum müssen in Deutschland demokratisch organisiert sein. Für Wilders liegt der Vorteil darin, dass er das alleinige Sagen hat und interne Querelen, wie sie zum Untergang der LPF führten, weniger wahrscheinlich sind. Andererseits hat die PVV keinen Anspruch auf staatliche Parteienfinanzierung, da dafür eine Mindestmitgliederzahl von 1000 nötig ist. Dafür muss die PVV, anders als staatlich mitfinanzierte Parteien, die Herkunft ihrer Mittel nicht offenlegen. Die PVV erhält beträchtliche Summen aus den USA und ist gegen eine Verschärfung der Regeln für die Parteienfinanzierung. Unabhängig davon hat die PVV-Fraktion aber – wie alle Fraktionen – Anspruch auf staatliche Zuschüsse.

Politisches Programm

Die Partei versteht sich selbst als nationalliberal, wird aber von Medien und Politikwissenschaft meist als rechtspopulistisch bezeichnet. Eine Studie der Anne-Frank-Stiftung stufte sie 2008 und 2010 als „rechtsextrem“ ein, grenzte sie aber als Vertreter eines „neuen“ Rechtsradikalismus von „klassischen“ Rechtsextremisten ab.<ref name="Extremismus" /> Das Parteiprogramm zur Wahl von 2009 enthielt unter anderem folgende Forderungen:<ref>Wahlprogramm von 2006 (niederländisch)</ref>

Staat und EU

Migration

  • Fünfjähriger Einwanderungsstopp für Muslime
  • Keine medizinische Versorgung für illegale Einwanderer mit Ausnahme von Notfällen
  • Einbürgerung nur nach zehn Jahren Aufenthalt, in denen die Einwanderer gearbeitet haben und nicht kriminell waren
  • Verbot doppelter Staatsbürgerschaften
  • Einführung von Grenzkontrollen<ref name=":0"/>
  • Abschiebung syrischer Asylbewerber<ref name=":0"/>

Umgang mit dem Islam

Wirtschaft

Innere Sicherheit

  • Ethnische Registrierung von jedermann. Inklusive Angabe „Antillianisch
  • Verlängerung der Haftstrafen und Einstellung von mehr Polizisten
  • Einführung einer lebenslangen Freiheitsstrafe nach drei schweren Gewaltdelikten (Three strikes)
  • Sofortige Ausweisung von kriminellen Einwanderern
  • Einführung von Bootcamps (heropvoedingskampen)

Bildung und Sonstiges

  • Vermittlung von Werten und Normen in der Kindeserziehung
  • Kleine und sicherere Schulen sowie mehr Lehrer
  • Niederländische Fahnen an allen Schulen und Regierungsgebäuden
  • Kanon der vaterländischen Geschichte als Pflichtfach an allen Schulen
  • Stärkung der Effizienz des Militärs
  • Verankerung des Tierschutzes in der Verfassung
  • Beendigung der Kunstsubventionierung, Niederländisches Kulturerbe, Museen und Bibliotheken ausgenommen

Klima

  • Bau neuer Atomkraftwerke<ref name=":0"/>
  • Weiterbetrieb von Gas- und Kohlekraftwerken<ref name=":0"/>

Wahlprogramm 2010

Für die Kammerwahlen am 9. Juni 2010 präsentierte Wilders ein Programm, in dem der Islam viel Raum erhielt. Außerdem wurden vor allem Kritik an der EU und an „Masseneinwanderung“ allgemein laut. Außerdem werden das Thema Stärkung der nationalen Identität sowie wirtschafts- und sozialpolitische Themen angesprochen. Es gehe um die Wahl zwischen dem Islam und den Niederlanden, zwischen „unserer Flagge“ und der „Flagge des EU-Heilsstaats“, schrieb er im Vorwort.<ref name="auto">Verkiezingsprogramma PVV (PDF-Datei; 1,93 MB), S. 7, Abruf am 11. Juni 2010.</ref>

In dem Teil „Wählen für die Islambekämpfung und gegen die Masseneinwanderung“ heißt es, der Islam sei „vor allem eine politische Ideologie; eine totalitäre Lehre, die auf Dominanz, Gewalt und Unterdrückung eingestellt ist“. Es gebe wohl gemäßigte Muslime, aber keinen gemäßigten Islam. Der Koran trenne die Menschheit in Muslime und minderwertige Nichtmuslime. Wegen der Eliten und ihres Kulturrelativismus, vor allem wegen des „Klubs in Brüssel“, werde aus Europa schnell „Eurabien“. Die Niederlande müssten daher aus dem Schengener Abkommen austreten und ihre Einwanderungspolitik wieder selbst bestimmen. Die Niederlande würden von vielen im Ausland als Ausgabestelle für kostenlose Sozialleistungen gesehen. Daher sollen Einwanderer für die ersten zehn Jahre vom Sozialversicherungssystem ausgeschlossen werden. Die PVV ist gegen die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft und gegen Amnestien für Illegale. Von Einwanderern ohne Arbeitsplatz wolle man mit dem Programm „Arbeiten oder abhauen“ (Werken of Wegwezen) Abschied nehmen.<ref>Verkiezingsprogramma PVV (PDF-Datei; 1,93 MB), S. 13, Abruf am 11. Juni 2010.</ref>

