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Lappentang

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Lappentang
Datei:Palmeria palmata.jpg

Lappentang (Palmaria palmata)

Systematik
Unterabteilung: Rhodophytina
Klasse: Florideophyceae
Ordnung: Palmariales
Familie: Palmariaceae
Gattung: Palmaria
Art: Lappentang
Wissenschaftlicher Name
Palmaria palmata
(L.) Kuntze

Der Lappentang (Palmaria palmata) ist eine mehrjährige und essbare Pflanzenart innerhalb des Unterreichs der Rotalgen (Rhodoplantae) in der Gattung Palmaria. Er wird in Frankreich als „Dulce“, in Großbritannien und Irland als „Dulse“ bezeichnet. Auf Island heißt er Söl.<ref name="algaebase">Palmaria palmata. Algaebase; abgerufen am 18. Juni 2015.</ref>

Beschreibung

Lappentang ist sehr formenreich und von lebhaft braunroter bis purpurroter Färbung. Er erreicht Wuchshöhen zwischen fünf Zentimetern und einem halben Meter. Die Alge ist mit einer scheibenförmigen Basis am Substrat befestigt. Aus dieser entspringt gewöhnlich ein einzelner, einfacher, kurzer Spross, der sich zu einem einfachen oder dichotomen Lappen ausweitet. Der Lappen ist am Rand in breite, schmallineare oder ovale Segmente gespalten. Die Form dieser blattähnlichen Verzweigungen ist sehr variabel und sie können zwischen 8 cm und 30 cm breit werden. Der Lappen hat eine lederähnliche Textur.

Vermehrung

Lappentang hat einen für Rotalgen sehr ungewöhnlichen Generationswechsel, der bis 1980 nicht vollständig verstanden war.<ref>J. P. van der Meer, E. R. Todd: The life-history of Palmaria palmata in culture. A new type for the Rhodophyta. In: Can. J. Bot., Vol. 58, 1980, S. 1250–1256</ref> Auf dem ausgewachsenen diploiden Lappen sitzen verteilte Sori, die die Tetrasporen tragen. Die Sori mit den männlichen Geschlechtszellen sitzen hauptsächlich auf der Vorderseite des Lappens verteilt. Die weiblichen Gameten sind sehr klein und verkrüppelt oder verkrustet. Karposporophyten finden sich als einzelne Zellen bei sehr jungen Pflanzen. Nach der Befruchtung des Karposporophyten keimt aus ihm eine neue diploide Alge, die die weibliche Pflanze überwächst. Ausgewachsene Pflanzen sind also fast immer männlich.<ref name="Irvine 83">L. M. Irvine: Seaweeds of the British Isles. Volume 1. Part 2A. Cryptonemiales (sensu stricto) Palamriales, Rhodymeniales. British Museum (Natural History), London 1983, ISBN 0-565-00871-4</ref>

Verbreitung

Lappentang sitzt in der Intertidalen Zone auf Steinen oder auf anderen Algen. Er ist ziemlich häufig und teilweise auch bestandsbildend.

Die Art ist die einzige Art der Gattung Palmaria, die im Atlantischen Ozean verbreitet ist. Sie findet sich von der Küste Portugals bis zum Baltikum und ist auch um Island und an den Küsten der Färöer<ref>F. Borgesen: Botany of the Faeröes … Part II. Copenhagen 1903 (Nachdruck 1970).</ref> verbreitet. Lappentang finden sich auch an den Küsten Russlands, des arktischen Kanadas, Alaskas, Japans und Koreas.<ref name="Irvine 83" /> Berichte über Vorkommen an der Küste Kaliforniens beziehen sich immer auf Palmaria mollis und sind nicht glaubhaft.<ref name="algaebase" />

Kultur

Datei:Dulse.JPG

Lappentang wird traditionell als Lebensmittel verwendet. Die älteste Überlieferung hiervon findet sich bei Columban von Iona im 6. Jahrhundert.<ref>M. Indergaard, J. Minsaas: 2 Animal and human nutrition. In: M. D. Guiry, G. Blunden: Seaweed Resources in Europe: Uses and Potential. John Wiley & Sons, 1991, ISBN 0-471-92947-6</ref> Heute wird Lappentang vor allem in Irland, Island und Kanada gegessen, der Geschmack ist leicht nussig.

Weblinks

Commons: Lappentang (Palmaria palmata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />