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Michel Rolland

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Yacocuya-Wein in Cafayate (Argentinien) von Michel Rolland

Michel Rolland (* 24. Dezember 1947 in Libourne; † 20. März 2026 in Bordeaux<ref name="sudouest">Bordeaux : l’œnologue Michel Rolland est mort. In: Info Sud Ouest. 20. März 2026, abgerufen am 21. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>)<ref>One of the Greatest Oenologists of all Time: Michel Rolland Has Died - Falstaff. In: falstaff.com. 20. März 2026, abgerufen am 21. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war ein französischer Önologe.

Er beriet weit über 100 bedeutende Weingüter in 13 Ländern, die meisten davon in Bordeaux. Der von ihm vertretene Stil – konzentrierte Rotweine aus hochreifem Lesegut, reichlicher Einsatz neuen Holzes – übte weltweit großen Einfluss aus.

Biographie

Michel Rolland stammte aus einer in Pomerol ansässigen Winzerfamilie. Das von ihm geführte Weingut Château Le Bon Pasteur gehörte bereits seinem Großvater. Nach einer Ausbildung an der Weinbauschule von Château La Tour Blanche studierte er bis 1972 Önologie an der Université Bordeaux II. Damals lehrten dort Pierre Sudraut, Pascal und Jean Ribéreau-Gayon sowie Émile Peynaud. Rolland wurde von ihnen stark beeinflusst, er sah sie als die „Väter der modernen Önologie“ an. 1973 stieg Michel Rolland zusammen mit seiner Frau Dany, ebenfalls Önologin, in ein Analyselabor in Libourne ein. 1976 erwarb er es vollständig. Seine ersten Meriten erwarb er sich als Önologe auf dem „Rechten Ufer“ des Bordelais, wo er seinen Ruf als herausragender Weinmacher begründete. Rollands weltweiter Aufstieg vollzog sich parallel zum Erfolg der Bücher des amerikanischen Weinkritikers Robert Parker, mit dem er seit Beginn der 1980er Jahre befreundet ist. Der Erfolg des von Michel Rolland propagierten Weinstils machte ihn im Laufe der Jahre ebenso zum gefragten Berater führender Châteaux wie zum Geburtshelfer gefeierter Garagenweine. Er galt als Prototyp des Flying Winemakers, des in der Welt umherfliegenden Weinbauberaters.

Zu seinen ersten Kunden zählten die Châteaux L'Angélus, Beauséjour-Bécot und Troplong Mondot, denen später nicht zuletzt aufgrund seiner Arbeit der Aufstieg bzw. Wiederaufstieg in die Spitzenklasse der Premiers Grand Crus Classés von Saint-Émilion gelang. Schwieriger gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Châteaux Canon und La Gaffelière, die ihm zwischenzeitlich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Weinstile kündigten. Später zählten sie aber wieder zu seinen Kunden.

Tätigkeit

Fixpunkt seiner Tätigkeit war das Analyselabor, wo 14 Angestellte arbeiteten. Einen gewissen Labor-Charakter besaßen auch seine eigenen Weingüter im Libournais, die beiden auf der Grenze beider Gemeinden liegenden Châteaux Le Bon Pasteur (Pomerol, 7 ha) und Rolland-Maillet (Saint-Émilion, 3,4 ha), das Château Bertineau Saint-Vincent in Lalande-de-Pomerol (5,6 ha), das 1986 erworbene Château Fontenil im Fronsac (8,6 ha) sowie La Grande Clotte in Lussac-Saint-Émilion. Daneben stand er in Joint-Venture-Partnerschaften mit Bonne Nouvelle in Südafrika, Val de Flores, Yacochuya und Clos de la Siete in Argentinien sowie Campo Eliseo in Spanien.

Die Liste der zeitweise von Michel Rolland beratenen Güter liest sich wie ein Who’s Who des Bordelais:

in Pomerol

in Saint-Émilion

im Médoc und in Pessac-Léognan

Außerhalb Frankreichs betreute Michel Rolland als Flying Winemaker in der Zwischenzeit rund 100 Weingüter in 12 weiteren Ländern, u. a. Chile (Casa Lapostolle), Spanien (Don Sebastian), Italien (Ornellaia, Monteverro, Biserno).

Der Weinstil von Michel Rolland

Dem Rollandschen Stil der Vinifikation kamen zweifellos die vom Merlot geprägten Weine vom rechten Ufer der Dordogne (Saint-Émilion, Pomerol) entgegen.<ref name="sudouest" /> Sein Ziel war die Produktion vollmundiger, geschmeidiger und harmonischer Weine. Diese Ziele schlossen Langlebigkeit und Verbesserungspotenzial im Keller keineswegs aus, wie seine eigenen Weine bewiesen. Selbst ein Bon Pasteur oder Rolland-Maillet aus einem kleinen Jahrgang wie 1993 benötigten über ein Jahrzehnt zur vollen Entfaltung. Er war – anders als im Film Mondovino – Die Welt des Weins von Jonathan Nossiter dargestellt – kein unbedingter Verfechter der Mikrooxigenation.

In einer vergleichenden Degustation der Revue de Vin de France stellten sich folgende Gemeinsamkeiten der von Michel Rolland vinifizierten Gewächse des Jahrgangs 2002 heraus:

  • tiefe Farbe
  • sehr reife, teils sogar überreife Frucht
  • starke Extraktion
  • markanter Holzton mit Röst- und Vanillenoten
  • eher niedrige Säurewerte
  • eine durch Alkoholgehalt und Holz hervorgerufene Süßeempfindung

Dennoch zeigten die verkosteten Weine eine breite Diversität. Von der ihm häufig vorgeworfenen Uniformierung konnte keine Rede sein. Seine Philosophie bestand in der Tat darin, das Terroir zu respektieren und dessen Potenzial zu heben, indem die Erträge niedrig gehalten und die Trauben mit möglichst hoher Reife gelesen wurden. Die Weine seiner eigenen Güter verkörperten den Stil von Michel Rolland in Reinkultur. Einige von ihm beratene Châteaux schienen hingegen etwas zu übertreiben und die Richtung bis ins Karikaturale zu übersteigern.

Das Duo Rolland-Parker

Mit seinem Stil traf Rolland die Vorlieben des weltweit einflussreichsten Weinkritikers Robert Parker. Dessen Favoriten in Bordeaux waren ohnehin die vom Merlot dominierten Weine von Pomerol. Daher war es für ein Château ein sicheres Erfolgsrezept, Rolland als Berater zu engagieren und dies öffentlich kundzutun. Hohe Parker-Punktzahlen und explodierende Verkaufspreise waren in der Regel der Lohn. Ein gutes Beispiel war das ohnehin renommierte Château Pavie in Saint-Émilion, dessen Preise sich vervielfachten, nachdem der neue Besitzer Rolland verpflichtete und der Jahrgang 1998 enthusiastische Bewertungen erhielt. Im Film Mondovino – Die Welt des Weins von Jonathan Nossiter erschien Rolland als Protagonist einer weltweiten Wein-Uniformierung.

Film

</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„SWR-Chefreporter Leif deckt Tricks der Weinmacher auf“ (Memento vom 7. Mai 2008 im Internet Archive), SWR - Südwestrundfunk, 7. November 2006</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Interview mit Michel Rolland in Les maîtres du vin, Beilage zu Paris Match, no. 2782 vom 19. September 2002.
  • À l’aveugle, reconnaît-on le style Michel Rolland ? In: Revue du Vin de France, no. 490, April 2005.

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