Als politische Ideologie solle der Islam keine Vorrechte einer Religion in Anspruch nehmen dürfen, keine neuen Moscheen dürfen gebaut werden, alle Privatschulen in islamischer Trägerschaft müssen geschlossen werden, „islamische Medien“ dürfen nicht subventioniert werden, der öffentlich-rechtliche Rundfunk („die Propaganda-Abteilung der multikulturellen Niederlande“) soll beschnitten werden, bei einem EU-Beitritt der Türkei sollen die Niederlande austreten, die Burka und der Koran sollen verboten werden, Kopftücher besteuert werden. Ohne Einbürgerungstest soll keine Einwanderung und keine Einbürgerung möglich sein; wer in den Niederlanden ist und den Test nicht besteht, soll das Land verlassen. Bisherige Doppelstaatsbürger sollen registriert werden. „Und vor allem: Vollständiger Einwanderungsstopp für Menschen aus islamischen Ländern.“<ref>Verkiezingsprogramma PVV (PDF-Datei; 1,93 MB), S. 15, Abruf am 11. Juni 2010.</ref>

Im Teil über innere Sicherheit fordert die Partei unter anderem die Abschaffung von Sicherungsverwahrung, Arbeitsstrafen, keine vorzeitige Entlassung bei guter Führung, Erziehungslager (heropvoedingscampen),<ref>Verkiezingsprogramma PVV (PDF-Datei; 1,93 MB), S. 11, Abruf am 18. Juli 2010.</ref> das Abschieben krimineller Ausländer (und Verlust der niederländischen Staatsbürgerschaft bei doppelter Staatsbürgerschaft) sowie die ethnische Registrierung aller Einwohner der Niederlande. Ausdrücklich heißt es: „inklusive der Information 'Antillianer'“.<ref name="auto"/>

Die PVV bezweifelt die Existenz eines menschengemachten Klimawandels. Die Warnungen vor der globalen Erwärmung werden von der Partei als „unbewiesener Klimahype“ abgetan. Die PVV fordert die Streichung jeglicher staatlicher Finanzierung von vorbeugendem Klimaschutz. In der Energiepolitik wird der Bau von Windkraftanlagen abgelehnt, die die „traditionelle holländische Landschaft“ trüben würden. Stattdessen fordert die PVV den Bau neuer Atomkraftwerke.<ref>Vgl. André Krause: Geert Wilders' Wahlprogramm 2010. Systemfrage und Kulturkampf. Berlin 2010, S. 101 ff.</ref>

Wahlergebnisse im Überblick

Jahr Wahl Wähleranteil Parlamentssitze Platz
2006 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2006 5,89 %
9/150
5.
2009 EuropaDatei:Flag of Europe.svg Europawahl 2009 17,00 %
4/26
2.
2010 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2010 15,45 %
24/150
3.
2011 NiederlandeNiederlande Senatswahl 2011 13,07 %
10/75
4.
2012 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2012 10,08 %
15/150
3.
2014 EuropaDatei:Flag of Europe.svg Europawahl 2014 13,32 %
4/26
3.
2015 NiederlandeNiederlande Senatswahl 2015 11,97 %
9/75
4.
2017 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2017 13,06 %
20/150
2.
2019 EuropaDatei:Flag of Europe.svg Europawahl 2019 3,53 %
0/26
10.
2019 NiederlandeNiederlande Senatswahl 2019 6,54 %
5/75
7.
2021 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2021 10,79 %
17/150
3.
2023 NiederlandeNiederlande Senatswahl 2023 6,10 %
4/75
7.
2023 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2023 23,49 %
37/150
1.
2024 EuropaDatei:Flag of Europe.svg Europawahl 2024 17,0 %
6/31
2.
2025 NiederlandeNiederlande Parlamentswahl 2025 16,7 %
26/150
2.

Literatur

  • Evelien Gans: Anti-antisemitischer Enthusiasmus und selektiver Philosemitismus. Geert Wilders, die PVV und die Juden. In: Stefanie Schüler-Springorum (Hrsg.): Jahrbuch für Antisemitismusforschung, 23. Jahrgang (2014), S. 93–104.
  • Paul Lucardie, Gerrit Voerman: Geert Wilders and the Party for Freedom in the Netherlands: A Political Entrepreneur in the Polder. In: Karsten Grabow, Florian Hartleb (Hrsg.): Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. Konrad-Adenauer-Stiftung / Centre for European Studies, Berlin 2013, ISBN 978-2-930632-26-1, S. 187–203.
  • Koen Vossen: Das Ein-Mann-Orchester in den Niederlanden: Geert Wilders und die Partei für die Freiheit (PW). In: Ernst Hillebrand (Hrsg.): Rechtspopulismus in Europa: Gefahr für die Demokratie? Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0467-9, S. 48 ff.
  • Marcus Wilp: Populismus in den Niederlanden – die Freiheitspartei von Geert Wilders. In: Anton Pelinka, Birgitt Haller (Hrsg.): Populismus. Herausforderung oder Gefahr für die Demokratie? (= Studienreihe Konfliktforschung. 27). nap, Wien 2012, ISBN 978-3-7003-1849-1, S. 75–90.

Weblinks

Commons: Partij voor de Vrijheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Belege

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