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Rauer Klee

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Rauer Klee
Datei:Trifolium scabrum1.jpg

Rauer Klee (Trifolium scabrum)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Trifolium
Art: Rauer Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium scabrum
L.

Der Raue Klee (Trifolium scabrum) ist ein in Mitteleuropa sehr selten vorkommender Angehöriger der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Er wird in der Gattung in die Sektion Trifolium, Untersektion Scabroidea gestellt.

Datei:Trifolium scabrum RF.jpg
Blütenstand
Datei:Trifolium scabrum sl28.jpg
Blütenstände
Datei:Trifolium scabrum sl41.jpg
Blüten

Beschreibung

Beim Rauen Klee handelt es sich um eine meist 8 bis 15 cm hoch wachsende, einjährige krautige Pflanze. Der behaarte Stängel wächst niederliegend bis meist aufsteigend und ist vom Grund an ästig verzweigt. Die Laubblättchen sind verkehrt eiförmig oder länglich-keilförmig. Am klein gesägten Rand besitzen sie verdickte, bogige Seitennerven, während sie beim ähnlichen Streifen-Klee (Trifolium striatum) gerade sind.<ref name="HegiGams1964" /> Die Nebenblätter sind eiförmig und mit pfriemlicher Spitze versehen.<ref name="HegiGams1964" />

Das etwa 1 cm lange, eiförmige Blütenköpfchen ist ungestielt. Der Kelch ist zur Fruchtzeit walzenförmig und besitzt lanzettliche, starre und zurückgekrümmte Zähne. Die Kelchröhre ist zylindrisch und nur zwischen den Nerven behaart. Die 4 bis 5 mm lange Krone ist weiß oder blassrot gefärbt. Sie ist kürzer oder höchstens so lang wie der Kelch. Die Hülse ist eiförmig und zur Reifezeit im verhärteten Fruchtkelch eingeschlossen.<ref name="HegiGams1964" />

Der Raue Klee blüht in Mitteleuropa vorwiegend in den Monaten Mai bis Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10 oder 12.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Der Raue Klee kommt von Westeuropa über das Mittelmeergebiet bis nach Westasien vor. Ferner ist er auf den Azoren und den Kanarischen Inseln zu finden. Er erreicht in Mitteleuropa die Nordgrenze seines Areals.<ref name="Aichele2000" /> In Europa hat er ursprüngliche Vorkommen in den Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Schweiz, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, der Türkei und auf der Krim.<ref name="ILDIS" />

In Deutschland ist die Art sehr selten und vom Aussterben bedroht.<ref name="FloraWeb" /> Sie kommt lediglich im südlichen Oberrheintal zwischen Basel, Freiburg und Straßburg vor;<ref name="Aichele2000" /> an der Bergstraße<ref name="Aichele2000" /> ist sie seit 1950 nicht mehr nachgewiesen worden.<ref name="FloraWeb" /> In der Schweiz kommt Trifolium scabrum ebenfalls sehr selten in Regionen Jura, Westliches Mittelland, Westliche Nordalpen und Tessin vor und wird als stark gefährdet angesehen<ref name="InfoFlora" />, während die Art in Österreich ganz fehlt.

Der Raue Klee benötigt kalkreichen, flachgründig-steinigen Lehmboden, der humusarm sein kann. Er besiedelt in Mitteleuropa lückige Stellen in Trockenrasen, zwischen Felsen an Steilhängen und Erdanrisse an Wegen und Böschungen. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Cerastietum pumili aus dem Verband Alysso-Sedion, kommt aber in Südeuropa hauptsächlich in Gesellschaften des Verbands Thero-Brachypodion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Er gehört zu den Klee-Arten Mitteleuropas, die am meisten Trockenheit ertragen.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Ökologie

Durch die starr abstehenden Kelchzähne werden die Früchte durch Weidetiere verbreitet.<ref name="HegiGams1964" />

Taxonomie

Der Raue Klee wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 770 als Trifolium scabrum erstbeschrieben. Der Raue Klee (Trifolium scabrum) wurde zuerst von Johann Bauhin (1541–1613) als Trifolium parvum rectum flore glomerato cum unguiculis vom ähnlichen Streifen-Klee (Trifolium striatum) als Trifolium cujus caules et geniculis glomerulos oblongos proferunt unterschieden.<ref name="HegiGams1964" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb">Trifolium scabrum. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Aichele2000"></ref> <ref name="InfoFlora"> Trifolium scabrum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="IPCN">Trifolium scabrum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Seite 1326–1327. Verlag Carl Hanser, München 1964.</ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Trifolium scabrum bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Rauer Klee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien