Rainer Kussmaul
Rainer Kussmaul (* 3. Juni 1946, Geburtsort je nach Quelle Mannheim<ref>Geburtsort Mannheim z. B. laut Süddeutsche Zeitung, BR-Klassik und Klassik.com, alle vom 29. März 2017.</ref> oder Schriesheim;<ref>Geburtsort Schriesheim z. B. laut Berliner Philharmoniker und The Strad, beide vom 28. März 2017, sowie Badische Zeitung (Themenseite).</ref><ref>Vgl. auch im Tagesspiegel: „in der Nähe von Heidelberg“ geboren. Diese Formulierung ist mit dem Geburtsort Schriesheim vereinbar.</ref> † 27. März 2017 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Violinist.
Leben
Rainer Kussmaul, einer von drei Brüdern, erhielt den ersten Violinunterricht bei seinem Vater Willy Kussmaul, der als Solobratscher im Orchester des Nationaltheaters Mannheim tätig war. Nach Studien in Mannheim und bei Ricardo Odnoposoff an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart war Rainer Kussmaul bald Preisträger internationaler Wettbewerbe, sowohl als Solist wie von 1968 bis 1997 mit seinem Stuttgarter Klaviertrio. Seine Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker ließ ihn weltweit reisen.
Kussmaul war ein international gefragter Lehrer, unterrichtete ab 1977 als Professor an der Hochschule für Musik Freiburg, wo er seine Schüler auf die klanglichen Möglichkeiten der Barockvioline für das entsprechende Repertoire hinwies. Er war Leiter der Carl-Flesch-Akademie Baden-Baden und lehrte in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Australien, Schweden, der Schweiz und in Japan. Von 1993 bis 1997 war er, von Claudio Abbado gerufen, erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Er „prägte einen klangredenden, zugleich homogenen Sound, setzte Stricharten aus der historischen Aufführungspraxis durch“.<ref name="Eleonore Büning">Eleonore Büning: Geist der Geige. Zum Tod von Rainer Kussmaul. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. März 2017, S. 9.</ref> 1995 gründete er mit Philharmoniker-Kollegen die Berliner Barocksolisten, die bis 2010 unter seiner Leitung auftraten.<ref name="Eleonore Büning" /> Studenten Kussmauls gründeten das Freiburger Barockorchester, das inzwischen ein Ensemble von internationalem Rang ist. Rainer Kussmaul erhielt bedeutende Schallplattenpreise, unter anderem mehrfach den Echo-Klassik-Preis und im Jahre 2005 den Grammy. Er spielte eine Antonio Stradivari zugeschriebene Violine aus dem Jahre 1724.
Sein älterer Bruder Jürgen Kussmaul war Professor für Viola an der Düsseldorfer Musikhochschule und sein jüngerer Bruder Wolfgang Kussmaul (* 1953) war Konzertmeister beim Stuttgarter Kammerorchester.
Rainer Kussmaul war verheiratet mit der Flötistin Susanne Hopfer.
Ehrungen und Auszeichnungen
- ARD-Wettbewerb, München
- Enescu-Wettbewerb, Bukarest
- Bach-Wettbewerb, Leipzig
- 2005: Grammy Award
- 2010: Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bekanntgabe der Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 1. September 2010 ( vom 18. September 2010 im Internet Archive), Pressemitteilung des Bundespräsidenten vom 1. September 2010</ref>
- 2012: Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg im Breisgau
- Mehrfache Echo-Klassik-Preise
- Ehrenbürgerschaft der italienischen Stadt Sessa Aurunca<ref>Sessa Aurunca – La città ricorda Reiner Kussmaul, cittadino onorario aurunco scomparso pochi mesi fa paesenews.it, 7. September 2017.</ref>
Literatur
- Berliner Philharmoniker: Variationen mit Orchester – 125 Jahre Berliner Philharmoniker, Band 2: Biografien und Konzerte, Verlag Henschel, Mai 2007, ISBN 978-3-89487-568-8.
Weblinks
- Werke von und über Rainer Kussmaul im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Rainer Kussmaul auf Discogs
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kussmaul, Rainer |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Violinist |
| GEBURTSDATUM | 3. Juni 1946 |
| GEBURTSORT | Mannheim, Deutschland |
| STERBEDATUM | 27. März 2017 |
| STERBEORT | Freiburg im Breisgau, Deutschland |