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Thomas Gratt

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Thomas Gratt (* 21. Februar 1956 in Bregenz; † 29. März 2006 in Wien) war ein Mitglied der terroristischen Vereinigung Bewegung 2. Juni.

Leben

Thomas Gratt stammte aus einer katholisch-konservativen Bauunternehmerfamilie und wuchs in Bregenz und Wolfurt auf. Im Gymnasium hatte er Professoren und Professorinnen mit nationalsozialistischer Vergangenheit, die auch in den 1970er Jahren noch ihre Ideologie verbreiteten. Dies war einer der Gründe für seine Politisierung.<ref>Thomas Gratt: Nicht einmal Pfadfinder. In: wolfgangfreitag.com. Abgerufen am 30. März 2025.</ref> Nach der Matura studierte er in Wien Theaterwissenschaft.<ref>Wolfgang Freitag: Nicht einmal Pfadfinder. In: Die Presse. 14. September 2007, abgerufen am 14. April 2021.</ref> Sein universitätspolitisches Engagement für die Linke Liste (LILI) führte ihn im Frühjahr 1977 in Hinblick auf das geplante 3. Internationale Russell-Tribunal zur Situation der Menschenrechte in der Bundesrepublik Deutschland zur Mitbegründung der Arbeitsgruppe Politische Gefangene / Arbeitskreis Politische Prozesse (APG).<ref name=":0">Irene Bandhauer-Schöffmann: Deutsche Terroristinnen in Österreich. 1. Mai 2007, abgerufen am 14. April 2021.</ref>

Im Frühsommer 1977 wurde Gratt Mitglied der Bewegung 2. Juni und ging in die Illegalität.<ref name=":0" /> Er beteiligte sich an der Entführung des österreichischen Unternehmers Walter Michael Palmers am 8. November 1977 und wurde zusammen mit einem Mittäter am 23. November in Chiasso an der italienischen Grenze auf der Flucht festgenommen. Im Februar 1979 übernahm Gratt im Wiener Strafprozess namens der Bewegung 2. Juni die Verantwortung.<ref name=":0" /> Er wurde wegen räuberischer Erpressung zu 15 Jahren Haft verurteilt, von denen er 13 Jahre verbüßte.<ref name=":0" /> Er stellte kein Gnadengesuch. In der Justizanstalt Stein inszenierte er Theaterstücke wie Don Juan oder König Ubu.

Noch in Haft veröffentlichte er unter dem Pseudonym Buster C. Daniels den Lyrikband ÜBERSETZUNG (Beiheft Nr. 26 der Zeitschrift sturzflüge, Bozen 1989).<ref name=":1">Robert Sommer: An einem bestimmten Punkt der Grausamkeit ... In: Augustin - Die erste österreichische Boulevardzeitung. 25. September 2007, abgerufen am 14. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach seinem Haftende 1990 war er Gast in dem von dem französischen Schriftsteller Patrick Deville gegründeten Maison des Écrivains Étrangers et des Traducteurs.<ref name=":1" /> In dessen Verlag erschien im deutschen Original sowie in französischer Übersetzung durch Didier Viaud der Roman La mise en corps (Edition MEET, Saint-Nazaire 1995).<ref name=":1" />

Im Dokumentarfilm Keine Insel (Regie: Alexander Binder, Interviews: Michael Gartner), der im Oktober 2006 auf der Viennale erstmals gezeigt wurde, arbeitete Gratt die Geschichte der Entführung auf. Nach Abschluss der Dreharbeiten, aber noch vor der Fertigstellung des Films, beging er Suizid.<ref name=":1" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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