Heisebeck
Heisebeck Gemeinde Wesertal
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(470)&title=Heisebeck 51° 35′ N, 9° 39′ O
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| Höhe: | 187 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,53 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 470 (2020)ca.<ref name="DF">Ortsteil Heisebeck. In: Webauftritt. Gemeinde Wesertal, abgerufen im September 2023.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Eingemeindet nach: | Oberweser | |||||
| Postleitzahl: | 34399 | |||||
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Heisebeck ist ein Ortsteil im Osten der Gemeinde Wesertal im nordhessischen Landkreis Kassel.
Geografische Lage
Das Dorf Heisebeck liegt im äußersten Nordteil von Nordhessen direkt an der Grenze zu Niedersachsen. Es befindet sich im Weserbergland am nördlichen Rand des Bramwalds und am Südostrand des Höhenzugs Kiffing, rund 4,5 km (Luftlinie) östlich von Oedelsheim, 7 km östlich von Gieselwerder (an der Weser gelegene Gemeindeteile von Wesertal), 8 km südlich von Uslar, 18 km westnordwestlich von Göttingen und 30 km nordnordöstlich von Kassel (alle Angaben Luftlinie).
Direkte Nachbarorte von Heisebeck sind das hessische Arenborn im Nord-Nordwesten sowie die niedersächsischen Ortschaften Offensen im Nordosten und Fürstenhagen im Südwesten. Durch das Dorf fließen die Bäche Arenborn und Hessenbach, die zum Einzugsgebiet der unweit nordöstlich verlaufenden Schwülme gehören.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die erste bekannte schriftliche Nennung des Ortes Heisebeck unter dem Namen "Hasbike" ist aus dem Jahr 1185 in einer Urkunden des Erzbistums Mainz überliefert.<ref name="lagis" /> Der Ort dürfte aber älter sein. 1585 umfasste der Ort 29 Haushaltungen, 56 im Jahr 1747. Die Bevölkerung ab Ende des 17. Jahrhunderts ist durch ein Ortssippenbuch erschlossen.
Eine ältere evangelische Kirche ist 1835 als "sehr alt und ohne Orgel", dabei auch, dass sie 1828 "wesentlich ausgebessert" wurde. Die heutige evangelische Kirche wurde 1885 von dem Kasseler Architekten Werner Narten errichtet. Das gewölbte Langhaus von vier Jochen betritt man durch einen vorgestellten Westturm und blickt dann in den etwas niedrigeren Rechteck-Chor. Die Kanzel, der Altar, hinter diesem eine künstlerische Verglasung in einem dreibahnigen Maßwerkfenster und die Orgel stammen aus der Bauzeit.
Zum 1. August 1972 wurde, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, kraft Landesgesetz die bis dahin Selbständige Gemeinde Heisebeck der Gemeinde Oberweser angeschlossen,<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 12 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> die bereits gut ein Jahr zuvor durch den Zusammenschluss mehrerer Orte gebildet wurde und deren Verwaltungssitz Gieselwerder war.<ref></ref> Diese wiederum fusionierte zum 1. Januar 2020 mit Wahlsburg zur Gemeinde Wesertal. Der Ortsbezirk Heisebeck blieb weiter bestehen.<ref name="HS" />
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Heisebeck angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- bis 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Sababurg
- 1567–1806 Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sababurg
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sababurg
- ab 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Bodenfelde
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Sababurg<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Landkreis Hofgeismar<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 70.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Sababurg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Landkreis Hofgeismar
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hofgeismar
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Oberweser<ref group="Anm.">Am 1. August 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Oberweser.</ref>
- ab 2020: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Wesertal<ref group="Anm.">Am 1. Januar 2020 als Ortsbezirk zur Gemeinde Wesertal.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heisebeck 522 Einwohner. Darunter waren 3 (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 200 zwischen 18 und 49, 135 zwischen 50 und 64 und 123 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 216 Haushalten. Davon waren 51 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 129 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
- 1585: 29 Haushaltungen<ref name="lagis" />
- 1747: 56 Haushaltungen<ref name="lagis" />
| Heisebeck: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 537 | |||
| 1840 | 486 | |||
| 1846 | 529 | |||
| 1852 | 522 | |||
| 1858 | 484 | |||
| 1864 | 502 | |||
| 1871 | 433 | |||
| 1875 | 430 | |||
| 1885 | 454 | |||
| 1895 | 491 | |||
| 1905 | 444 | |||
| 1910 | 497 | |||
| 1925 | 507 | |||
| 1939 | 478 | |||
| 1946 | 766 | |||
| 1950 | 759 | |||
| 1956 | 658 | |||
| 1961 | 623 | |||
| 1967 | 652 | |||
| 1970 | 644 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 522 | |||
| 2020 | 470 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Wesertal<ref name="DF" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1961: | 550 evangelische (= 88,28 %), 66 katholische (= 10,59 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Heisebeck besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Heisebeck) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sechs Mitgliedern.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 2,7 MB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Wesertag, abgerufen im September 2023.</ref> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 gehörten alle Kandidaten der SPD an. Der Ortsbeirat wählte Hubert Henne zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Arenborn. (PDF) In: Webauftritt. Gemeinde Wesertal, abgerufen im September 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Heisebeck.
Wappen
Blasonierung: „In einem von Silber und Rot gespaltenen Schild vorne in Silber eine grüne Tanne auf grünem Boden und hinten in Rot eine gestürzte silberne Forelle.“<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Heisebeck, Landkreis Hofgeismar, Regierungsbezirk Kassel vom 24. Juni 1969. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 27, S. 1121, Punkt 914 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref>
Das Wappen wurde der Gemeinde Heisebeck im damaligen Landkreis Hofgeismar am 24. Juni 1969 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Ort wird von mehreren Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die nächste Bahnstation ist in Offensen an der Bahnlinie Bodenfelde-Göttingen.
Wenngleich Heisebeck in einer ländlichen Region liegt, so spielt die Land- und Forstwirtschaft mittlerweile eine nur noch untergeordnete Rolle.
Industriebetriebe sind vor Ort auch nicht vorhanden, so dass unter anderem der Dienstleistungssektor mit kleineren Handwerksbetrieben und der Tourismus mit über 50 Gästebetten heute wirtschaftlich von Bedeutung sind.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1895 Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler
Söhne und Töchter des Ortes
- Johann Friedrich Klemme (* 3. Februar 1792 in Heisebeck, † vor 1845), Ackermann, Vorsteher und Kutscher; Stiefvater des Pastors und leiblichen Sohnes Jérôme Bonapartes, Hieronymus Lüdeke (* 15. November 1808 in Göttingen, † 18. März 1890 in Dassensen; auch Lüdecke).<ref>Klaus Kunze: Ortssippenbuch Fürstenhagen. 2. Auflage, 1998, Familie Nr. 749.</ref>
- Fritz Grebe (1850–1924), Kunstmaler
Literatur
- Klaus Kunze: Ortssippenbuch Heisebeck und Arenborn. Uslar 2000. ISBN 978-3-933334-08-4
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteil Heisebeck. In: Webauftritt der Gemeinde Wesertal.
- Heisebeck. Infos. In: www.heisebeck.de. Private Website
- Heisebeck, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Heisebeck, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 49 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 84, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>