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Gebrauchsliteratur

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Gebrauchsliteratur ist der Oberbegriff für Bücher und Schriften (Gebrauchssschriften), die zu einem bestimmten Zweck ohne künstlerischen Anspruch verfasst werden und an diesen Zweck gebunden bleiben.<ref>Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannover, Niedersachsen, Germany: Stadtbibliothek feiert Jubiläum – Lesen und lesen lassen seit 575 Jahren. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 25. August 2015.</ref> Gebrauchsliteratur umfasst sowohl Fachliteratur (bzw. Fachprosa wie Arzneibücher) als auch Sachliteratur.<ref>Gebrauchsliteratur: Sach-, Koch- und Taschenbuch. In: Die Zeit. 4. Januar 1980 (online [abgerufen am 25. August 2015]).</ref> Im weiteren Sinne wird damit die gesamte nicht-fiktionale Literatur bezeichnet.<ref>Fach- und Gebrauchsliteratur. In: www.hanebuechlein.de. Abgerufen am 25. August 2015.</ref> Gebrauchsliteratur ist also durch das Fehlen von Humor, Ironie, Charme, sprachlichem Reiz und andere Stilmittel charakterisiert.<ref>Dr Tilman Krause: Gebrauchsliteratur fürs schlechte Gewissen. In: Die Welt. 16. Dezember 2007 (online [abgerufen am 25. August 2015]).</ref> Oder: „Bücher hätten keine Offenbarungsquellen zu sein, sondern alltagspraktische Instrumente“, nämlich Gebrauchsliteratur.<ref>Harro Zimmermann: Schriftsteller Friedrich Sieburg. Ein konservativer Rebell. In: Frankfurter Rundschau. 17. Juli 2014 (online [abgerufen am 25. August 2015]).</ref>

In dieser literarischen Form werden Gegenstände des Alltags behandelt, wie es auch in der Publizistik geschieht.<ref>Holger Böning: Vielfalt der literarischen Formen – Alltag und „Volk“ in Publizistik und Gebrauchsliteratur der Aufklärung. (PDF) 1990, abgerufen am 25. August 2015.</ref> Reportagen, Porträts und Essays sind Gebrauchsliteratur.<ref>Waltraud Schwab: These über Zukunft der Tageszeitung: Vögel singen hören. In: die tageszeitung. 10. April 2014 (online [abgerufen am 25. August 2015]).</ref> In der Weimarer Republik galt die an die Publizistik angenäherte Gebrauchsliteratur als Neue Sachlichkeit.<ref>Epochenübersicht von Johanna Erfurt – Neue Sachlichkeit. In: epochenuebersicht.de.tl. Abgerufen am 25. August 2015.</ref><ref>Die deutsche Lyrik im 20. Jahrhundert. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Oktober 2015; abgerufen am 25. August 2015.</ref> Eine funktionalistische Sicht auf die Gesellschaft konnte aber durchaus Gegenstand literarischer Werke sein, beispielsweise bei Robert Musil, Herbert Broch, Erich Kästner oder Bertolt Brecht.<ref>Erich Kästner: Ein Tempo wie im Auto. In: Die Zeit. 27. Januar 2005 (online [abgerufen am 25. August 2015]).</ref> „Kürze und Weltweisheit sind die Bausteine der kleinen Form, die seit jeher zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit oszilliert, zwischen Gebrauchsliteratur und Kunstrede, literarischer Durchformung und Alltagssprache“.<ref>Maren Jäger: Das System BRUETERICH steigt in den Ring – oder: Über die allmähliche Verfertigung eines Verlags : literaturkritik.de. In: www.literaturkritik.de. Abgerufen am 25. August 2015.</ref>

Das Deutsche Textarchiv führt 270 Werke in der Kategorie Gebrauchsliteratur. Dazu zählt Anstandsliteratur, Astrologie, Bericht, Biologie, Erbauungsliteratur, Flugschrift, Gartenbau, Gelegenheitsschrift, Gesellschaft, Handbuch, Hausväterliteratur, Kochbuch, Kriminalistik, Kunst, Ökonomie, Pädagogik, Pflanzenbuch, Philologie, Philosophie, Poetik, Politik ….<ref>Deutsches Textarchiv. In: www.deutschestextarchiv.de. Abgerufen am 25. August 2015.</ref>

Aus Sicht des Kinderbuchautors Andreas Steinhöfel können auch Kinderbücher als Gebrauchsliteratur betrachtet werden.<ref>Andreas Steinhöfel – „Es ist noch kein Kind am Nebensatz gestorben“. Abgerufen am 25. August 2015.</ref>

Eine „neue Art von Gebrauchsliteratur“ machte Manfred Dworschak 2014 in einem Der-Spiegel-Beitrag aus: bei Wattpad, einer E-Book-Plattform für Autoren.<ref>Manfred Dworschak: Volksküche der Literatur. In: Spiegel 26/2014, S. 104–106 (PDF)</ref>

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Gebrauchsliteratur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein